Mehrere Grundschulen auf der Kippe

Steht Triers Schullandschaft vor einem Totalumbau? Der würde kommen, sollten die politischen Gremien übernehmen, was das Bonner Büro Biregio am Mittwoch vorgelegt hat – ein Konzept für die Schulentwicklungsplanung der Stadt. In dem Papier wird vorgeschlagen, mehrere Grundschulen wie Kürenz, St. Martin und Egbert aufzugeben. Die Barbara-Grundschule könnte in die Kaiserstraße umziehen, die Nelson-Mandela-Realschule plus im Gegenzug in der Speestraße expandieren. “Das ist kein Sparkonzept”, betonte Krämer-Mandeau, im Vordergrund hätten pädagogische Überlegungen gestanden. Bürgermeisterin und Schuldezernentin Angelika Birk kündigte an, dass der Stadtrat noch in diesem Jahr entscheiden soll, welche der Vorschläge umgesetzt werden. Ein ambitioniertes Vorhaben, denn in einigen Stadtteilen dürften die Proteste nicht lange auf sich warten lassen.

TRIER. “Der Status quo ist nicht zu halten”, schickte Wolf Krämer-Mandeau seiner Präsentation voraus und warnte die Entscheidungsträger, nicht schon “vorsorglich” zu kapitulieren. Einiges an Standvermögen und Überzeugungskraft werden die Mitglieder des Stadtrats und auch der Ortsbeiräte mitbringen müssen, wenn sie – wie geplant – noch im Herbst die Weichen für die längerfristige Entwicklung der Trierer Schullandschaft stellen wollen. Es bringe nichts, das Konzept jetzt noch ein Jahr zu diskutieren, denn “dann ist es kaputt”, gibt der Bonner Experte zu bedenken. Und auch Angelika Birk wollte keine Zweifel daran aufkommen lassen, dass es ihr ernst ist: Von einem “hohen Umsetzungsdruck” sprach die Grüne am Mittwoch, “in diesem Jahr müssen wir das Paket schnüren”. Wenig später erhöhte die Bürgermeisterin noch einmal den Erwartungsdruck: “Wenn die Politik sich nicht schnell entscheidet, dann ist das irgendwann nicht mehr mein Problem”.

Zwar betonte Birk auch, das nun vorliegende Konzept sei lediglich ein Bündel an Maßnahmen, die im Detail erst noch geprüft und in den Gremien beraten werden müssten, doch eine klare Tendenz zeichnet sich ab: Die städtische Schullandschaft würde regelrecht umgepflügt, mehrere Standorte müssten dran glauben. Denn Trier leistet sich nach den Worten Krämer-Mandeaus bislang “unstadtgemäß kleine Grundschulen”. Beispiel “Norden”, der in dem Konzept die eingemeindeten Stadtteile jenseits von Trier-Nord umfasst: Dort würden westlich der Mosel nur noch Biewer und Ehrang als Grundschulstandorte übrig bleiben. Die Grundschule Quint soll in eine Kita umgewandelt, die in Pfalzel komplett aufgegeben werden. Gegen Pfalzel spräche, dass dort erhebliche Investitionen ins Dach notwendig wären. Die Grundschule Ruwer soll erhalten bleiben. Die Realschule plus in Ehrang würde in eine Integrierte Gesamtschule umgewandelt, empfiehlt Krämer-Mandeau und schlägt eine weitere Option vor, die noch zusätzlichen politischen Sprengstoff birgt – die Aufgabe des Friedrich-Spee-Gymnasiums, womit es dann eine sechszügige IGS am Mäusheckerweg gäbe.

Größere Veränderungen wären auch im Süden der Stadt programmiert. Hier könnte die Nelson-Mandela-Realschule plus, die derzeit in zwei Gebäuden untergebracht ist, den Standort in der Kaiserstraße mit der Barbara-Grundschule tauschen. Für die Realschule plus hätte dies den Vorteil, dass in der Speestraße ausreichend Raum zur Verfügung stünde und das Pendeln in die Kaiserstraße überflüssig würde. Im dortigen Gebäude der früheren Robert-Schuman-Realschule kämen nach diesem Konzept jedoch nicht nur die Barbara-Grundschüler unter, sondern auch die der 1,3 Kilometer entfernt gelegenen Egbert-Grundschule. Auf der Kippe stehen zudem die Grundschulen in Kürenz und St. Martin, erhalten blieben nach den Vorstellungen des Bonner Büros Ambrosius und Ausonius. Was das viel diskutierte Raumproblem in Tarforst anbelangt, rät Krämer-Mandeau dazu, dass diese auch langfristig zweizügig bleibt – die nur vorübergehend zu erwartenden Spitzen bei der Schülerentwicklung seien “in Olewig abzufangen”.

Experte: Das ist kein Sparkonzept

In Tarforst werden das einige nicht gerne hören, doch den umfangreichen Untersuchungen Krämer-Mandeaus zufolge mangelt es den städtischen Schulen insgesamt nicht an Raum und Räumen, es hapert vielmehr an der Verteilung der Räumlichkeiten. Es gelte, in die Köpfe und nicht in neuen Beton zu investieren, gab er die Devise aus. Denn auch wenn es sich um “kein Sparkonzept” handele, seien finanzielle Aspekte nicht völlig außer Acht gelassen worden. So taucht die Sanierung und Umwandlung der ehemaligen Geschwister-Scholl-Hauptschule in eine Realschule plus gar nicht mehr auf – sie hätte wohl einen zweistelligen Millionenbetrag gekostet. Geld, das die Stadt nicht hat und dass sie sich leihen müsste. Auch die Tage der Grundschule Reichertsberg scheinen gezählt – in das marode Gebäude noch größere Summen zu investieren, ergebe keinen Sinn. Überhaupt würde eine Umsetzung des Konzepts auch dem südlicheren Teil von Triers Westen große Veränderungen bringen: Die Grundschulen Euren und Zewen könnten künftig als Doppelstandort fungieren oder aber an einem Standort gebündelt werden – mit der Konsequenz, dass in dem Stadtteil, der bei der Grundschule den Kürzeren zöge, die Kitas konzentriert würden.  Reichertsberg und Pallien könnten in die Balduin-Schule umziehen, die dortige Realschule plus würde entfallen.

Es dürfte nicht lange dauern, bis sich in den ersten Stadtteilen und an einigen der betroffenen Schulen Protest formiert. Dass das Konzept so unmittelbar vor den Schulferien präsentiert wurde, wird kein Zufall sein. Birk erklärte, sie habe den Grundschulstandorten vor zwei Jahren bewusst nur eine Bestandsgarantie bis 2015 gegeben. Zugleich stellte sie klar, dass es sich bei dem nun vorgelegten Konzept nicht um eine Verwaltungsvorlage handele. Doch die soll kommen, und das noch in diesem Jahr. Das sei auch der erklärte Wille der Ratsfraktionen und des Oberbürgermeisters. “Sehr ehrgeizig” sei dieser Fahrplan, doch er müsse eingehalten werden, um den Eltern und Kindern recht bald Planungssicherheit zu geben, so Birk. Und Krämer-Mandeau empfiehlt, wo möglich die Schließung von Schulen sukzessive vorzunehmen. Soll heißen: Die Schüler sollen nicht Knall auf Fall an einen anderen Standort wechseln müssen, aber neue erste Klassen würde es an diesen Grundschulen nicht mehr geben.

Print Friendly

von

28 Leserbriefe | RSS-Abo

  1. Peter Moog schreibt:

    Als Bürger für mich völlig unverständlich – eine Stadt, die so arm ist, dass nicht einmal mehr das Notwenigste passiert, arbeitet ein exaktes Schulentwicklungskonzept aus, das perfekt hätte umgesetzt werden können. Es kommt ein neuer Dezernent (hier: Dezernentin – oder wie auch immer) und wischt dieses Konzept mit einem Federstrich vom Tisch.

    Im Anschluss wird dann offensichtlich von einem externen Büro erneut ein Schulentwicklungskonzept ausgearbeitet.

    Mich interessieren hier die völlig überflüssigen Aufwendungen (…in der Stadt, die so arm ist wie eine Kirchenmaus).

  2. Maik Schuster schreibt:

    Holkenbrink wurde damals für die Wahrheit zerrissen und beschimpft, heute nach 5 Jahren, kommt ein externer (kostenpflichtiger) Berater, der die einzig richtige Richtung vorgibt – fünf verlorene Jahre für die Schulkinder und deren Eltern in Trier.
    Bin mal gespannt, wie jetzt die Ortbeiratsgrößen der verschiedenen Gruppierungen zu lamentieren beginnen…

  3. Dominik Heinrich schreibt:

    @Maik Schuster: wir werden nicht lamentieren sondern uns mit der Intention des Schulentwicklungsplanes auseinandersetzen und zu einzelnen Punkten Hinweise sowie Anregungen geben.

    Das was gestern vorgestellt wurde ist ein Konzept mit zahlreichen Vorschlägen, die nun in den städtischen Gremien und in der Öffentlichkeit diskutiert werden muss. Abweichungen zu dem gestern vorgestellten Konzept sind als Diskussionsergebnis durchaus möglich.

    Das Konzept wirbelt die Schullandschaft ziemlich durcheinader. Dass Änderungen erforderlich sind, ist unbestreitbar. Die Öffentlichkeit wird umfassend informiert und eingebunden. Der Zeitrahmen ist vorgegeben. – Das sind wesentliche Unterschiede zum Hinterzimmerverfahren und der verkoksten Vorgehensweise der Stadtverwaltung vor 5 Jahren.

    Dominik Heinrich
    Ortsvorsteher Trier-Mitte/Gartenfeld

  4. Maik Schuster schreibt:

    @ Dominik Heinrich

    Sie kündigen das Lamentieren ja schon an…”wasch mich aber mach´mich nicht nass” funktioniert nicht!
    Und ich bin fast schon sicher, dass natürlich gerade bei den Schulen in ihrem Stadtteil natürlich am besten nichts verändert wird….
    Und wenn nix mehr geht dann kommt wieder und wieder die Hinterzimmerpolitik früher…wer nimmt das noch ernst?

  5. philip trellert schreibt:

    hätte der neoliberalismus nicht so zugeschlagen, wie er es aber nunmal getan hat und die kommunen in deutschland sukzessive ihrer einnahmequellen beraubt ( bild half natürlich fröhlich mit :”steuern runter macht deuschland munter”), zugunsten der reichen und der grosskonzerne, dann müssten wir hier nicht wieder ein beispiel von krassestem kapputtsparen im bereich der bildung beweinen.
    und bei der bundestagswahl nächstes jahr werden CDU/CSU und FDP wieder beteuern, wie wichtig ihnen angeblich die bildung ist.
    und siehe , ich prophezeie : millionen dämel werden genau diese verbrecher doch wieder wählen.
    denn jedes land hat nunmal die regierung, die es verdient.

  6. Stephan Jäger schreibt:

    @philip trellert

    „denn jedes land hat nunmal die regierung, die es verdient.“

    Leider wahr! Jeder der (unter Anderem!) die Umfragewerte „unserer“ Kanzlerin nach dem kläglichen Rohrkrepiern des zweiten von ihr persönlich verschuldeten „Bundespräsidenten“ gesehen hat, wird nichts anderes mehr hoffen können.

  7. Christoph Steil schreibt:

    Sehr geehrter Herr Moog,

    Sie schreiben mir aus der Seele.

    Der Entwicklungsplan lag schon lange vor. Die notwendigen Schritte sind auch dem Dümmsten klar.
    Frau Birk betreibt weiter ihr Spiel:
    Nix tun – unklare Aussagen treffen – Jedem erst einmal alles zusagen – Anderen die Schuld in die Schuhe schieben.
    Hier mal ein selbst erlebtes Beispiel aus einer Ortsbeiratssitzung:

    Frage von Herrn XXXXX:
    “Sehr geehrte Frau Birk, Sie wissen doch wohl mittlerweile selbst, dass einige Grundschulen geschlossen werden müßen, oder ?”
    Antwort von Frau Birk (ziemlich patzig):
    “Ja klar, aber dann teilen Sie dies doch den betroffenen Stadtteilen mit !”

    Unfähig zu sehen, und ebenfalls unfähig zu entscheiden. In einem Unternehmen wäre Frau Birk schon längst entsorgt.
    Nur die Stadt Trier leistet sich so etwas und alle Fraktionen schauen zu (auch Ihre Herr Heinrich).

    Die nächste Kommunalwahl steht ja vor der Tür und ich hoffe, dass die Wähler Zeichen setzen.

  8. Dieter Lintz schreibt:

    Bitte keine Legendenbildung. Das erste Schulentwicklungskonzept wurde innerhalb der Stadtverwaltung unter Einbeziehung eines kompetenten runden Tischs entwickelt. Es war nicht weniger unbequem als das jetzige. Der damalige Schuldezernent hat sich zu keinem Zeitpunkt inhaltlich hinter dieses Konzept gestellt. Keine der im Stadtrat vertretenen Parteien hat sich dafür ausgesprochen. Die CDU hat im Wahlkampf eine Riesen-Showtour durch die Stadtteile veranstaltet und sich überall bestätigen lassen, dass Schulschließungen nicht in Frage kommen. Die Grünen waren sowieso prinzipiell dagegen, und die SPD hat sich nicht getraut, ein derart unpopuläres Thema anzupacken.
    Das erste Konzept war also tot, bevor die jetzige Dezernentin ihr Amt überhaupt angetreten hat. Was immer man sonst von ihrer Arbeit halten mag: ein externes Gutachten war die einzige Chance, die totale Verweigerungshaltung des Rates aufzubrechen.
    @Philipp Trellert: Dass der Neoliberalismus in Deutschland ziemlich gewütet hat, da stimme ich Ihnen durchaus zu. Aber dass in Trier eine pädagogisch vernünftige Schulgröße angestrebt wird, dass Standorte, an denen es kaum mehr Schüler gibt, geschlossen werden, dass keine Schulen vorgehalten werden, die von Eltern und Schülern nicht mehr gewählt werden, hat nicht das Geringste mit “krassem Kaputtsparen bei der Bildung” zu tun. Es muss allerdings gesichert werden – und da ist die Politik am Ball – dass die verbleibende geringere Zahl an Schulen vernünftig ausgestattet wird.

  9. Rüdiger Rauls schreibt:

    “In einem Unternehmen wäre Frau Birk schon längst entsorgt.” Vollkommen richtig, aber nur die halbe Wahrheit. Unternehmen müssen sich nicht dem Wähler zur Wahl stellen, Volksvertreter aber schon und indirekt auch die Köpfe der Verwaltung, die von den Parteien gewählt werden. Und das sind die Grundschritte des Eiertanzes: zwei Schritte vor, einer Zurück. Man muss nämlich dem Bürger, von dem man ja gewählt wurde, erklären, weshalb man nicht die Interessen dessen vertritt, von dem der Volksvertreter gewählt wurde. Dazu gehört schon viel Redegewandtheit, wie Herr Heinrich erkennen lässt. Am besten verstehen das mittlerweile die Grünen, denn sie beziehen den Bürger mit ein in den politischen Akt. Er soll, transpartent infomiert, mitbestimmen über Maßnahmen, die für Herr Heinrich “unbestreitbar” zu sein scheinen. Bei Frau Merkel heißt das “alternativlos”, kommt aber auf dasselbe hinaus. Diesen Vorgang nannte man bisher im Volksmund: “Jemandem das Fell über die Ohren ziehen”. Die ehemals basisdemokratischen Grünen machen daraus eine Alternativdisziplin: wir ziehen Euch das Fell über die Ohren, aber nachhaltig, ganzheitlich, umweltverträglich und unabhängig von sexueller, rassischer und geschlechtlicher Orientierung. Die ehemaligen Friedenskämpfer haben das Kämpfen verlernt und kämpfen jetzt in den wohltemperierten Sitzungsräumen mit Bergen von Anträgen. Aber man kann ihnen keine Vorwürfe machen. Denn die, um die es eigentlich geht, die Eltern, kriegen ja den Arsch auch nicht hoch.

  10. Tanja Wilhelm schreibt:

    So viel zum Thema “ kurze Beine kurze Wege „…..

    Soweit ich mich entsinne haben die Grundschulen eine Bringschuld Ihren
    Schülern gegenüber !!!

    Sind in diesen tollen Vorschlägen auch nur einmal die Kosten der Schulbusbeförderung
    aufgeführt worden??

    Mich würde es mal interessieren was es kostet die Kinder zu Ihren Standorten
    zu bringen …… in maroden Bussen von meist Pensionierten Rentnern .

  11. Heike Orth schreibt:

    Ich verstehe, dass Grundschulen in Trier an Hand von geringeren Schülerzahlen geschlossen werden müssen. Was ich nicht verstehe, sind die Gründe welche Grundschulen es betreffen. Dabei geht es weniger um Schülerzahlen und Auslastung der Grundschulen, vielmehr werden diese Schulen nach Sanierungsstau und Grundstücksverkaufswert beurteilt. Und wie Fr. Wilhelm zurecht angibt, werden die Beförderungskosten der Schüler nicht aufgeführt.

  12. Friedhelm Busche schreibt:

    @Christoph Steil “In einem Unternehmen wäre Frau Birk schon längst entsorgt.” Bei solchen Sätzen kommt es mir hoch! Menschen werden nicht entsorgt, sondern Müll.

  13. Linde Andersen schreibt:

    Man kann Konzepte gut oder weniger gut, ja sogar grottenschlecht finden und

    das gerne sagen –

    ABER

    Was ist das für eine Sprache????

    Menschen zu entsorgen, ist eine Wortwahl, die in keinem Falle angebracht sein

    kann und den Verwender von vorne herein disqualifiziert.

  14. Johannes Verbeek schreibt:

    @ Heike Orth möchte ich mich anschließen: Schon der erste Schulentwicklungsplan sah eine Schließung der Grundschule in Altkürenz vor. Eine Alternative dazu gab es jedoch jederzeit: Frau Birk hatte diese Alternative auf einer Ortsbeiratssitzung in Kürenz vorgestellt. Es hätte nur des Willens bedurft, die Schulgrenzen der Höhenstadtteile ein wenig zugunsten von Altkürenz zu verschieben. Denn genau diese Lösung wird jetzt für die Grundschule in Olewig praktiziert (vgl. TV, 28.06.12). Was aber dort geht, könnte ebenso zwischen der Keune-Schule und Altkürenz funktionieren. Warum dann aber nicht den Weg nach Altkürenz gehen? – Hierauf gibt es eine Antwort, die sich aber weder pädagogisch noch ortsteilpolitisch begründen lässt, sondern nur durch Sparzwänge und durch das jeweilige Prestige der Stadtteile! Negativ auf die Entwicklung von Altkürenz wirkt sich die zunehmende „Verstädterung“ aus, die aufgrund der Nähe zur Innenstadt nicht aufzuhalten ist. Olewig ist dieser Tendenz durch den Bau der dortigen „Umgehungsstraße“ entgangen (- was erneut zeigt, wie wichtig die Umgehung in Kürenz eigentlich ist). Der finanzpolitisch gewollten Alternativlosigkeit werde ich als Ortsbeirat in Kürenz widersprechen. Das Grundstück der Grundschule ist mehrere Millionen Euro wert und für Investoren ein Schnäppchen. Deshalb werde ich auf der nächsten Ortsbeiratssitzung einen Antrag einreichen, der die schon seit Jahren formulierten Bedenken der umliegenden Anwohner in der Soterstraße aufnimmt, ohne dass die Verwaltung je reagiert hätte: Die Stadt Trier soll einen Bebauungsplan für das gesamte Gelände der Grundschule und der gegenüberliegenden Bereiche in der Soterstraße erstellen, damit den Bauspekulanten das Handwerk gelegt wird.

  15. Stephan Jäger schreibt:

    @Johannes Verbeek

    „…damit den Bauspekulanten das Handwerk gelegt wird.“

    Es würde mich nicht besonders wundern, wenn der Bebauungsplan verschleppt wird, weil genau das nicht gewollt ist. Oder – besser gesagt – das Gegenteil gewollt ist.

    The Trier-Way halt.

  16. Christoph Steil schreibt:

    Ich kann gut verstehen, dass einige Leser sich über meine Wortwahl Frau Birk betreffend aufregen. Dies war aber wohl kalkuliert. Im Sprachgebrauch von Frau Birk und ihrer Schulamtsleiterin werden Erstklässler “verschickt”, und das auch noch mit dem Linienbus, und “überschüssige Schüler werden abgeschnitten”. Das ist einen Aufreger wert, denn schliesslich können die Kinder sich kaum selbst zur Wehr setzen, und zudem trifft Sie keine Schuld. Frau Birk kann sich zum einen selbst zur Wehr setzen, und zum anderen trifft hier sehr wohl ein Verschulden vor. Insofern bleibe ich ganz bewusst bei meiner Wortwahl. Nixtuerei und Verbreitung von Unwahrheiten gehört eben bestraft. Ich wehre mich nämlich ganz entschieden dagegen, dass mein Kind als “überschüssiger Schüler abgeschnitten und verschickt” wird.
    Schönes Wochenende

  17. Johannes Verbeek schreibt:

    @ Dieter Lintz: „ [… ] dass keine Schulen vorgehalten werden, die von Eltern und Schülern nicht mehr gewählt werden (!), hat nicht das Geringste mit “krassem Kaputtsparen bei der Bildung” zu tun.“ (16.vor) – Keineswegs! Aber es hat etwas mit einem „neoliberalen Denken“ (sic!) zu tun, das die Schulen insgesamt einer Konkurrenz unterlegt, der sie bildungspolitisch in keinster Weise gerecht werden können. Insofern bestätigt der obige Satz den von anderen und mir angeprangerten Neoliberalismus, statt ihn zu widerlegen. – Es ist schon unerträglich, zu sehen, welchen Druck manche Eltern in Bezug auf die Notenfindung ihrer Kinder (direkt oder indirekt) auszuüben vermeinen, weil sie dem Irrtum erlegen sind, die Schule (ihrer Kinder) wäre ihr eigener Dienstleister! ‚Denn wenn das da nicht so läuft, dann „wähle“ ich eben eine andere, die mir (!) genehmer ist.‘ – Das ist „Schule“ aber nicht, weil Schule einem Gemeinschaftsauftrag von Bildung verpflichtet ist, unabhängig vom jeweiligen (vermeintlichen) Status der Eltern. – Zahlreiche Statistiken belegen, dass die Zahl der Abiturienten und mehr noch der Studienvollender nicht gerade der sozialen Demographie der Bevölkerung in der BRD entsprechen (vgl. immer noch unübertroffen: Christoph Ehmann, Bildungsfinanzierung und soziale Gerechtigkeit, Bielefeld, 2001). Sein Fazit lautete schon damals: Es ist nicht so einfach darzulegen, „warum es einer [gesellschaftlichen] Schicht immer wieder gelingt, ihre vorteilhafte Position auszubauen, und warum es gerade dort so schwer ist, wenn schon nicht ein Bewußtsein von Solidarität, dann doch von gesellschaftlicher Verantwortung zu etablieren“ (ebd., S. 160). Noch schwieriger sei aber die Frage zu beantworten, warum Politiker im vollen Bewußtsein dieser ganzen Antagonismen „dennoch nicht anders Handeln und es ‚so laufen lassen‘“ (ebd.).

  18. Rainer Landele schreibt:

    @christoph steil

    ihre wortwahl ist mir bei dieser angelegenheit ziemlich wurscht. das politische geschäft ist hart, muss man aushalten können. beidseitig dann aber! die behauptung, es sei wohlkalkuliert belegt zu genüge ihre intention…

    mich würde eher interessieren, was sie wirklich so aufbringt gegenüber dezernentin birk. hinter solcher aggression steckt doch persönliche betroffenheit. also, woher kommt sie, was gefällt ihnen nicht? die lächerliche anekdote aus dem ortsbeirat kann es ja nicht sein. sie halten birk für unglaubwürdig? für nicht fähig für ihren job? wieso?

    ich kann ihnen sagen, warum ich das nicht so sehe: weil sie nach so vielen jahren politik immer noch ihren sozialen kompass im inneren hat. betroffenheitspoltik halt und eben nicht aalglatt. haben sie vielleicht nur nicht gemerkt, weil sie betroffen sind oder ein politisches spielchen spielen?

    ich kann ihnen aber auch sagen, was mir an birk nicht so gefällt: zuwenig angriffslust, zuviel harmoniewunsch. typisch grün eben: “gut das wir mal d`rüber geredet haben”. anstatt das politische geschäft als kampfsport zu sehen – so wie sie offensichtlich.

  19. Sven Sturm schreibt:

    Es ist auch genau so zu sehen … Wenn man sich mal die Grundstücke der Schulen anschaut die es betrifft so liegt nunmal der Verdacht sehr nahe dass es schon ein Stück weit darum geht ein bisschen Geld in die leere Stadtkasse zu spülen denn das Grundstück Soterstraße lässt sich garantiert schön unter den Hammer bringen damit irgendein Immobilienmensch dort weiter schöne Wohnklos hinbaut ! (Das Gelände der Egbertschule in der Hettnerstraße im Übrigen auch)

    Meiner Meinung nach ist auch die Zusammenlegung von Keune und Olewig vollkommener Quatsch, wenn man sich aktuell schon das Verkehrschaos am Ende der Olewiger Straße zu den Stoßzeiten anschaut. Und das wird sicherlich nicht besser werden, wenn die Eltern ihre Kinder zu Schule fahren müssen … Oder werden die dann wirklich von Stadtbussen abgeholt !?!

    Und ohne es genau gemessen zu haben liegt die GS Kürenz sicherlich näher an Keune als die GS Olewig. Natürlich müssten auf den Schulhof vielleicht 2-3 Container Platz finden je nachdem wieviele ausgeholfen werden soll… Das sollte ja kein Thema sein, denn der finanzielle Aspekt ist ja angeblich kein Grund für das Ganze … (lächerlich !!)

    Ich sehe eine 4 zügige Grundschule mit welchen Klassengrößen auch immer nicht unbedingt als pädagogisch wertvoll an … Da hat sich die Stadt ein Prestigeobjekt aufs Auge gedrückt und will dies nun unbedingt auch durchziehen … zu welchem Preis auch immer !

  20. Christoph Steil schreibt:

    Sehr geehrter Herr Landele,

    lustig, wie Sie meine Intention interpretieren.

    Nur noch soviel zu Frau Birk und wie schon einmal erwähnt:

    “überschüßige Schüler werden abgeschnitten und verschickt” ist eben doch aalglatt und nicht sozial.
    In diesem Zusammenhang haben wir mit einer Gruppe ein Gespräch mit Frau Birk geführt und ihr dabei unsere Zusammenarbeit und Mithilfe angeboten. In diesem Gespräch im Oktober 2010 haben wir auch vernünftige Vorschläge zur Lösung vorgestellt. Frau Birk hat sich dafür bedankt und uns eine Rückmeldung bis 04/2011 zugesagt. Auf die Antwort von Frau Birk warten wir heute noch.
    ???????????????

  21. Peter Moog schreibt:

    @Friedhelm Busche und Linde Andersen – wie man in den Wald hinein….

    @Dieter Lintz – es gab (wie gesagt) ein sehr gut ausgearbeitetes Konzept, in dem der Ist-Zustand ganz klar wissenschaftlich aufgeárbeitet war, es gab mehrere Optionen, die Zu´kunft zu gestalten – es wäre ein Leichtes gewesen diese Optionen anzugleichen. Nochmal – Frau Birk (kostenbewusst wie sie ist) hätte das Konzept angleichen können und anders als ihre Vorgänger durchstezen können.

    @Rüdiger Rauls – eine Auswahl an “Aufsichtsorganen”, denen der Unternehmer gerecht werden muss…..sonst fliegt er

    n Mitarbeiter
    Bankmitarbeitern
    Staatlichen Aufsichtsorganen
    Sonstigen Geldgebern
    Kunden
    Markt Kosten

    Diese sind gezwungen klar Stellung zu beziehen, da ansonsten nicht der Wähler die Zäsur durchführt, sondern Andere….

  22. Tanja Wilhelm schreibt:

    Also auch wenn ich mich wiederhole wie sieht Frau Birk das mit der Beförderung der Grundschulkinder?
    Denn so wie es aussieht haben die Kürenzer Kinder das Pech unter diesen zwei Kilometern zu liegen,um in Umgebaute Grundschule nach Ambrosius zu kommen.
    „Auszug Schülerbeförderungskosten „
    Grundsätzlich haben alle Schülerinnen und Schüler, die Schulen im Gebiet des Schulträgers besuchen, einen Anspruch auf Schülerbeförderung, wenn der Schulweg ohne Benutzung eines Verkehrsmittels nicht zumutbar ist. Dies ist dann der Fall, wenn der Schulweg besonders gefährlich ist oder der Fußweg zwischen Wohnung und Grundschule länger als 2 Kilometer ist.
    Eltern die nicht die Möglichkeit haben ihre Kinder mit dem Auto zu bringen, müssen die jeden Morgen 1,5 Kilometer zu Fuß laufen?
    „ Ach ja Bewegung schadet ja nichts, und frische Luft tut ja bekanntlich gut „
    Man bedenke auch so ein Ranzen kann unter Umständen recht schwer sein, muss ich als Mutter zweier Grundschulpflichtiger Kinder dann zwei Ranzen tragen, um sicher zu gehen das meine Kinder keine Haltungsschäden bekommen?
    Oder haben wir das Glück das der Schulweg besonders gefährlich ist? Aber ab wann ist ein Schulweg besonders gefährlich? Ist für mich als Erwachsener der Weg Ok?? Aber ein Kind empfindet den Weg wegen der Vielen Autos als gefährlich? Wer entscheidet das?
    Entlastet es unsere Umwelt wenn 80 Kinder mit dem Auto gebracht werden?Sind wir alle nur verwöhn und erziehen unsere Kinder zu nicht selbständigen Wesen weil wir nicht wollen das sie alleine zu Fuß den Weg in die Grundschule bestreiten mit 6 Jahren??
    Nein den jetzt kann ich mein Kind den Weg in die Grundschule Kürenz alleine bestreiten lassen und geben ihm damit die Möglichkeit sich zu entwickeln und eigenständig zu werden.

  23. Maik Schuster schreibt:

    @ Tanja Wilhelm
    …ja ja, jeder findet gute Gründe, dass gerade die Schule der eigenen Kinder keinerlei Veränderungen unterliegen soll…
    Und wo liegt der Haken, wenn gerade wertvolle Grundstücke seitens der Stadt verkauft werden? Irgendwo muss das Geld ja herkommen, um die übrigen Standorte ausbauen und erhalten zu können.
    Sankt Florian lässt grüßen…

  24. Tanja Wilhelm schreibt:

    @ Maik Schuster

    Leider Trift es jedes Kind dessen Stadtteilschule geschlossen wird, denn alle Kinder werden weitere Wege haben.

    Und diese Kosten würden mich mal interessieren fals3 die Kinder befördert werden!!!

  25. Sven Sturm schreibt:

    @maik schuster … ja jeder findet diese gründe da gebe ich dir recht denn auch ich werde diese gründe finden du hast wohl keine kinder im grundschulpflichtigen alter oder bist nicht direkt betroffen da kann man ja schön kommentare ablassen ! wir sind jedenfalls direkt davon betroffen und um es klar zu sagen die art und weise schmeckt uns ALLEN (und das sind schon noch ein paar mehr als die die hier schreiben) nicht !

    auch muss ich frau wilhelm ein wenig widersprechen denn der schulweg von kürenz ist keinesfalls ungefährlich weder für kinder noch für erwachsene wenn man bedenkt dass in der schönbornstrasse noch nicht einmal ein bürgersteig vorhanden ist … !

    um es genauer zu sagen fehlen mir eher gesagt die gründe warum es diese veränderungen geben soll !! warum auf einmal wenn nicht sparen der grund ist … aus pädagogischer sicht sehe ich die vergrösserungen von klassen und schulen nicht wirklich hilfreich !!

    weder für personal noch für die kinder ! also wozu das ganze !? es gab auch gute gründe warum das bereits präsentierter und nun von frau birk viel zu teuer aufgewärmte konzept damals schon nicht durch ging !

    man wartet also ein zeitchen, gibt geld aus und präsentiert das gleiche dann nochmal und dann passt es auf einmal !?!?!

  26. Stephan Jäger schreibt:

    @Sven Sturm

    Sätze werden im Deutschen normalerweise mit einem Punkt ohne Strich drüber beendet. Und da reicht einer, solange man überall einen hin macht, wo einer hingehört.

    Lernt man normalerweise in der Grundschule…so zu schreiben, dass das Lesen für die Leute, denen man etwas mitteilen will, keine Zumutung ist. Aber so manche Intepunktion ist schon eher sowas wie ein Psychogramm.

  27. N. Gunkel schreibt:

    Hat bei dem ganzen Hin und Her schon mal jemand an die Kinder gedacht, die ihr gewohntes Umfeld verlassen sollen und dann evtl. auch noch einen weiteren, schwierigeren Schulweg bewältigen sollen—Grundschüler — ich finds echt ….

  28. Stefan Meier schreibt:

    Gerüchten zu Folge, soll es bereits auf dem Land Schulwege geben, die durchaus auch 2 Kilometer ohne Bus zu bewältigen sind…….

Schreiben Sie einen Leserbrief

Angabe Ihres tatsächlichen Namens erforderlich, sonst wird der Beitrag nicht veröffentlicht!

Bitte beachten Sie unsere Kommentarrichtlinien!

Noch Zeichen.

Bitte erst die Rechenaufgabe lösen! * Time limit is exhausted. Please reload the CAPTCHA.

Unterstützen

In Evernote merken