Musikalische Extraklasse

LUXEMBURG/TRIER. Der in Luxemburg lebende Bariton David John Pike, der vielen Musikfreunden auch in Trier – zuletzt aus der “Messias”-Aufführung Anfang Dezember in der Basilika – ein Begriff ist, hat seine erste CD veröffentlicht.

Der britisch-kanadische Sänger präsentiert darauf Kunstlieder englischer Komponisten des 20. Jahrhunderts. Begleitet wird er von der Luxemburger Musikprofessorin Isabelle Trüb

Ein hierzulande fast unbekanntes, reizvolles Repertoire, ein Bariton mit markiger, doch warm gerundeter, nie harter Tongebung, eine Klavierbegleiterin, die perfekt mitzieht, temperamentvolles Musizieren, dazu ein persönliches Geleitwort des Sängers, der erst im Zweitberuf den Schritt ins Sängerleben wagte, und ein ebenso informativer Überblick über die eingespielten englischen Komponisten: Großmeister Ralph Vaughan Williams, sein mehr in deutscher Tradition komponierender Zeitgenosse Roger Quilter, dann der vielseitige Vertreter der Schülergeneration Gerald Finzi – das ist ein Plädoyer musikalischer Extraklasse und für David John Pike ein exquisites CD-Debüt.

Am meisten beeindrucken vielleicht die Frische und Lebendigkeit der Interpretationen, die vergessen machen, dass es sich um Studioproduktionen handelt. Musik, die, auf dem Hintergrund genauen Wissens und mit der Perfektion des Studios, aus dem Moment heraus geboren erscheint, mit einem Schuss Zufall und sogar Lizenz zum gelegentlichen Übertreiben (bei einigen vielleicht noch zu abrupten dynamischen Rücknahmen, bei ein oder zwei vielleicht noch zu auffällig abgedunkelten Piani).

Naturwüchsigkeit, programmatisches Engagement und intelligent integrierte Kenntnis um Stil (neben einer mustergültigen Präsentation des British English mit einem Plädoyer für das förderliche Zungen-R) erweisen sich als Signum des noch jungen Baritons, von dem wir auch in Trier sicher noch etliches hören werden.

Whither must I wander? English Songs by Ralph Vaughan Williams, Gerald Finzi, Roger Quilter. David John Pike, Bariton, Isabelle Trüb, Klavier. Signum classics SIGCD 314.

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