Kandidat für Theater-Intendanz

TRIER. Die Stadt hat einen Kandidaten für den freiwerdenden Posten des Theater-Intendanten gefunden. Karl M. Sibelius vom “Theater an der Rott” im niederbayerischen Eggenfelden könnte im Sommer 2015 die Nachfolge von Gerhard Weber antreten.

Karl Sibelius soll neuer Intendant am Trierer Theater werden. Foto: privatDie Findungskommission unter der Leitung des Kulturdezernenten Thomas Egger hat sich dafür ausgesprochen, dass Sibelius zur übernächsten Spielzeit Intendant des Trierer Theaters werden soll. 72 Bewerber gab es, am Ende kamen drei in die engere Auswahl. Das Rennen machte schließlich der gebürtige Bregenzer. Wie das städtische Presseamt auf Nachfrage von 16vor mitteilt, wird an diesem Mittwoch der Beschluss in nichtöffentlicher Sitzung des Kulturausschusses besprochen, dann nimmt sich der Steuerungsausschuss der Personalie an und schließlich soll am 3. April im Stadtrat eine Entscheidung getroffen werden

Karl M. Sibelius studierte in Klagenfurt Schauspiel, Musical und Sologesang in Wien. Viele Jahre lang war er als Schauspieler und Sänger Ensemblemitglied am Landestheater Linz. Dazwischen gastierte er unter anderem am Volkstheater Wien, am Wiener Schauspielhaus, dem Theater in der Josefstadt, bei den Wiener Festwochen, am Volkstheater München, am Staatstheater Kassel und bei den Bregenzer Festspielen. Regie führte der 44-Jährige unter anderem in Beethovens “Fidelio”, er inszenierte viele Operetten und Musicals, aber auch eigene Shows.

Schon in der ersten Spielzeit am Theater an der Rott 2012 konnte der Sozialwissenschafter und Absolvent des renommierten Kulturmanagements Instituts der Universität Zürich, das Landkreistheater so positionieren, dass das Haus mit dem Jurypreis der Bayerischen Theaterage für seine Theaterarbeit ausgezeichnet wurde und zum Überraschungssieger bei der Autorenumfrage der Fachzeitschrift Die Deutsche Bühne in der Sparte “bemerkenwertes Theater abseits der Zentren” gekürt wurde.

Mit Sibelius, der vor Vertragsabschluss keine Auskünfte geben möchte, bekäme das Theater den von der Stadt gewünschten Kulturmanager. Schon 2012, als er in Eggenfelden Intendant wurde, sagte er in einem Interview mit dem Portal “Kunst und Wirtschaft“: “Ich werde künstlerischer und kaufmännischer Leiter des Theaters sein. Und mein Ehrgeiz ist, dass es ein großartiges Theater wird, eines von dem man spricht. Ich glaube, dass wir uns nicht nur durch die Stückauswahl von den anderen absetzen werden, sondern weil mein Team und ich uns zumindest auch den Kopf darüber zerbrechen, wie man Kunst und Ökonomie auf einen gemeinsamen Nenner bringen kann.”

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2 Leserbriefe | RSS-Abo

  1. sina grohs-weber schreibt:

    das ist eine tolle Nachricht.

  2. Rainer Landele schreibt:

    hört sich gut an, diese wahl.

    was mich als theater- und kunstdilettanten ein wenig zum nachdenken bringt: wäre es nicht sinnvoll, wenn die intendanten länger dabei blieben? so ab zehn jahre aufwärts?

    klar, umso besser der künstler, umsoweniger ist trier das endziel der eigenen karriereträume. aber vielleicht kann man fehlendes geld und fehlende skill-points durch soziale faktoren ersetzen: kostenlosen viez in jede kneipe und kostenloses wohnen im amphietheater für den theater chef. gibt es in keiner großstadt :-)

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