“Nicht mit ‘Basta’ regieren!”

TRIER. In einem festlichen Gottesdienst in der Konstantin-Basilika in Trier ist Dr. Jörg Weber vom Präses der rheinischen Kirche Manfred Rekowski als neuer Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises Trier eingeführt worden.

Neben Weber wurden auch Pfarrer Thomas Luxa als Assessor, Pfarrerin Maren Vanessa Kluge als Skriba sowie Frank Meckelburg als 1. und Johann Peter Winter als 2. stellvertretender Skriba eingeführt.

einfuehrung-weber-ekkt-deWeber betonte in seiner Predigt, wie wichtig Begegnung und Beziehung für die erfolgreiche Arbeit der Kirche seien: “Kirche funktioniert nur in Gemeinschaft. Im gegenseitigen Wahrnehmen, an die Hand nehmen, in gegenseitigen Beziehungen. Und deshalb kommt es darauf an, dass wir gemeinsam den klaren Blick auch für unscharfe Dinge suchen. Wir brauchen uns gegenseitig. Auch in allen Perspektiven der Leitungsverantwortung.” Denn nur auf diese Weise geschehe Kirche im Sinne Jesu, so der neue Superintendent weiter.

Die Aufgaben seines neuen Amtes beschrieb Weber dann auch entsprechend: “Ich sehe es als eine meiner wichtigsten Aufgaben an, ein offenes Ohr und Zeit zu haben: Für die Pfarrerinnen und Pfarrer, für unsere Mitarbeitenden, für die Presbyterien und natürlich auch für die ökumenische Weite und für unsere Gesellschaft.” Es gelte, diese Beziehungen zu pflegen. “Natürlich müssen wir unsere Hausaufgaben machen wie andere auch”, betonte Weber. Aber das, worauf es ankomme sei etwas anderes: “Miteinander den Weg suchen, den Blick schärfen und Lösungen suchen für das, was uns in Kirche und Gesellschaft und auch persönlich beschäftigt.”

“Die Männer und Frauen, die in der Leitung dieser Kirche mitarbeiten, verdienen unserer Unterstützung und unser Gebet”, betonte Manfred Rekowski, der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland. In Blick auf Spardiskussionen und Strukturänderungen, denen sich die evangelische Kirche zu stellen habe, betonte er jedoch auch: “Prognosen und Trends sind für uns nicht allein maßgeblich. Zahlen, Bilanzen und Prognosen beantworten die wichtigen Fragen nicht, aber sie helfen, die wichtigen Fragen zu stellen.” Der gemeinsame Auftrag sei es vielmehr, die gute Botschaft zu den Menschen und die Menschen zu der Botschaft Gottes zu bringen, so der leitende Theologe der rheinischen Kirche weiter.

“In der evangelischen Kirche lässt sich nicht mit dem Prinzip „Basta“ regieren”, so der Präses, vielmehr gelänge Leitung nur durch Wahrnehmen und Hinhören. Und für das Wahrnehmen dieser Aufgaben brauche es Menschen, welche die Aufgaben nicht unter- und sich selbst nicht überschätzten, so der Präses weiter. Das sei eine besondere Leitungsqualifikation, verdeutlichte Rekowski und fasste es abschließend zusammen:”Es braucht eine hierarchieübergreifende Lerngemeinschaft.”

Die Kreissynode des Evangelischen Kirchenkreises Trier wählte auf ihrer Tagung am 25. Mai im Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium in Schweich den bisherigen Synodalassessor Dr. Jörg Weber zum leitenden Geistlichen des Evangelischen Kirchenkreises Trier. Die Nachwahl wurde notwendig, da die Landessynode der Evangelischen Kirche im Rheinland den ehemaligen Superintendenten des Kirchenkreises Trier, Christoph Pistorius, im Januar diesen Jahres zum Personal-Chef der rheinischen Kirche gewählt hat.

Dr. Jörg Weber, geboren 1965 in Bad Sobernheim, seit August 2003 Pfarrer für Öffentlichkeitsarbeit im Evangelischen Kirchenkreis Trier; seit September 2004 stellvertretender Superintendent; seit 1. März 2012 Leiter des neu gegründeten Referat für Bildung, Kommunikation und Medien des Kirchenkreises Trier, welches die Fachbereiche Schulreferat, Jugendreferat und Öffentlichkeitsreferat bündelt.

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