Online-Umfrage zur Westtrasse

TRIER. In der Diskussion über die Preise im Trierer Nahverkehr üben die Grünen nun Kritik an CDU und Stadt. Derweil hat eine Projektgruppe des Fachs Politikwissenschaft an der Uni Trier unter Leitung von Professor Wolfgang H. Lorig eine Online-Umfrage zum Projekt Reaktivierung der Westtrasse gestartet.

Was Lorig von dem Vorhaben hält, ist einem von ihm verfassten Leserbrief zu entnehmen, der dieser Tage in der Lokalzeitung erschien: “Wie kann man über ein Großprojekt entscheiden, obwohl offensichtlich noch immer keine transparente, belastbare Kostenkalkulation (Investitions- und Betriebskosten) vorliegt? Warum werden die kritisch-konstruktiven Kommentare der Trierer Wirtschaftskammern zur fragwürdigen Rentabilität und zu möglichen Alternativen nicht ergebnisoffen diskutiert? Wie belastbar sind die verbreiteten Nutzerzahlen für die neue Bahnstrecke? Warum wurde keine frühzeitige Bürgerbeteiligung “auf Augenhöhe” durchgeführt? Warum wird keine Diskussion über notwendige aktive Lärmschutzmaßnahmen in bereits vom Autoverkehr erheblich belasteten Stadtteilen geführt? Es muss doch alle Beteiligten nachdenklich machen, wenn ohne eine umfassende, transparente Kosten-Nutzen-Analyse und ohne eine solide Bürgerbeteiligung über Steuermittel in mehrfacher Millionenhöhe bei dauerhaft leeren Kassen in Land und Stadt entschieden wird. Auch nach Stuttgart 21 scheint die Forderung von Heiner Geißler noch nicht überall angekommen zu sein: ‘Wir brauchen totale Transparenz!'”

Auch im Aufruf zur Online-Umfrage heißt es: Spätestens seit der Schlichtung zu “Stuttgart 21″ unter Leitung von Dr. Heiner Geißler müsse “bekannt sein, dass derartige Infrastrukturprojekte nur unter sorgfältiger Beachtung von Kosten-Nutzen-Kalkulationen und von Akzeptanzgesichtspunkten zu planen und umzusetzen sind. Dabei stellt sich neben einer transparenten, soliden Finanzierung in gleichem Maße die Frage, zu welchem Zeitpunkt, in welcher Form und mit welcher Intension und Reichweite die betroffenen Bürger, die organisierten Interessen vor Ort sowie die sonstigen Träger öffentlicher Belange (z.B. Handwerkskammer, Industrie- und Handelskammer, Einzelhandelsverband) in die Entscheidungs- und Umsetzungsprozesse einzubinden sind”. In der Umfrage finden sich denn auch ein paar Fragen, deren Tendenz unschwer herauszulesen ist: “Sind Sie über die Ergebnisse des im Auftrag der Landesregierung erstellten Gutachtens zu diesem Großprojekt Westtrasse informiert worden?”etwa, oder: “Haben Sie Kenntnisse über die dauerhaft zu erwartenden Subventionen durch Steuermittel für den Betrieb der neuen ÖPNV-Schienenstrecke?” Auch will Lorigs Team wissen: “Erwarten Sie, dass durch die Reaktivierung der westlichen Schienentrasse die Bedeutung des Hauptbahnhofes Trier für den ÖPNV in der Region abnehmen wird?”

Zu diesen Aspekten erhebe man nun Daten, um “abzuklären, ob und wie ein gutes Partizipationsmanagement praktiziert und die Transparenz der Finanzierung dieses kostenintensiven Infrastrukturprojekts geleistet werden kann”, teilt die Universität mit. Mittels einer “kleinen, stichprobenartigen Bürgerbefragung, begleitenden Experteninterviews mit Interessenvertretern aus Trier und einer nun anstehenden Online-Befragung werden entsprechende Daten zu diesem öffentlichen Großprojekt erhoben”. Die Vorstudie solle schwerpunktmäßig den “Kenntnisstand der Bürger zum Großprojekt Westtrasse sowie zu den praktizierten Informations- und Beteiligungsangeboten erheben”.

Unterdessen hält die kommunalpolitische Diskussion über das Thema Westtrasse und Tarife im Nahverkehr an. “Schade, dass man die CDU nicht beim Wort nehmen kann”, kommentierte Grünen-Fraktionschefin Anja Reinermann-Matatko nun einen Eintrag des verkehrspolitischen Sprechers der christdemokratischen Ratsfraktion, Thomas Albrecht. Albrecht hatte erklärt, dass man die Forderung von CDU-Spitzenkandidat Dr. Ulrich Dempfle, die Preise für Bustickets auf 1 Euro zu senken, “nicht wörtlich” nehmen müsse (wir berichteten).  Sogleich nimmt die Grüne für ihre Partei in Anspruch, erreicht zu haben, “dass das Land die Kosten für die Westtrassen-Haltepunkte übernimmt”. Reinermann-Matatko weiter: “Nun wäre es wirklich an der Zeit gewesen, dass auch die Stadt ihre Hausaufgaben macht. Aber wer Geld für die Verbreiterung der Bitburger Straße ausgibt und für die Planung des Verkehrsmonsters Moselaufstieg, hat natürlich in Zeiten knapper Kassen nichts mehr übrig für die Finanzierung des ÖPNV”.

Ihre Parteifreundin, die Bundestagsabgeordnete Corinna Rüffer, sieht indes auch die Bahn und den Bund in der Verpflichtung: “Die Bahn muss jetzt, eine optimierte Schienenanbindung zwischen der Haupt- und der Westtrasse bauen, damit die Bahn auch für die innerstädtischen Wege, die über die Mosel führen, zum Verkehrsmittel Nummer 1 werden kann. In diesem Jahr werden in Berlin auch die Regionalisierungsmittel neu verhandelt. Diese Mittel zum Ausbau des ÖPNV müssen durch die Bundesregierung deutlich aufgestockt werden”.

Den Online-Fragebogen zum Projekt Westtrasse finden Sie hier. 

Weitere Artikel zum Thema: Widerstand entlang der Westtrasse und Meinung: Das große Ganze sehen!

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20 Leserbriefe | RSS-Abo

  1. Thomas Lenz schreibt:

    Die Fragen sind sehr normativ, es werden fast keine unabhängigen Variablen abgefragt (Alter, Geschlecht etc.) und komplexere Fragestellungen wurden auch nicht in einfache, konkrete Fragen runtergebrochen. Mal ganz abgesehen davon, dass eine Online-Befragung bei so einem Thema nur sinnvoll ist, wenn man eine halbwegs genaue Vorstellung von der Grundgesamtheit hat, die man da gerade befragt. Eine Telefonumfrage mit einem weniger normativen Fragebogen wäre sicher sinnvoller und würde auch interessantere (weil validere) Ergebnisse bringen.

  2. A. Zender schreibt:

    Das könnte auch eine ADAC-Umfrage sein…

  3. Raimund Scholzen schreibt:

    Lieber Herr Prof. Lorig! Mit dem selben Fragebogen können Sie doch auch die Bürger/innen zum Moselaufstieg und zur Meulenwaldautobahn befragen oder zu sonstigen Straßenbauprojekten befragen. Meinen Sie, das würde ein “belastbareres Ergebnis” bringen als Ihre Befragung zur Reaktivierung der Weststrecke für den Personenverkehr?

  4. Rainer Lehnart SPD Ratsmitglied schreibt:

    Ich kann Thomas Lenz und A.Zender nur zustimmen! Von einer qualitativen und objektiven Umfrage weit entfernt, hätte von der Uni mehr erwartet.
    So alternativlos und undifferenziert wie die Fragen gestellt sind, kommt der Verdacht der Stimmungsmache gegen die Regionalbahn auf, was insgesamt der gesamten ÖPNV Akzeptanz nur schadet.
    Welche Motivation da wohl dahinter steckt ???

  5. Stephan Jäger schreibt:

    „Warum wird keine Diskussion über notwendige aktive Lärmschutzmaßnahmen in bereits vom Autoverkehr erheblich belasteten Stadtteilen geführt?“

    Möglicherweise ist die Reaktivierung der Westtrasse ja eine „aktive Lärmschutzmaßnahme in bereits vom Autoverkehr erheblich belasteten Stadtteilen“. Eine Weitere könnte die Angleichung der Benzinpreise in bestimmten grenznahen Bereichen innerhalb der EU sein.

    Über die „Qualität“ der Umfrage ist ja bereits gesagt, was zu sagen ist. Herr Prof. Lorig sollte möglicherweise eher vorsichtig mit der Verwendung des Begriffs „ergebnisoffen“ umgehen.

  6. Manfred Maximini schreibt:

    Ich verstehe die Argumentation von Raimund Scholzen und Rainer Lehnart nicht. Sozialdemokraten fordern in ihren Wahlprogrammen stets eine bestmöglich Bürgerbeteiligung, dies gilt scheinbar nur solange, wie es in ihren Kram passt. Herr Lorig hat Recht wenn er auf das Fehlen einer umfassenden, transparenten Kosten – Nutzen – Analyse und einer soliden Bürgerbeteiligung hinweist. Im Grunde wäre es richtig, wenn solche Infrastrukturprojekte nur unter sorgfältiger Beachtung von Kosten-Nutzen-Kalkulationen und von Akzeptanzgesichtspunkten geplant und umgesetzt würden. Wo vor hat die SPD Angst? Glaubt man es kommt bei den fünf vorgesehenen Haltepunkte zu einem Fiasko wie bei den Regionalhaltepunkten. Ich halte es für grob fahrlässig, wenn angesichts der katastrophalen städtischen Finanzlage bereits ein Grundsatzbeschluss gefasst werden soll, bevor die Kosten für den Ausbau der Außengelände verbindlich geklärt sind. Ich habe auch noch keine Stellungnahme der SPD zu der Gefahr gehört, dass es zu einer Verlagerung des Güterverkehrs von der Rheinstrecke auf die Westtasse kommt. Dies führt zu einer vermehrten Lärmbelästigung für die Anwohner. In Wirklichkeit ist die Reaktivierung ein Prestigeobjekt für die Landesregierung und ich gebe die Frage an Rainer Lehnart weiter, welche Motivation wohl dahinter steckt, dass die Trierer SPD ohne Bürgereinbindung die Maßnahme durchboxen will.

  7. Stephan Jäger schreibt:

    @Manfred Maximini

    „In Wirklichkeit ist die Reaktivierung ein Prestigeobjekt für die Landesregierung“

    Na endlich! der Ritteschlag für die Westtrasse durch Triers Freie Wähler!
    Nachdem in der Rathauszeitung bereits erfolgt, war er doch auch hier mehr als überfällig!

    Größere objektive Anerkennung als das „Prädikat“ „Ideologisches Prestigeobjekt“ (oder wahlweise „Prestigeobjekt für die Landesregierung“), verliehen von jenem Verein, dessen verkehrspolitische „Vision“ sich in den über 20 Jahren seines Bestehens stets vollständig in dem einfachen Satz

    „Straßen für die Welt, Umgehungsstraßen für mich!

    zusammenfassen ließ, kann einem jeden halbwegs in die Zeit passenden Verkehrsprojekt im Vorfeld der Realisierung wahrlich nicht zuteil werden.

  8. Horst Haller schreibt:

    Ach Herr Maximini…. wollen Sie nicht endloich mal die ollen Fehden beenden, Eigentlich dachte man mit Ihrem Wechsel ins politische Altenteil…. nun ja scheint ja nicht so…

    Ich versteh die ganze Aufregung um die Lärmbelästigung nicht. Die Bahnstrecke existiert schon Ewigkeiten und war auch nicht ausser Betrieb. Nur eben nicht so frequentiert. Alle wussten von deren Existenz und auch von der Möglichkeit der Reaktivierung.
    Da gibt es nix, aber auch gar nix zu protestieren

  9. Michael Müller schreibt:

    hier osoll ein Projekt durchgeboxt werden.
    koste es was es wolle
    der Stadtrat soll ignorieren, dass der damalige Baudezernent 2006 empfohlen hat, dieses Projekt zurückzustellen, weil die Westtrasse für den Personenverkehr nicht wirtschaftlich zu betreiben ist.
    Jetzt auf einmal soll eine Machbarkeitsstudie belegen, dass alles ganz anders ist.
    Kostentransparenz: null Informationen bislang.
    Wie soll der Stadtrat entscheiden, wenn die Kosten die auf die Stadt zukommen, nicht offengelegt werden.

  10. Manfred Maximini schreibt:

    Herr Haller es hat nichts mit ” allen Fehden” zu tun, wenn ich mich als Trierer Bürger mit stadttrierischen Themen auseinandersetze. Ich lasse mich auch von Ihnen nicht verbiegen. Fakt ist doch, dass die Rheinstrecke entlastet werden und ein Teil des Güterverkehrs auf die Westtrasse umgeleitet werden soll. Das erzeugt zusätzlichen Lärm und Belastungen für die Anwohner. Dagegen sollten sich eigentlich alle zu Wehr setzen,
    unabhängig welcher Partei man angehört. Wem unsere Stadt am Herzen liegt, sollte bevor ein Grundsatzbeschluss gefasst wird, sich dafür stark machen, dass die Verwaltung eine Kosten-Nutzen-Analyse anfertigt. Man sollte sich nicht davon blenden lassen , dass es bei der Reaktivierung n u r um die Verbesserung des Personennahverkehrs geht. Es darf nicht erst gehandelt werden, wenn das Kind im Brunnen liegt. Politisches Altenteil heißt nicht, sich aus der Kommunalpolitik herauszuhalten. Auch im politischen Ruhestand mische ich gerne mit, ob Ihnen das gefällt oder nicht.

  11. Dirk Schwänzl schreibt:

    >Fakt ist doch, dass die Rheinstrecke entlastet werden und ein Teil des >Güterverkehrs auf die Westtrasse umgeleitet werden soll. Das erzeugt zusätzlichen >Lärm und Belastungen für die Anwohner.

    Kann mir mal bitte Jemand ohne lokalpolitische Panikmache erklären, was die “Reaktivierung” der Westtrasse für den ÖPNV (Güterverkehr gibt es ja ohnehin schon) mit irgendwelcher Güterverkehrverlagerung von der Rheinschiene zu tun hat? Mir erschließt sich das nämlich überhaupt nicht.

    Und zu der Steigerung des Lärms an der Strecke … natürlich wird es lauter, wenn mehr Verkehr ist. Aber da sollten sich die Leute mal einen typischen modernen Nahverkehrstriebwagen anhören, wenn er vorbei fährt. Da ist manches Auto lauter.
    Und wenn ich an eine aktive Bahnlinie ziehe/baue, darf ich mich nicht beschweren, wenn es Züge gibt.

  12. G. George schreibt:

    @Manfred Maximini:

    Wo steht denn bitte geschrieben, dass es “Fakt ist, dass die Rheinstrecke entlastet werden und ein Teil des Güterverkehrs auf die Westtrasse umgeleitet werden soll”???

    Zum einen ist die Eifelstrecke teilweise nur eingleisig, was deren Kapazitäten stark einschränkt. Noch dazu fehlt die Elektrifizierung, was einen wirtschaftlichen Betrieb in heutigen Zeiten schon einmal in Frage stellt. Mehr noch: Aufgrund der Topographie der Strecke müsste wahrscheinlich bei Blankenheim immer “nachgeschoben” werden, was wiederum die Wirtschaftlichkeit in Frage stellt.

    Zum anderen:
    Sollte die Rheintrasse entlastet werden, dann doch sicherlich nicht mit einem derart langen Umweg via Trier, Saarbrücken und Kaiserslautern! –> WIrtschaftlichkeit?!
    Und wer sagt denn, dass der Güterverkehr über die Westtrasse geführt wird und nicht gleich über den Hauptbahnhof? Kennen Sie hierzu die (Achs-)Lasten, die die Konzer Brücke aushalten darf?

    Fragen über Fragen, und Sie stellen hier populistische Äußerungen als “Fakt” dar.
    Dagegen sollten sich eigentlich alle zu Wehr setzen!

  13. Christiane Probst schreibt:

    @ Dirk Schwänzl und G. George:
    Auf der Internetseite des Rheinland-Pfälzischen Ministeriums des Innern, für Sport und Infrastruktur unter “Verkehr”, Aufstellung des Bundesverkehrswegeplanes 2015 -Projektanmeldungen für den Bereich Schiene in Rheinland-Pfalz- können Sie unter Punkt 4 nachlesen:
    Ertüchtigung der Eifelstrecke Köln – Trier zur Entlastung des Mittelrheintales für den Güterverkehr (s. Anhang)
    Dies hatte bereits im vergangenen Jahr zu Bedenken hinsichtlich der vermehrten Lärmbelästigung in den Orten entlang der Eifelstrecke geführt.
    Man spricht von 70 und mehr Transportfahrten pro Tag, die über die Eifelstrecke von Köln nach Trier geführt werden sollen.

    Christiane Probst
    Fraktionsvorsitzende FWG Trier e.V.

    http://isim.rlp.de/fileadmin/ism/downloads/Verkehr/Bundesverkehrswegeplan/Liste_Bundesschienenwegen.pdf

  14. Johannes Mirbach schreibt:

    @Manfred Maximini:
    Natürlich ist Bürgerbeteiligung notwendig. Aber Herrn Lorigs Umfrage trägt durchaus suggestive Züge. Befürworten nicht eher Sie nur eine Bürgerbeteiligung, die Ihnen in den Kram passt?
    Man darf nicht bloß nach Subventionen fragen, sondern muss auch die angestrebten Entlastungen einbeziehen. Wer schon oft Ewigkeiten im Stau gesteckt hat, z. B. auf der Bonner Straße, egal ob mit dem Pkw oder mit dem Bus, der kann vom Projekt der Wiederbelebung der Westtrasse für den Personenverkehr nur Entspannung erwarten. Errechnen Sie oder Herr Lorig doch mal den volkswirtschaftlichen Schaden, den diese Staus verursachen! Und wie viele Schüler des Mäusheckerwegs, wie viele Arbeitnehmer des Industriegebiets Euren/Zewen kämen mit einer Regionalbahn viel einfacher ans Ziel und bräuchten kein Auto mehr!
    Es ist davon auszugehen, dass die Strecke von modernen Leichttriebwagen befahren wird, die recht leise sind. Haben Sie jemals die Lärmbelastung durch Autos gemessen?
    Die Behauptung, die Regionalbahn würde dem Güterverkehr Tür und Tor öffnen, ist Augenwischerei, denn für den Güterverkehr ist die Strecke längst aktiv. Eher wird der Personalverkehr die Möglichkeiten des Güterverkehrs begrenzen, da er regelmäßig Zeitfenster besetzt, in denen dann kein Güterzug fahren kann. Und die Unwirtschaftlichkeit des Güterverkehrs über die Eifelstrecke in ihrem jetzigen Zustand wurde schon ausgiebig besprochen.
    Kommen Sie doch herunter von Ihrer Kirchturmpolitik!

  15. Christiane Probst schreibt:

    @ Johannes Mirbach
    Anscheinend haben sich unsere Leserbriefe “überschnitten” – ich denke, mit der Aussage des Ministeriums sind Ihre Aussagen “ad acta” gelegt.
    Kirchturmpolitik sieht anders aus, wenn die Landesregierung dies selbst so vorsieht.
    Auch sollte die Ausweitung des Logistikzentrums L-Bettembourg und die Vernetzung mit dem GVZ Trierer Hafen berücksichtigt werden. Hierdurch könnten erheblich mehr als die o.g. 70 Transporte pro Tag entlang der reaktivierten Westtrasse befördert werden. Der Rückstau in der Bonner/Aachener Straße -aber auch die Bitburger hinunter – wird durch Zunahme des Güterverkehrs sicherlich erheblich zuznehmen.

    Christiane Probst
    Fraktionsvorsitzende FWG Trier e.v.

  16. P.Nieder schreibt:

    Nein, Frau Probst, die Aussagen von Herrn Mirbach sind nicht “ad acta” gelegt.

    An der Westtrasse werden Regionalbahnhaltepunkte für den Personenverkehr gebaut. Für den Güterverkehr sind diese völlig irrelevant.

    Bereits heute ist die Strecke für den Güterverkehr freigegeben und wird genutzt.

    Der Güterverkehr würde sich dann und nur dann verdichten, wenn die Eifelstrecke elektrifiziert und zweigleisig ausgebaut wird. Mal abgesehen von der Konzer Brücke, die wohl auch saniert werden müsste. Den Ausbau der Eifelstrecke hat die Landesregierung für den Bundesverkehrswegeplan angemeldet – und das heißt – Sie wissen es doch – das Projekt wird vielleicht umgesetzt, wahrscheinlich aber nicht, weil für den Bundesverkehrswegeplan immer viel mehr Projekte angemeldet werden, als tatsächlich realisiert werden können.

    Von 70 Zügen täglich ist in dem verlinkten Dokument übrigens gar nicht die Rede – dabei handelt es sich also um ein Gerücht.

  17. G. George schreibt:

    @ Chr. Probst:

    Ihren Äußerungen ist zu entnehmen, dass Sie fest davon ausgehen, dass dem WUNSCH der Landesregierung nachgegangen wird, die Eifelstrecke zu ertüchtigen. Jedoch ist lediglich die von ihren verlinkte Liste eine Liste von Projektanmeldungen der Landesregierung für den Bundesverkehrswegeplan – und den legt nochmal wer anders fest. Und die Sinnhaftigkeit dieser Projektanmeldungen muss noch mittels einer Verkehrsprognose, immer unter Berücksichtigung der V.-prognose auf anderen Strecken, ermittelt werden.
    Hier also von einem Fakt auszugehen, ist schlichtweg falsch!

    Und wenn geplant werden sollte, sie zu ertüchtigen: Hier werden noch eine Vielzahl an Beschlüssen, Bauleitplänen, UVP’s etc. nötig sein – von den finanziellen Mitteln mal ganz zu schweigen!
    Also, Ball flach halten und nicht gleich den Teufel an die Wand malen!

  18. Stephan Jäger schreibt:

    @Christiane Probst

    „Der Rückstau in der Bonner/Aachener Straße -aber auch die Bitburger hinunter – wird durch Zunahme des Güterverkehrs sicherlich erheblich zuznehmen.“

    Ach so, klar! …wegen der häufiger geschlossenen Bahnschranke! Wohingegen die LKWs, die es bräuchte, wenn die Güter nicht auf der Schiene transportiert würden, natürlich – über den Köpfen der Lärm- und Stau-geplagten Menschen – lautl- und schwerelos durch die Luft schweben würden. Oder man könnte das Zeug einfach beamen.

    Ich denke, auch Sie, Frau Probst, und auch der Rest Ihres Vereins benötigen täglich Dinge, die transportiert werden müssen. Manchmal eben auch am eigenen Haus vorbei. Das ist es wohl, was Herr Mirbach mit Kirchtumpolitik gemeint hat.

    Wenn die FWG wirklich den Menschen in den belasteten Stadtteilen, Pallien, Euren, Zewen, und auch denen in der Kernstadt helfen wollen würde, könnte sie sich z.B. mal für eine Politik stark machen, die den Einzelnen zu einem etwas weniger primitiv egoistischen Verhalten bei Wahl und Nutzung des Fortbewegungsmittels bewegt, bzw. ihm attraktive Alternativen zu seinen Gewohnheiten bietet. Wie eben die Westtrasse.

    Aber Ihnen fällt ja, etwa bei Problembereichen wie Tanktourismus, immer nur „Umgehungsstraße“ ein.

  19. Johannes Mirbach schreibt:

    @Christiane Probst:
    Sicher ist, dass die Regionalbahn auf der Trierer Westtrasse nie Güter von der Eifelstrecke transportieren wird.

  20. Raimund Scholzen schreibt:

    Liebe Frau Probst, vielen Dank, daß Sie mir und der weiteren interessierten Öffentlichkeit das “http:/isim.rlp.de/fileadmin/ism/downloads/Verkerhr/Bundesverkehrswegeplan/Liste_Bundesschienenwegen.pdf” zugänglich gemacht haben. Aber trotz intensiver Lektüre erschließt sich mir kein Zusammenhang zwischen dem Projekt 4 “Ertüchtigung der Eifelstrecke Köln-Trier zur Entlastung des Mittelrheintals vom Güterverkehr” und der Anordnung von Bahnsteigen für den Personenverkehr auf der Weststrecke, eher im Gegenteil: Je dichter der Personenzugverkehr auf der Weststrecke ist, desto weniger sog. “Zeitfenster” bleiben für den Güterzugverkehr. Insofern müsste doch ein Personenverkehr mit unbestritten leisen Nahverkehrstriebwagen im Hinblick auf Lärmminderung im Interesse der Anlieger an der Strecke – auch der Eurener Anlieger – liegen. Zudem erhalten auch die Eurener eine weitere ÖPNV-Erschließung mit hohem Komfort (wenn sie sie denn nutzen). Und alles noch innerhalb des VRT (für dessen 1-€-ticket sich die CDU stark macht).

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