Parteien und Vereine würdigen Dieter Lintz

Dieter Lintz als Moderator der Präsentation des Netzwerkes "Leichte Sprache für Trier" Ende Mai in der Tufa. Archiv-Foto: Christian JörickeWie sehr Dieter Lintz als Journalist und Privatperson geschätzt wurde, zeigen die zahlreichen Reaktionen auf seinen plötzlichen Tod. Viele, die ihn kannten, haben bereits in Leserbriefen und Kommentaren in sozialen Netzwerken ihrer Trauer Ausdruck verliehen. Im Folgenden veröffentlichen wir Nachrufe von Politikern, Parteien, Institutionen und Vereinen. Die Zusendungen werden regelmäßig aktualisiert.

Ministerpräsidentin Malu Dreyer:

“Ebenso interessiert wie informiert hatte Dieter Lintz immer seine Mitmenschen im Blick. Es war seine Freude am Miteinander, die Antrieb seines herausgehobenen journalistischen Wirkens war und dieses über Jahrzehnte prägte”, so Dreyer. Dieter Lintz habe als Redakteur und als Moderator immer wieder seine unbändige Neugier, seinen scharfen Blick und sein ausgeprägtes Gespür für Themen unter Beweis gestellt. Es sei ihm auf diese Weise stets gelungen, seinem Publikum informative und interessante Geschichten, oft auch unterhaltsam erzählt, zu präsentieren.

“Dieter Lintz war Journalist aus Leidenschaft – und dabei weit mehr als ein distanzierter Beobachter des Geschehens. Er hielt sich nicht im Hintergrund, sondern engagierte sich und trat für andere Menschen ein. Sein Engagement für die Aktion ‚Meine Hilfe zählt‘ des Trierischen Volksfreunds ist dafür nur ein Beispiel. Dieter Lintz wird fehlen.”

Der Intendant des “Mosel Musikfestivals”:

“Wir, das Mosel Musikfestival, verlieren einen überaus wertvollen Begleiter; einen Menschen, dem Musik mehr war, als sie nur zu kommentieren. Er war jemand, dessen Augen leuchteten, wenn seine Seele durch gute Musik berührt wurde”, so Intendant Hermann Lewen. “Das Festival verliert einen guten Freund und Förderer; der Familie gilt unsere aufrichtige Anteilnahme.”

Das “Mosel Musikfestival” widmet Dieter Lintz das am kommenden Samstag in der Liebfrauen-Basilika stattfindende Konzert mit dem Brass-Ensemble Costum Tomaculum “Bach in Liebfrauen”.

Fraktion und Stadtverband von Bündnis 90/Die Grünen:

“Die Nachricht über den Tod von Dieter Lintz hat uns sehr erschüttert. Mit ihm verliert Trier eine der am stärksten präsenten und die Meinungsbildung prägenden Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens. Seit wir Dieter Lintz kannten, hat er sich stets als eigenständiger Kopf, innovativ, oft der Mehrheitsmeinung trotzend, unangepasst und offen für Neues präsentiert. Er stand uns in dieser Hinsicht immer sehr nahe, wenngleich man ihm auch ein anderes Parteibuch zuschrieb. Seine Offenheit und seine Wertschätzung für Andersdenkende machten ihn aber zum beliebten und geliebten Gesprächspartner und Moderator für alle, die den Dialog und die Auseinandersetzung mit neuen oder kontroversen Ideen suchten. Seine Fähigkeit, Gegnerinnen und Gegner an einem Podiumstisch zusammen zu führen, zum selbstkritischen Lächeln oder gar Lachen zu bringen, bleibt unvergesslich. Dieter Lintz hinterlässt in der Kulturpolitik und der politischen Kultur dieser Stadt eine große Lücke. Wir werden ihn sehr vermissen.”

Die Trierer SPD:

“Mit Dieter Lintz verlieren wir in Trier einen großen Journalisten und Menschen. Seit Jahrzehnten ist er als maßgebliche Figur der Presse-, Politik- und Kulturlandschaft der Stadt und Region nicht wegzudenken. Sein tragisches Ableben hat uns schockiert und lässt uns traurig zurück. Unser aufrichtiges Mitgefühl gilt in dieser schweren Stunde seiner Familie”, so die stellvertretende Vorsitzende der Trierer SPD, Begoña Hermann.

“Dieter Lintz‘ Leidenschaft galt der Kultur. Hier wurden die breite Fachexpertise, die große Fähigkeit, sich für etwas zu begeistern, und die menschliche Einfühlungsgabe am stärksten offenbar, die seine Arbeit insgesamt prägte. Wesentliche kulturelle und kulturpolitische Impulse und Entwicklungen der vergangenen Jahre gehen auf sein Wirken als Journalist und Netzwerker zurück. Seine Berichte, seine Kritiken und seine Ideen werden schmerzlich vermisst werden”, ergänzt Markus Nöhl, stellvertretender Parteivorsitzender und kulturpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion.

Der Richard-Wagner-Verband Trier-Luxemburg:

“Der Richard-Wagner-Verband Trier-Luxemburg verliert mit seinem Mitglied Dieter Lintz einen begeisterten Freund der Musik Richard Wagners. Mit profunden Kenntnissen analysierte er die Arbeiten moderner Regisseure bei Werken des Komponisten besonders bei den Festspielen in Bayreuth. Gerne erinnern wir uns an seine kenntnisreichen, lebhaften und humorvollen Vorträge zum 200. Geburtstag Richard Wagners im vergangenen Jahr in der Trierer Musikschule. Wir werden Dieter Lintz sehr vermissen und ihm ein ehrendes Andenken bewahren.”

Die TBB:

“Dieter Lintz wird den meisten Lesern des Trierischen Volksfreunds als Kulturjournalist aufgefallen sein, als leidenschaftlicher Rezensent von Opern, als kritischer aber engagierter Beobachter der Kulturpolitik in der Großregion. Oder als kompetenter und sachkundiger Moderator vieler Diskussionsveranstaltungen zu einer großen Vielfalt an Themen. Doch er war außerdem leidenschaftlicher Basketball-Anhänger, und das bereits seit „Mäushecker Zeiten“. Schon als die TBB Trier noch TVG hieß, begleitete er den Trierer Basketball redaktionell, zunächst noch für Radio RPR 1, ab 1998 für den Volksfreund. In der Fernsehaufzeichnung des legendären TVG-Heimsiegs gegen ALBA BERLIN vom November 1998 sieht man ihn hautnah am Geschehen, direkt hinter dem Anschreibetisch stehen. Er war dabei mehr als ein reiner Sportjournalist – bei allen Themen, die er bearbeitete, hatte er immer das Trierer Stadtgeschehen als solches im Blick.

Alle bisher erschienenen Nachrufe sind sich dahingehend einig: Dieter Lintz war deshalb in Trier hochgeachtet, weil er konstruktiv und fundiert kritisierte, anstatt hämisch zu verreißen. Als er einmal in einer online geführten Diskussion seinen Unmut über die Hallenshow in der Arena zum Ausdruck brachte, verstieg er sich zu der Bezeichnung „mikrofonierter Hilfsanimateur“ für den Hallensprecher. Ein seltener Moment, denn er wurde eigentlich nie persönlich – wenn man genau hinsieht, auch hier nicht: Dass es ihm, quasi als Grundregel, um die Sache und nicht um die Person ging, hatte er Tag für Tag, Woche für Woche, mit seiner Arbeit bewiesen. Und in der Sache hatte er, bezogen auf den Vorfall, um den es damals ging, nicht unrecht.

Auch wenn er das Berichten über die TBB in den vergangenen Jahren der „eigentlichen“ Sportredaktion überließ, blieb er interessierter und informierter Beobachter – und manchmal mehr als das. So gehörte zum Beispiel auch Dieter Lintz zu denjenigen, die durch ihre finanzielle Unterstützung per Crowdfund und durch ihre Stimme in den sozialen Medien dazu beitrugen, dass das webTV-Livestream-Projekt in der letzten Saison Gestalt annehmen konnte.

Längst nicht nur dafür sind wir ihm, als Sportverein wie auch als Trierer Zeitungsleser, zu Dank verbunden.

Dieter wird fehlen. Wir hätten uns gerne, zum Beispiel im Zuge unseres 25-jährigen Erstliga-Jubiläums, noch oft mit ihm über die guten alten und die guten neuen Zeiten in Trier unterhalten. Dass es dazu nicht mehr kommt, macht uns sehr traurig. Unsere Gedanken sind bei Dieters Familie und seinen Freunden.”

Michael Jäckel, Präsident der Universität Trier:

“Für die Moderation des City Campus am 26. September, dessen Premiere vor zwei Jahren Dieter Lintz schon aktiv begleitet hatte, lag seine Zusage bereits vor. In meinem Kalender steht der nächste gemeinsame Termin: 20. August, 14 Uhr, Dieter Lintz. Wir haben regelmäßig über die Entwicklung der Universität Gespräche geführt: über Erfolge und Probleme, über Vergangenes und Zukünftiges, über einfache und schwierige Entscheidungen. Es war ja auch seine Universität, die er als Teil der Kultur der Region Trier verstanden und begleitet hat. Dieses Kalenderdatum werde ich nicht streichen. Ich werde an diesem Nachmittag in dieser Stunde auch nichts anderes tun. Diese Stunde war für ihn reserviert und bleibt für ihn reserviert.

Als ich am Sonntagnachmittag nach Hause kam, hat mich diese Kurznachricht ‘Dieter Lintz ist tot’ regelrecht gelähmt. Danach nur unvollständige Fragen und unvollständige Gedanken. Und dann so allmählich: Wie soll denn jetzt …? Wer macht denn jetzt …? Wer kümmert sich denn …? Plötzlich war diese kleine Trierer Welt so groß, so schwer. Dieter Lintz hat für diese Region gestanden und ihr mehr als eine Stimme gegeben. Die Universität hat in seinem Herzen immer einen bedeutenden Platz eingenommen. Diesen Platz müssen und werden wir in seinem Sinne bewahren und weiterentwickeln. Er hat hier studiert, er hat sich im Allgemeinen Studierendenausschuss engagiert, er hat als journalistischer Beobachter das akademische Leben analysiert und kommentiert – aber er war vor allem ein angenehmer Gesprächspartner, geduldig, liebenswert, menschlich. Dieter Lintz hat auf dem Campus der Universität Trier viele Spuren hinterlassen. Daran wird sich die Universität immer wieder und gerne erinnern. Danke, Dieter Lintz!”

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3 Leserbriefe | RSS-Abo

  1. Franz Kluge schreibt:

    Ich empfinde seit Sonntag sehr stark: Dieter Lintz war ein wirklich bedeutsamer Teil unserer Stadt, der sie lebendig sein läßt, sein ließ? Die Fragen von Michael Jäckel, sich den Tod von Dieter Lintz vergegenwärtigend: “Wie soll denn jetzt …? Wer macht denn jetzt …? Wer kümmert sich denn…?” verweisen auf noch vielmehr als auf einen Verlust, auf eine nicht mehr zu schließende Leerstelle. Mit diesem “Konzer-Trierer” sind einem Trier, wie man es sich wünschen muß, so unendlich wertvolle Perspektiven verloren gegangen, die er auf unnachahmliche Weise verkörperte. In einer wirklich ganzheitlichen Weise, mit allen Sinnen, mit Sinn und Verstand, mit Bedeutung und mit Gewicht, einstehend für eine Kultur und Urbanität, die nur positive Energien freigesetzt hat. Dieter Lintz war einer, der zu inspirieren und zu begeistern wußte, ein Ermutiger ! Die Worte, die trösten könnten, gibt es nicht! Was bleibt, ist eine Aufgabe, die er beispielhaft gemeistert, mit Leben gefüllt hat und uns nun in aller Deutlichkeit hinterläßt: mit Leidenschaft und Empathie sich dieser, seiner Stadt und Region zu verschreiben!

  2. Bernd Steinmetz schreibt:

    Das glaube ich nicht, das kann nicht sein, war mein Weckruf als ich an diesem Montagmorgen vor der Arbeit die Tageszeitung ins Haus holte. Ein Bild von Dieter Lintz und gerade er, nach dessen Initialien ich meine morgendliche Zeitungslektüre priorisierte, er soll nicht mehr unter den Lebenden sein?Leider war es keine Zeitungsente, kein schlechter Traum und wir müssen viel zu früh und überraschend von einem besonderen Menschen Abschied nehmen. Viele Nachrufe würdigen mit Fug und Recht den Ausnahmejournalisten, ein Journalist aus Leidenschaft. Er beherrschte die journalistischen Alltagspflichten und die journalistische Ethik so souverän, dass er sich regelmäßig der Kür widmen konnte. So blieb er nicht nur der ehrliche Chronist unserer Stadt und Region, sondern öffnete mit unverstellter Neugier die in Trier manchmal nicht weit über den eigenen Tellerrand schauenden Augen für Neues, Interessantes, Menschen und Aktionen außerhalb des Mainstreams, die das Leben in Trier erst lebenswert machen. Nicht nur dass Kultur hinter der Grenze, in Luxemburg, greifbar und erreichbar nahe gerückt wurde, auch die schwierigeren Themen unseres Lebens, wie beispielweise das menschenwürdige Sterben auch in Ausnahmesituationen des Leidens rückte er mit der Hospizbewegung in einer angemessenen Sprache ins Trierer Bewußtsein. Möglich wurde dies, weil Dieter Lintz seinen Beruf mit besonderen menschliechen Fähigkeiten ausübte: ein kritischer Geist, der zur Begegnung im Sinne Martin Bubers fähig war.

  3. Peter Musti schreibt:

    Am diesjährigen Heimatfest erzählte er meiner Frau und mir wie das Thema Inklusion mittlerweile zu einem über die Behindertenrechtskonvention hinaus für andere gesellschaftlichen Gruppen wichtig wird, erlebt habe er dass bei einer Veranstaltung der Schwulen- und Lesbenbewegung.
    Wir waren verabredet für die nächste Woche um über eine Veranstaltung im September zu sprechen, und, und, und…
    Wie dem Unipräsidenten kommen einem solche Gedanken, wer soll das denn nun machen?
    Dieter Lintz war ein begnadeter Journalist und vor allem ein Menschenfreund.
    Als Konzer bin ich stolz einen solchen Mitbürger gehabt zu haben.

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