Rassismus in Kinderbüchern

TRIER. Zum Thema “Rassistische Afrikabilder in Kinderbüchern” bietet die “Aktion 3. Welt Saar” am kommenden Dienstag um 20 Uhr in der VHS am Dom einen Vortrag mit Diskussion an.

Die Ankündigung des Verlages, das Wort “Neger” aus dem Kinderbuch “Die kleine Hexe” von Otfried Preußler zu streichen, löste eine heftige Debatte aus. Die einen schworen auf die Unveränderbarkeit von Literatur, die anderen begrüßten die Streichung eines offensichtlich rassistischen Begriffes.

Zu diesem Thema referiert am Dienstag in der Volkshochschule Gertrud Selzer. Sie ist Vorstandsmitglied der “Aktion 3. Welt Saar”, selbstständige Buchhändlerin, hat Sinologie und Ethnologie studiert und mehrere Artikel in diesem Bereich verfasst. Am Beispiel Afrikas nimmt die Referentin den offenen und versteckten Rassismus in deutschen Kinder- und Jugendbüchern unter die Lupe. Sie präsentiert alte und neue Werke und zeigt, wie sich die große nationale Politik auch im scheinbar unpolitischen Kinderbuch niederschlägt.

Neben einem historischen Abriss, der anschaulich macht, wie bereits die deutsche Kolonialzeit in Kinderbüchern dargestellt wurde, beschäftigt sie sich mit aktuellen Kinder- und Jugendbüchern. Sie stellt positive wie negative Beispiele dar und präsentiert Kriterien für eine nicht-rassistische Buchauswahl. Ein Kapitel widmet sich dem Afrikabild in den Kinder- und Jugendbüchern der DDR.

Der Einfluss dieser Bücher in der Erziehung ist unterschiedlich groß. Sie sind ein Spiegelbild der herrschenden Werte einer Gesellschaft. Und dazu gehört auch der Blick auf das “Fremde”, auf die “Anderen”. Wer sind beispielsweise die Helden? Leute, die im Land leben, oder bilden Einheimische nur eine exotische Kulisse für weiße Hauptdarsteller? Wie wird Afrika dargestellt? Reduziert auf Hunger, Not und Elend? Sind die Illustrationen klischeehaft oder haben auch Schwarze individuelle Gesichtszüge? Werden Menschen anderer Kulturen pauschal als gut oder schlecht dargestellt? Diese und weitere Fragen will die Veranstaltung klären.

Der Eintritt beträgt vier Euro.

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