Ratsmehrheit will Dezernenten Druck machen

Seit Ende des vergangenen Jahrhunderts hat sich auf einem rund 7.000 Quadratmeter großen Grundstück in der Wasserbilliger Straße nichts mehr getan. Nur noch eine Trümmerwüste erinnert heute an die ehemalige Plattenfabrik in Zewen. Die Eigentümer möchten auf der Brache eine barrierefreie Wohnanlage errichten, doch müsste hierfür das bestehende Gewerbe- in ein Mischgebiet umgewidmet werden (wir berichteten). Das lehnen die Spitzen von Bau- und Wirtschaftsdezernat allerdings ab. Nun bekommen sie Druck von einer selten Koalition: Mit einem gemeinsamen Antrag wollen die Fraktionen von CDU, Grünen, FWG und FDP erreichen, dass die Verwaltung die Umwidmung doch auf den Weg bringt. Eine Mehrheit für die Forderung gilt als sicher.

ZEWEN. Von “Blockadehaltung” war die Rede, in Zewen fühlten sich manche mittlerweile verhohnepiepelt. Allen voran die Mitglieder der “Interessengemeinschaft BZ 12″. Der gehören sämtliche Grundstückseigentümer des besagten Baugebiets an, unisono forderte man seit längerem die Umwidmung von BZ in ein Mischgebiet. Natürlich treiben die IG-Mitglieder wirtschaftliche Interessen um, sie fürchten, alles beim Alten zu belassen werde über kurz oder lang dazu führen, dass ihre Flächen über unverkäuflich werden oder aber massiv an Wert verlieren.

Rainer und Peter Friedrich versuchten nach eigener Darstellung fast eineinhalb Jahrzehnte lang, ihre etwa 7.000 Quadratmeter große Brache an den Mann oder die Frau zu bringen – ohne Erfolg. Keiner der laut Familie mehr als 70 Interessenten wollte das Hanggrundstück erwerben und hier investieren. Die topographische Lage, aber auch die verkehrliche Erschließung seien die wesentlichen Gründe dafür gewesen, dass man mit keinem der möglichen Käufer handelseinig geworden sei, so die Version der Eigentümer; die Friedrichs hätten sich wohl nicht ausreichend bemüht, Käufer zu finden, hielt man im Rathaus entgegen. Es gebe einen großen Bedarf an Gewerbeflächen, auch deshalb lehne man eine Umwidmung ab, erklärten Baudezernentin Simone Kaes-Torchiani (CDU) und Wirtschaftsdezernent Thomas Egger (inzwischen parteilos), als 16vor im April über die Hintergründe der Auseinandersetzung berichtete. Die beiden Stadtvorstandsmitglieder sprachen sich wiederholt gegen eine Umwidmung aus.

Nun soll der Rat den Weg hierfür frei machen. “Die Verwaltung wird beauftragt, eine Vorlage zu erstellen, welche eine Umwandlung des Gewerbegebietes ‘BZ 12 Wasserbilliger Straße’ in ein ‘Besonderes Wohngebiet’ / ‘Mischgebiet’ nach Baunutzungsverordnung vorsieht”, heißt es in einem Antrag, den CDU, Grüne, Freie Wähler und die Liberalen am Mittwoch kommender Woche in den Stadtrat einbringen werden. Man nehme die bisherigen ablehnenden Stellungnahmen der Verwaltung “zur Kenntnis”, doch sprächen “eine Reihe von Argumenten für eine Umwidmung”. So seien auf dem entsprechenden Gelände bereits jetzt zahlreiche Wohnhäuser und ein Haus mit 9 Wohneinheiten vorhanden. Zum anderen sei diese Fläche “aufgrund der topographischen Gegebenheiten und Zufahrtswege nur bedingt attraktiv für eine gewerbliche Nutzung”. Weiter führen die Antragssteller an: “Zudem werden im Bereich Monaiser Straße in den kommenden Jahren zusätzliche, deutlich attraktivere Gewerbeflächen erschlossen, weshalb eine Umwandlung des BZ 12 in ein ‘Besonderes Wohngebiet’ bzw. ‘Mischgebiet’ vertretbar ist.” Da allein schon CDU und Grüne eine Mehrheit im Rat zusammenbekommen, darf als sicher gelten, dass der Antrag durchgeht.

Einen ausführlichen Bericht zum Thema finden Sie hier: “Von der Stadt kommt keine Unterstützung”

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1 Leserbrief | RSS-Abo

  1. V.Clemens schreibt:

    Liebe Frau K.T.
    Wenn die Stadt Trier so großen Bedarf an Gewerbeflächen hat, warum sind dann die Gewerbegebiete Irsch und Riverisstraße so leer?

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