Schlechte Noten für Trier

KOBLENZ. Verheerende Noten für die Verkehrssicherheit von Kindern und Jugendlichen im Trierer Straßenverkehr – laut  VCD-“Städtecheck” schneidet die Stadt landesweit am schlechtesten ab. 

Die vom Verkehrsclub Deutschland initiierte Untersuchung legte ihr Augenmerk in diesem Jahr auf die Verkehrssicherheit für Kinder und Jugendliche in den deutschen Großstädten über 100.000 Einwohner. Hierbei wurden nicht nur die Zahlen der im Straßenverkehr getöteten Kinder- und Jugendlichen betrachtet, sondern gemäß dem Leitbild der körperlichen Unversehrtheit auch die Leicht- und Schwerverletzten einbezogen, teilte der VCD-Landesverband in Koblenz mit.

Bezogen auf die Entwicklung der Verunglücktenrate von Kindern und Jugendlichen im Mittel der vergangenen vier Jahre schneide Trier in Rheinland-Pfalz insgesamt am besten ab. Die Verunglücktenrate je 1000 Kinder ging in diesem Zeitraum um 0,8 Prozent leicht zurück, die Rate bei den Jugendlichen gar erfreulicherweise um 5,8 Prozent. “Diese erfreulichen Entwicklungen der vergangenen vier Jahre werden jedoch geschmälert dadurch, dass in beiden Kategorien Trier die mit Abstand höchsten Verunglücktenraten aller rheinland-pfälzischen Großstädte aufweist”, heißt es vonseiten des VCD. So verunglückten im Schnitt 4,03 von 1000 Kindern im betreffenden Zeitraum. Bei den Jugendlichen liege die Verunglücktenrate bei 155 über 14 pro 1.000.

Ingesamt verunglückten zwischen 2008 und dem vergangenen Jahr 199 Kinder und 155 Jugendliche im Trierer Straßenverkehr. Im Vergleich zum ähnlich großen Koblenz weist Trier in beiden Kategorien deutlich höhere Werte auf. Auch im Bundesdurchschnitt der Städte zwischen 100.000 und 150.000 Einwohnern liegen die Verunglücktenraten in Trier deutlich über den Mittelwerten.

“Wir freuen uns sehr über die positive Entwicklung der vergangenen Jahre in Trier“, so Dr. Helga Schmadel, Vorsitzende des VCD-Landesverbandes. Gleichzeitig seien die Verunglücktenraten in der Stadt aber immer noch erschreckend hoch, auch im Vergleich zu den anderen rheinland-pfälzischen Großstädten. “Die Werte von Trier bei der Verkehrssicherheit von Kindern und Jugendlichen zeigen weiterhin deutlich einen Handlungsbedarf auf”, so Schmadel weiter. Einen Vorschlag zur Verbesserung der Verkehrssicherheit von Kindern, Jugendlichen und letztlich allen Verkehrsteilnehmern liefert die Landesvorsitzende des VCD gleich mit: “Ein wesentlicher Bestandteil unserer Arbeit für mehr Verkehrssicherheit ist die Tempo-30-Kampagne, mit der wir momentan für die Regelgeschwindigkeit von 30 Stundenkilometern innerhalb geschlossener Ortschaften werben”, so Schmadel. Mit der Annäherung der Geschwindigkeiten der verschiedenen Verkehrsteilnehmer und dem deutlich verkürzten Bremsweg für Pkw bei dieser Geschwindigkeit trage eine solche Geschwindigkeitsbegrenzung einen großen Teil zu mehr Sicherheit im Straßenverkehr bei, ist der Verkehrsclub überzeugt.

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2 Leserbriefe | RSS-Abo

  1. Stephan Jäger schreibt:

    Es wundert nicht, sondern bestätigt einfach nur das, was jeder – nicht nur Jugendliche -, der hier ohne Blechpanzer unterwegs ist, täglich spürt!

    Der Haupt-„Handlungsbedarf“ würde bei jedem Einzelnen liegen: Rücksicht statt – sorry- typisch Trierisches Dummstressen mit fünf Spurwechsen auf 20 Metern Allee!

    Von Seiten der Stadt wäre man ja schon mit kleinen Schritten zufrieden. Würden zumindest die bestehenden Tempo 30 Zonen in Wohngebieten auch nur ansatzweise durchgesetzt, wären wir hier schon ein schönes Stück weiter. Aber nicht einmal das bekommt Trier auf die Reihe…dank halsstarriger Verweigerungshaltung: „nicht bezahlbar“, obwohl jeder weiß, das andere Kommunen damit sogar Geld verdienen.

    Wer also sollte sich wundern, wenn sich in Trier keine S… drum schert, wenn irgendwo ein 30-Schild steht? Hier fehlt in der Verwaltung der „politische“ Wille zu mehr Sicherheit und die Politik hat keinen. Das ist das Problem.

  2. Heiko Vink schreibt:

    Ist Hunderttausend nicht die Definition von Großstadt?

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