Schulpolitik: CDU zerpflückt Vorlage

Im März soll der Stadtrat über die künftige Schulentwicklungsplanung entscheiden. Nachdem OB Jensen und Bildungsdezernentin Birk  vor zehn Tagen ihre Vorlage präsentierten (wir berichteten), hat nun die stärkste politische Kraft im Rat Position bezogen. Der von der Verwaltung erstellte Stufenplan werde zwar “grundsätzlich begrüßt”, heißt es in einer Mitteilung, doch im Detail wird klar: Die CDU geht auf Konfrontationskurs und ist nach wie vor für einen weitgehenden Verzicht auf Schulschließungen; einzig den Standort Egbert-Schule würde man aufgeben – zugunsten von Olewig und Kürenz. Die CDU spricht sich auch für den Erhalt der Martin-Grundschule aus. Damit bleibt die Union in punkto Einschnitte in die Schullandschaft weit hinter der Vorlage der Stadtspitze zurück, die ihrerseits bereits eine deutlich abspeckte Version des Krämer-Mandeau-Papiers darstellt. 

TRIER. Hoch über den Dächern Triers trafen sich Fraktion, Kreisvorstand und Ortsverbandschefs der CDU am Freitagabend: Auf dem Kockelsberg beschlossen sie die “Diskussionsgrundlage”, mit der man sich nun in die finale Diskussion über das geplante Schulentwicklungskonzept einschalten möchte. 2009 war die Partei mit der Ansage “Kurze Beine, kurze Wege” in den Kommunalwahlkampf gezogen und hatte Schulschließungen eine generelle Absage erteilt. Jetzt heißt es: “Oberste Richtschnur ist uns das Wohl der Kinder: In ihrem Sinne müssen wir eine zukunftsfähige und wohnortnahe Schullandschaft schaffen”, so CDU-Kreischef Bernhard Kaster. Ratsfraktionschef Dr. Ulrich Dempfle ergänzt: “Wir haben uns nach intensiven Beratungen auf die vorliegenden Beschlüsse geeinigt, obwohl viele dieser Entscheidungen uns sehr schwer gefallen sind. Aber wir müssen das Wohl der gesamten Trierer Schullandschaft im Auge behalten”.

Was für das weitere Wohl der gesamten Trierer Schullandschaft und der Stadt als Ganzes am meisten Erfolg versprechend ist, darüber gehen die Meinungen zwischen dem externen Gutacher Wolf Krämer-Mandeau, dem Stadtvorstand und der CDU erkennbar weit auseinander. Zwar begrüße man “die Erstellung eines langfristig orientierten Stufenplanes Schulentwicklung”, bedauere aber zugleich, “dass jetzt über dieses Konzept beschlossen werden muss, obwohl erst 2015 die Rahmenvorgaben der Landesregierung zur Zukunft der Realschulen+ festgelegt werden”. Von “nicht optimalen Bedingungen” ist die Rede.

Doch mag man die Vorlage auch im Grundsatz “begrüßen” – im Detail stellt die CDU den Stufenplan weitgehend in Frage; zumindest an jenen Stellen, die noch ernsthaftes Konfliktpotenzial bargen. Dass sich die Stadtspitze in ihrer Vorlage für den Erhalt der Grundschulen Biewer, Ehrang, Zewen, Ruwer und Euren ausspricht, dürfte am Freitagabend kaum Gegenstand der Beratungen gewesen sein. Anders sieht es bei Vorschlägen aus, die auf die Aufgabe einzelner Schulen hinauslaufen: Während der rot-grün-schwarz-gelbe Stadtvorstand beispielsweise vorschlägt, den Standort Ambrosius zu einer vierzügigen Grundschule auszubauen und im Gegenzug die Schulen in Alt-Kürenz und Martin aufzugeben, will die Union genau dies verhindern: “Der Erhalt der Grundschule Martin ist erstrebenswert. Aus diesem Grund soll in Verhandlungen mit dem Brüderkrankenhaus als größtem Arbeitgeber Triers nach Lösungen gesucht werden, die für Stadt wie Krankenhaus tragbar sind”. Ambrosius solle hingegen lediglich als zweizügige Schule erhalten bleiben, frei werdende Kapazitäten des Gebäudes durch den Bereich Erziehung der BBS EHS genutzt werden.

Lediglich einen Standort stellt die Union offen infrage – den der Egbert-Grundschule. So lehnt sie einen dreizügigen Ausbau von Egbert ab, weil ein solcher “mit zu hohen Kosten verbunden wäre”. Die Stadtspitze hatte in ihrem Stufenplan für die Zeit nach 2015 als eine von zwei Optionen vorgeschlagen, die Grundschule Olewig aufzugeben und am Standort Egbert eine neue Schule zu bauen. Die Union kontert jetzt mit einer völlig anderen Idee: “Die Grundschule Egbert soll an die Grundschule Olewig verlagert und die Schulbezirksgrenzen dementsprechend geändert werden”. Bei einem Erhalt der Grundschule Egbert an ihrem jetzigen Standort komme nur eine Renovierung im Bestand und ohne Ausbau in Betracht. Weiter heißt es: “Eine Verlagerung von Egbert ins Gebäude Kaiserstraße wird nicht als sinnvoll erachtet”. Nach den Vorstellungen der CDU soll vielmehr die Grundschule Kürenz mit dem Anbau zweier Klassenräume auf zwei Züge erweitert werden. Dann, so die CDU, könnte dort ein Teil der Schüler aus Egbert unterkommen.

“Kürenz statt Egbert ausbauen”

Das Gebäude der früheren Robert Schuman Realschule will die CDU als Schule aufgegeben, da “mit einem Weiterbetrieb unabsehbare Sanierungskosten verbunden wären”. Dann allerdings wäre eine weitere der von der Stadt genannten Optionen vom Tisch: Birk und Jensen hatten unter anderem vorgeschlagen, bei entsprechenden Anmeldezahlen die Kurfürst-Balduin-Realschule plus auf Trier-West und die Kaiserstraße aufzuteilen. Eine solche “Dislozierung” der Kurfürst-Balduin-Schule lehnt die Union ab – “zumal im südlichen Raum eine Ballung der RS plus erfolgen würde.” Nach dem Willen der CDU soll die Grundschule Barbara am jetzigen Standort erhalten werden. Was den Ausbau der Grundschule Ehrang anbelangt, der bei der von der Stadtspitze empfohlenen Aufgabe des Standorts Quint nötig würde, will man die Entscheidung auf die Zeit nach 2015 vertagen – wenn auch über die Realschulen plus entschieden werde.

Während die CDU eine Aufteilung der Kurfürst-Balduin-Grundschule ablehnt, kann sie sich eine solche für die bislang zwei Grundschulen des Stadtteils Trier-West/Pallien sehr wohl vorstellen. Die Kurfürst Balduin Realschule plus soll am jetzigen Standort erhalten und “gebäudetechnisch um einen dritten Zug sowie vier Klassen- und einen Funktionsraum für eine dislozierte GS Pallien erweitert” werden. Weiter heißt es: “Die GS Reichertsberg wird – sofern dies organisationstechnisch möglich ist – in eine dislozierte GS Pallien überführt: Die 1./2. Klassen werden in der GS Pallien unterrichtet, die 3./4. Klassen werden disloziert in dem Gebäudekomplex der Realschule unterrichtet”. Alternativ kommt für die CDU noch ein Neubau der dreizügigen GS am Standort Kurfürst Balduin sowie der Ergänzungsbau der RS+ in Betracht.

Im Stadtvorstand wird man die “Diskussionsgrundlage” wohl eher als Kampfansage werten. Denn würde sich die Union mit ihren Vorstellungen durchsetzen, bliebe von dem, was OB Klaus Jensen (SPD) und Bürgermeisterin Angelika Birk (B90/Die Grünen) am 5. Februar vorstellten, nicht mehr viel übrig. Dass die Zeit bis zur März-Sitzung des Rats ausreichen wird, um sich auf eine halbwegs einvernehmliche Linie in der Schulpolitik zu verständigen, scheint vor diesem Hintergrund jedenfalls wenig wahrscheinlich. Man wolle das Papier nun den anderen Fraktionen erläutern und plane eine öffentliche Podiumsdiskussion am 6. März im Humboldt-Gymnasium, kündigt die CDU an.

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15 Leserbriefe | RSS-Abo

  1. Wolfgang Thome schreibt:

    Kaster Plan

    die Vorschläge dienen ja wohl eher dazu sich bestimmte Wählerschichten zu erhalten als das Sie das Problem wirklich lösen.
    Frei nach Kaster ” Allen wohl und keinem Weh”
    Zur Grundschule Martin sei gesagt wie soll sich denn das Brüderkrankenhaus einbringen in dem es die Schule übernimmt dem evtl. als Junior Krankenschule wo schon die lieben Kleinen direkt für Ihren späteren Job als Angestellte des Hauses fit gemacht werden.

  2. V.Clemens schreibt:

    Bis jetzt wurden ja noch keine (Einspar)Zahlen genannt.
    Und auch noch keine Detailkosten. Wenn ich eine Schule schließe , vergrößert sich der Schulbezirk, sprich die Wege wird weiter. Und dann gehen die ganzen Einsparungen wieder für die schülerbeförderung drauf.
    Sowas nennt man Milchmädchenrechnung.
    Ich glaube, das die einschlägigen Immobilein-Entwickler längst mit ihren Angeboten im rathaus vorstellig geworden sind.

  3. Sven Sturm schreibt:

    Nein eben nicht, sondern frei nach dem Motto wozu denn unnötig Geld ausgeben.

    Das was die Stadtspitze da vor hatte, von wegen Neubau Egbert dafür aber dann Olewig Kürenz und Martin dichtmachen, macht doch überhaupt keinen Sinn und kostet obendrein weitaus mehr als die CDU Lösung bei der sogar auch, wie sie geschrieben haben, “allen wohl und keinem Weh ist …”

    Ausserdem ist das doch super wenn das Brüderkrankenhaus sich so engagiert. Dann findet dort halt eben auch mal eine Durchmischung statt (-:

  4. Erik Thees schreibt:

    Ich bin dagegen, denn ihr seid dafür.
    Ich bin dagegen, ich bin nicht so wie ihr.
    Ich bin dagegen, egal, worum es geht.

    Ich befürchte, das ist das Grundprinzip der neuen Schulentwicklungsvorlage meiner Parteifreunde der CDU.

    Vor gefühlten Jahrzehnten hat man Ulrich Holkenbrinks und der Stadtverwaltungs offensichtlich sehr gute Vorlage (die aufgrund des Umfangs wohl niemand richtig gelesen hat!) die Gefolgschaft versagt und Triers heimlichen Politikmacher Dieter Lintz zum Fraß vorgeworfen.

    Nachdem sich Stadt- und Schulentwicklung sowie der externe Gutachter Wolf Krämer-Mandeau wissenschaftlich unter anderem mit den künftigen Schülerzahlen, den Standorten und den Gebäudebedingungen über Monate beschäftigt haben, schüttelt die CDU nun den großen Wurf aus dem Arm. Dieser wurde sicherlich ebenfalls über Monate auf wissenschaftlicher Basis entwickelt, sicher nicht in den Hinterzimmern des Parteibüros, die ja, so haben wir im letzten Wahlkampf gelernt, alle zugemauert sind.

    So freue ich mich ganz besonders, die Aula meiner alten Schule bei der Präsentation am 6. März wieder sehen zu dürften und werde sehr gespannt den Erklärungen zum großen Werk, dem Schulentwickungsstein der Weisen, lauschen.

  5. Erik Thees schreibt:

    Teil 2:
    Man wird uns erklären, wie die Kinder aus Trier-Ost morgens um 7:45 Uhr die Olewiger Straße nach links kreuzen werden. Man wird erklären, warum Lea aus der Agritiusstraße links nicht mit ihrer besten Freundin Marie von gegenüber (Agritiusstraße rechts) zusammen in die Grundschule darf. Man wird auch erklären, wo die Einspareffekte in den kommenden Jahren sind und wie hoch sie ausfallen. Wir werden erfahren, ob man die zukünftige! Schülerzahlentwicklung in den einzelnen Bezirken berücksichtigt hat, die man alleine schon aus den Wartelisten der Kindergärten ablesen kann (man informiere sich einmal im Kindergarten Agritius). Alles das werden wir erfahren und noch viel mehr. Ich freue mich darauf.

    Wir werden aber auch merken, wenn, wie Wolfgang Thome schreibt, der Plan nur dazu dient, „sich bestimmte Wählerschichten zu erhalten als das Problem zu lösen“?. Wir werden sehr schnell feststellen, ob zum Beispiel das politisch grüne Ostviertel von der CDU abgeschrieben wird. Wir werden merken, ob man Martin und Kürenz der Kürenzer Partei schenken will und so über Kinder- und Elternbedürfnis hinaus Politik macht.

    Liebe Parteifreunde. Ein Thema, bei dem man über die Mitgliedschaft vor sich selbst Rechenschaft ablegt. Was freue ich mich auf den 6. März!

  6. Sven Sturm schreibt:

    Hi Erik,

    naja das was du für deine Lea anführst konnen “milliuuunen” andere Eltern für ihre Lindas, Peters, Lukas und Lenis ebenfalls anführen. Gerade wenn ich nun sehe dass gebäudetechnsich intakte GS Kürenz für Ambrosius dicht gemacht werden soll und mir dann die entstehenden Schulwege anschaue ist mir noch nicht klar, welcher Schulweg stärker frequentiert oder gar gefährlicher ist. Wenn du nicht willst das Marie nach links geht schick sie doch alle nach rechts in die GS Kürenz (-:

    Die Schulgrenzbezirke müssten halt auch an dieser Stelle ein wenig bedacht werden.

    Spaß beiseite. Gerade wenn es darum geht Egbert zu erhalten liegt der Verdacht nahe es ginge um das Einfangen von Wählerstimmen.

    Was es bedeutet dieses Gebäude wieder in einen adäquaten Grundschulfähigen Zustand zu bringen brauche ich dir als Sachverständigem sicherlich nicht zu erklären… Und wenn dann obendrein im Vorschlag der Stadtspitze erwähnt wird, dass sogar ein Neubau der GS Egbert nicht ausgeschlossen wird (aber 3 andere Schulen dichtgemacht werden sollen) , macht die Sache nicht unbedingt glaubwürdiger… sondern macht klar dass es nur darum geht Ambrosius gesund zu argumentieren …

    Ich persönlich finde auch den Gedanken dass sich kleine “Igagchen” auf einmal auf einem Schulhof einer 4! Zügigen Grundschule wiederfinden werden nicht gerade vertrauenserweckend (ungeachtet in welchem Stadtteil sich diese befindet !)

    Dann sehen wir uns ja beide in der Aula unserer alten Schule …

  7. A.Overath schreibt:

    Chapeau Herr Thees ! Wahre Worte.
    Spätestens bei diesem Thema zeigt sich der menschliche Egoismus bzw die lokale Egozentrik auf Mikroebene in aller Klarheit.
    Die Schulentwicklungspolitik wird zum klientelbestimmten Häuserkampf.
    In der Tat ist die Trierer Diskussion um Schulstandorte ein Wohlstandsproblem. Eines ist doch klar: Weniger Kinder – weniger Schüler – weniger Schulen.
    De facto ist es sch….egal ob ein Schulweg zehn Minuten mehr oder weniger lang ist.
    Wesentlich ist doch die Qualität der schulischen Versorgung in der Fläche auf Dauer sicherzustellen.
    Die Tatsache, dass Herr Kaster nun eine eigene etwas schräg anmutende Version vorstellt, ist doch ausschließlich seinem Bedürfnis geschuldet das Trierer Bundestagsdirektmandat wieder zu erringen – also der blanke Egoismuss. Von nachhaltigem Verantwortungsbewußtsein für den Wahlkreis ist hier nichts zu erkennen.

  8. Erik Thees schreibt:

    Lieber Sven,
    es geht mir eben nicht um „meine“ Lea oder um „meine“ Marie! Auch in dem ersten Schulentwicklungskonzept sollte Egbert ob des wertvollen Grundstücks geschlossen werden! Also Egoismus bei mir zu vermuten, liegt neben der Sache.
    Trotz einschlägigem Sachverstand erlaube ich es mir nicht, ohne Besichtigung und detaillierte Aufnahme den Zustand von Egbert, Kürenz etc. zu bewerten, noch weniger gar eine Nutzungskostenanalyse anzustellen.

    Ich erlaube mir aber von der stärksten politischen Kraft im Stadtrat zu erwarten, dass großmundige „Konzepte“ für entscheidende Zukunftsthemen eben diese sowie pädagogische harte wie weiche Fakten hinreichend berücksichtigen.
    Und ich erlaube mir auch für mich selbst herausfinden zu wollen, ob hier nur mit warmer Luft oder mit Sachverstand und ausreichender Recherche und Bemühung argumentiert wird.
    Und noch mehr erlaube ich mir, mich aufzuregen, wenn ich sehen sollte, dass eine Nicht-Protestpartei nur Fundamentalopposition fährt, anstatt wenigstens bei wesentlichen Themen für das Wohl der Stadt zu sorgen!

  9. Dieter Lintz schreibt:

    @Erik Thees. Mit dem “heimlichen Politikmacher” kann ich ja leben, obwohl man schwerlich öffentlicher auftreten kann als mit Artikeln in einer Tageszeitung. Aber Legenden werden auch durch Wiederholung nicht wahrer. Ich habe das erste Schulentwicklungskonzept mit etlichen Berichten und Kommentaren unterstützt und keineswegs gefressen. Genau so wie übrigens das zweite, obwohl beide ihre Mängel hatten, weil ich der Meinung bin, dass auch ein problematisches Schulkonzept besser ist als gar keins. Die Crux beim ersten Entwurf lag darin, dass Herr Holkenbrink das Konzept, das er selbst vorgelegt hatte, im Gegensatz zu seinen Verwaltungs-Mitarbeitern zu keinem Zeitpunkt unterstützt oder sich dahinter gestellt hat – in erster Linie wohl deshalb, weil seine eigene Partei keine Lust hatte, im Vorfeld von Wahlen unbequeme Positionen zu vertreten – wie diesmal auch. Ich teile ausdrücklich Ihre Einschätzung, dass das Konzept seinerzeit keineswegs schlecht war. Passiert ist aber nichts, und passieren wird auch dieses Mal nichts, mit der Konsequenz, dass das Elend für alle Schüler weitergeht. Ein Stück aus Absurdistan.

  10. rüdiger Rauls schreibt:

    Ja, Herr Thees, und dann? Wenn Sie alles schön erfahren haben und man sich artig die Argumente ausgetauscht hat, vielleicht auch noch tolle Vorschläge zur Problemlösung, fein ausgetüftelte Modelle vorgestellt? Was dann? Was dann, wenn all dieses artige Diskutieren nix bringt, die Argumente mit Gegenargumenten abwehrt sind, die Modelle der einen mit den noch besseren Modellen von anderen gekontert wurden, was dann? Heillose Zerstrittenheit, die einen schimpfen auf die anderen, was dann?
    Hier gehts doch nicht um Argumente, hier gehts um Interessen. Die Interessen der Stadt sind klar. Sie muss sparen, um der Pleite zu entgehen. Sie kann nur da sparen, wo sie nicht durch Verträge oder Gesetze gehindert wird. D.h. sie muss die Zinsen an die Banken zahlen für aufgenommene Kredite. Da kommt sie nicht drumrum. Aber sparen kann man an SChulen und der Beförderung und so manchem anderen wie Kultur oder Straßenbau. Die Stadt ist sich im Klaren darüber, was ihre Interessen sind.
    Aber die Eltern, sind sie sich auch darüber im Klaren? Sind sie sich im Klaren, dass nur ein gemeinsames Vorgehen ERfolg verspricht. Sind sie sich im Klaren, dass das beste Argument nicht in intellektuellen Feinheiten liegt sondern in einer geschlossenen Elternschaft, die sich entschieden für ihre Interessen und besonders die ihrer Kinder einsetzt. Das bedeutet aber, dass die sich zusammenfinden müssen, absprechen und organisieren müssen, die den nötigen Druck ausüben wollen. Anders wird es nicht gehen.

  11. Jörg Hennefeld schreibt:

    Spätestens bei diesem Thema zeigt sich der menschliche Egoismus, nämlich dass jeder betroffene Bürger versucht Argumente zu finden, damit die Grundschule in seinem Stadtteil erhalten bleibt.

    Das politische Hin und Her seit dem ersten Schulentwicklungskonzept mutet an wie eine Achterbahnfahrt und endet nun mit dem aberwitzigen Vorschlag von Frau Birk und Herrn Jensen.

    Bis heute wird der Eindruck vermittelt das eine geringe Anzahl von Grundschulen automatisch zu Kostenreduzierungen führt. Den Beweis bleibt man bis heute schuldig.

    Rund 40 Millionen Euro bis 2018 will Herr Jensen in Schulen investieren, was bei dem immer größer werdenden Haushaltsloch der Stadt Trier sicherlich kein Problem darstellen sollte, und appelliert dabei an den Rat, die Vorlage “mutig zu beraten und zu entscheiden”. Klingt logisch!

    Dazu schreibt Politikmacher Linz im TV:

    “Es ist der Versuch, einen vernünftigen Weg zwischen Wünschenswertem und Machbarem zu finden. Es ist übrigens ganz und gar kein Sparkonzept zulasten der Bildung, was der Stadtvorstand da vorgelegt hat. Im Gegenteil: Man wird Geld in die Hand nehmen müssen, um einige Schulen zukunftsfest und bedarfsgerecht zu machen. Aber das Geld wird nicht mehr mit der Gießkanne in ein Fass ohne Boden gekippt, es wird entlang nachvollziehbarer Strukturen sinnvoll investiert.“

    Klingt noch logischer!

  12. Jörg Hennefeld schreibt:

    Teil 2:

    Da lob ich mir den Vorschlag der CDU die Grundschule Kürenz mit dem Anbau zweier Klassenräume auf zwei Züge zu erweitern und einen Teil der Egbert-Schüler aufnehmen.

    Und im Übrigen gibt es nicht nur im Ostviertel der Stadt Trier Kinder- und Elternbedürfnisse sondern auch in sämtlichen anderen Stadtteilen, so auch in Martin und Kürenz.

    Was freue ich mich auf den 6. März!

  13. Sven Sturm schreibt:

    … ein Thema das bewegt (-:

    nur eins noch Eric. Du hast sicherlich recht wenn du schreibst:

    “Trotz einschlägigem Sachverstand erlaube ich es mir nicht, ohne Besichtigung und detaillierte Aufnahme den Zustand von Egbert, Kürenz etc. zu bewerten, noch weniger gar eine Nutzungskostenanalyse anzustellen.”

    Aber irgendjemand sollte dies halt eben mal tun. Ich kenne vielen Eltern deren Kinder eben diese Schule besuchen und gebe eigentlich nur deren Tenor wieder. Alle wollen natürlich diese Schule behalten und finden sie auch in der Lage “schnuckelig” aber jeder moniert die Substanz des Gebäudes. Und wenn dies die Laien schon tun, fällt in der Regel das Gutachten eines Sachverständigen weitaus verherender aus, oder ?

    Wollte dir auch keinen Eigennutz unterstellen sondern schlicht und ergreifend nur sagen dass das Argument der Schulwege und getrennten Schulen für die Kinder eben nicht nur für Egbert gilt sondern für alle Grundschulen…

    Was der CDU Vorschlag den anderen voraus hat ist, dass dieser erstmalig was zu den Berufsschulen sagt, den denen fehlen ja 40 Klassenräume … Wozu denn mit aller Gewalt Ambrosius derart aufblähen ….

    Weil es sich scheinbar gut anhört … Revamping in Trier Nord …

  14. Tanja Wilhelm schreibt:

    Zum Schulentwicklungskonzept möchte ich folgende Stellungnahme abgeben:

    Seit Jahren hat die Grundschule Kürenz mit sinkenden Schülerzahlen zu kämpfen – seltsamerweise entsteht auch immer kurz vor dem Anmeldetermin das Gerücht, dass die Schule bald geschlossen würde. Dieses Spiel geht nun schon fast 15 Jahre so – ein Schelm, wer dabei an Methode und die Stadtverwaltung denkt….

    Dieses verunsichert Eltern dermaßen, dass sie natürlich ihre Kinder lieber an anderen Schulen anmelden, aus Angst, ihr Kind müsse in den sozialen Brennpunkt Trier-Nord.
    Dies nimmt der Schule natürlich auch einen breit aufgestellten Elternstamm, der sich gegen die Schulschließung vehement wehren könnte.

    Zudem werden immer wieder falsche Berechnungsgrundlagen weitergegeben: Zuerst gibt es an der Grundschule einen Anbau, der aber schon seit schätzungsweise 20 Jahren nicht mehr existiert! Aus diesem Grund wurde der Grundschule Kürenz vor ein paar Jahren bereits das Aus angedroht – nicht wirtschaftlich genug! Dann wurde zurückgerudert als festgestellt wurde, dass es diesen Anbau gar nicht mehr gibt.

    Jetzt wird argumentiert, dass die Grundschule zu klein sei und keine Zweizügigkeit gewährleistet. Diesen Umstand aber könnte man durch Ausbaumaßnahmen schnell, einfach und kostengünstig beseitigen.

  15. Tanja Wilhelm schreibt:

    Teil 2

    Aber wie seltsam: man teilt den beratenden Gremien mit, der Grundschule würden die Brandschutztüren und Brandalarmanlage fehlen. Somit wären Ausbaumaßnahmen zu teuer und prompt wird wieder ein Beschluss gegen die Grundschule Kürenz getroffen. Seltsam nur, dass es Türen und die Alarmanlage schon seit Jahren gibt! Und wieder einmal kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass das Ganze Methode hat. Die Grundschule Kürenz ist nicht mehr gewollt – wahrscheinlich liegt der Kaufvertrag für das Gelände bereits in einer städtischen Schublade.

    Schön ist es, dass einige Fraktionen auch keinen Sinn darin sehen, in Egbert einen Neubau aus dem Boden zu stampfen. Hier sollten die Fraktionen im Blick halten, dass Kürenz über eine gute Bausubstanz verfügt, gute energetische Werte hat und somit eine gute und günstige Lösung wäre.

    Kürenz müsste nicht saniert, sondern lediglich erweitert werden, was mit Sicherheit nur ein Viertel der Kosten eines Neubaus in Egbert wäre. Mit einer leichten Anpassung der Schulbezirksgrenzen wäre die Grundschule ausgelastet!

    So kommen einem die seltsamsten Gedanken, wie zum Beispiel Frau Birk über einen Neubau in Egbert nachdenken kann, bei einem so schwachen Haushalt.

    Aber welcher Partei gehört noch mal der Ortsvorsteher in Mitte Gartefeld an?

    Und somit hat wohl offiziell der Wahlkampf in Trier begonnen …….

    Schulelternsprecherin Tanja Wilhelm

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