Sehnsucht nach Gerechtigkeit

TRIER. Über „Charles Dickens: Sozialkritik und Sentimentalität“ referiert Joachim Frenk, Dickens-Experte und Professor für Britische Literatur- und Kulturwissenschaft an der Universität Saarbrücken, am kommenden Mittwoch um 19.30 Uhr im Karl-Marx-Haus.

Marxens berühmter Londoner Zeitgenosse, der am 7. Februar 2012 seinen 200. Geburtstag gefeiert hätte, schrieb Klassiker der Weltliteratur, erfand Figuren wie Oliver Twist oder David Copperfield und ist mit seiner Kritik an sozialen Missständen, Bankenkrise und doppelter Moral heute noch erstaunlich aktuell. Dickens, der in seiner Jugend selbst gegen den sozialen Abstieg kämpfen musste und es als erfolgreicher Schriftsteller zu Wohlstand brachte, führte der englischen Mittel- und Oberschicht seiner Zeit vor Augen, unter welch erbärmlichen Umständen weite Teile der Bevölkerung lebten.

Seine Geschichten, die mit beißender Ironie und manchmal auch mit Sentimentalität und Melodramatik aufgeladen waren, erreichten breite Bevölkerungsschichten in einer Zeit, in der keineswegs alle seine Bücher lesen konnten. Ob man Dickens als Revolutionär bezeichnen kann, ist umstritten. Seine romantische Sehnsucht nach Gerechtigkeit wollte er – anders als der zeitgleich mit ihm in London lebende Karl Marx (1818-1883) – in der bestehenden gesellschaftlichen Ordnung verwirklicht sehen.

Der Eintritt zur Veranstaltung ist frei. Weitere Infos und Anmeldung unter 0651/97068-0 oder per Email an info.trier@fes.de.

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