AfD drin, Piraten wohl auch

TRIER. Kaum Veränderung bei den großen Parteien: Laut vorläufigem Endergebnis kommt die CDU bei der Trierer Stadtratswahl auf 34,3 Prozent, die SPD auf 26,2 Prozent und die Grünen auf 16,6 Prozent. Größter Verlierer ist die FDP, die wohl nur noch mit zwei Sitzen im neuen Stadtrat vertreten sein wird.

Das vorläufige Endergebnis der Trierer Stadtratswahl 2014.Viele Stimmen dürften die Trierer Liberalen an die AfD verloren haben, die 3,9 Prozent erzielten und wie wahrscheinlich auch die Piraten (2,5 Prozent) neu in den Stadtrat einziehen werden. Die NPD wird nach derzeitigem Stand ihren Sitz verlieren.

Das vorläufige Endergebnis (das amtliche Endergebnis der Kommunal- und der Europawahl 2014 in Trier wird in der Sitzung des Wahlausschusses am Freitag festgestellt):

CDU: 34,3 Prozent, 20 Sitze (2009: 33,4 Prozent, 19 Sitze)
SPD: 26,2 Prozent, 15 Sitze (2009: 26,9 Prozent, 15 Sitze)
Bündnis90/Die Grünen: 16,6 Prozent, 9 Sitze (2009: 17,6 Prozent, 10 Sitze)
FWG: 7,5 Prozent, 4 Sitze (2009: 9,1 Prozent, 5 Sitze)
FDP: 2,8 Prozent, 2 Sitze (2009: 8,2 Prozent, 4 Sitze)
Die Linke: 5,5 Prozent, 3 Sitze (2009: 3,6 Prozent, 2 Sitze)
NPD: 0,7 Prozent, ohne Sitz (2009: 1,1 Prozent, 1 Sitz)
AfD: 3,9 Prozent, 2 Sitze
Die Piraten: 2,5 Prozent, 1 Sitz

Die Wahlbeteiligung war mit 47 Prozent etwas höher als 2009 (45,4 Prozent).

Weitere Infos finden Sie hier.

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11 Leserbriefe | RSS-Abo

  1. Stephan Jäger schreibt:

    FWG: 7,5 Prozent, 4 Sitze (2009: 9,1 Prozent, 5 Sitze)

    Schön, dass in einer Demokratie eben letztlich doch der Wählerwille über Sitzverteilungen und Machtverhältnisse entscheidet!

  2. Marc Bastian schreibt:

    Der Wechsel von NPD zu den Piraten finde ich sehr gut.

  3. Erik Thees schreibt:

    Das Wahlergebnis ist (wie auch in den Vorjahren) interessant. Trier ist doch schon lange nicht mehr das schwarze Nest. Studenten, Angestellte und Angestellte des öffentlichen Dienstes, ganz gut situierte, prägen für mich (und für viele Besucher, mit denen ich mich unterhalte) seit langem das Bild. Es ist nicht Tübingen oder Freiburg, aber auf dem Weg dorthin und lange nicht mehr das Nest.
    Trier-Ost gleicht Tübingens französischem Viertel, Trier-Süd/Heiligkreuz ist auf dem Weg dorthin. Gediegenes Leben mit Vorgarten statt Atomkraft nein Danke.

    Und trotzdem ist die CDU deutlich stärkste Kraft. Und trotzdem bauen die Grünen ab, statt deutlich zu gewinnen.

    Ich wage eine These: offensichtlich macht die CDU den besseren Job oder ist zumindest besser aufgestellt. Die Trierer Grünen schaffen offenbar den Wechsel von den Fundis zu den Profis nicht so, wie es die Bundespartei (einmal) schaffte…

  4. U. Klein schreibt:

    “GRÜNE” (sic!): 16,6 Prozent, 9 Sitze (2009: 17,6 Prozent, 10 Sitze)

    Schön, dass in einer Demokratie eben letzlich doch der Wählerwille über
    Sitzverteilungen und Machtverhältnisse entscheidet!

    …und Herr Heinrich schleimt sich schon mal bei der CDU ein, weil nicht mal die vormals gerühmte Ampel reichen würde zur Mehrheit. Schön, dass rot-gelb-grün verloren haben; besonders herzlichen Glückwunsch an die FDP – schade, dass dann doch noch zwei Sitze rausgesprungen sind aufgrund der Filscher!

    @Marc Bastian: die Abwahl ist in der Tat sehr gut, aber den Sitz hätte besser “Die Partei” bekommen sollen; deren Inhalte gefallen mir besser als die der Piraten ;-)

  5. Rainer Landele schreibt:

    @erik thees

    sie haben schon realisiert, dass die grünen zwar prozentual verloren, aber an absoluten stimmen sogar gewonnen hat? also: stabil. so wie im grunde auch cdu und spd.

    da hat es also eigentlich gar keine verschiebungen gegeben. obwohl soviele neue mitbewerber auf den markt drängten…

  6. K. Ebel schreibt:

    Naja, die CDU ruft mittlerweile lauter nach günstigern ÖPNV-Preisen als die Grünen ode zumindest deren Zuständige für Verkehrfragen Frau Reinermann-Matatko.

    Die Grüne Forderung im Programmkatalog war eine Seilbahn durch die ganze Stadt. Das ist zwar ein netter Gedanke, aber wohl dann doch eher ein Wunsch an den Weihnachtsmann gerichtet, denn dafür fehlt der Stadt definitiv das Geld. Mit ein bisschen weniger Kostendeckung könnten die vorhandenen Busse der SWT aber tatsächlich deutlich billiger werden, was deutlich greifbarer ist.

    Die Linke forderte auf Plakaten ja auch bezahlbarere Bus & Bahnpreise, die Piraten sagen sowieso Ticketloser Nahverkehr (Richtung Nahverkehrsabgabe).

    Eigentlich steht diesen Ansätzen dann ja nur noch die SPD im Wege, denn die Grünen dürften dem günstigeren Bus dann doch nicht abgeneigt sein.

    Schauen wir mal was in Trier in den nächsten Jahren also (nicht) passiert.

  7. Anja Reinermann-Matatko schreibt:

    @ K. Ebel:

    Ist für Sie wirklich entscheidend, was die CDU als Wahlkampfgetöse nach außen ruft? Oder nicht doch was, was in den vielen internen, nicht-öffentlichen Diskussionen zu dem Thema ÖPNV-Fahrpreise diskutiert wird? Sabina Quijano (GRÜNE aus dem Landkreis TR-Saarburg) und ich waren etliche Jahre die einzigen Stimmen in der Verbandsversammlung, die gewagt haben, ihre Hand gegen den Wunsch der Unternehmen nach Tariferhöhung und das System der automatischen Anpassung der Tarife zu heben. Die breite Mehrheit in der Verbandsversammlung des VRT bilden CDU-Vertreter (in dem Fall muss man das nicht gendern, es sind in der Tat fast ausschließlich männliche Vertreter). Sie hatten es in der Hand, gegen diesen Automatismus bei den Tarifen zu stimmen.

    “Mit ein bißchen weniger Kostendeckung…”: das Geld, das wir bei den Stadtwerken entnehmen, fehlt am Ende im städtischen Haushalt. Der Haushalt der Stadtwerke und der der Stadt hängen zusammen. Je weniger Geld bei den Stadtwerken, desto weniger auch bei der Stadt.

    Es gibt Investitionen, bei denen nach ein paar Jahren Betrieb die Investitionskosten erwirtschaftet werden. Die Frage bei solchen Investitionen ist, wie die Stadt die Anfangskosten tragen kann. Dies betrifft aber nicht nur ein Seilbahn-Modell, sondern z.B. auch die Maßnahmen im Bereich der Gebäudesanierung, die uns Energiekosten sparen würden, aber wir haben nicht die Mittel, die Investitionen zu realisieren. Also sind die Energiekosten weiterhin hoch.

  8. Stephan Jäger schreibt:

    Ich hoffe jedenfalls, dass aus dem vorliegenden Wahlergebnis die notwendigen Konseuqenzen gezogen werden und wichtige Fragen wie zum Beispiel die der kommunalen Verkehrsüberwachung, die, wie sich nun klar zeigt, von einem Stadtrat, der in dieser Zusammensetzung keinen Wählerauftrag hatte, entschieden worden sind, in naher Zukunft erneut diskutiert und neu abgestimmt werden.

  9. Sönke Greimann schreibt:

    Dann darf man nun ja mal gespannt sein. Realistische Optionen für stabile Mehrheiten bieten eigentlich ja jetzt nur noch schwarz-Grün oder – Gott bewahre – die GroKo. Beides dürfte interessant werden.

    Mit Piraten, Linken, AfD, FDP und noch 4 freien Wählern wird’s jedenfalls nicht langweiliger im Stadtrat zu Trier. Ich hoffe nur, dass die drei “Großen” CDU, SPD und Grünen nicht auf den Gedanken verfallen, mit Geschäftsordnungstricksereien und Ausschussbesetzungstango eine Art Friedhofsruhe zu verordnen, damit die Inhalte, die von immerhin insgesamt 22,2% der Bürgerinnen und Bürger gewählt wurden, nicht beim Schmoren im eigenen Saft stören…

    Noch besser wäre natürlich, man würde tatsächlich mal eine Politik der wechselnden Mehrheiten ausprobieren. Ohne taktisch motivierte Grabenziehungen. Allein, mir fehlt der Glaube…

  10. U. Klein schreibt:

    Nach der netten Äußerung von Frau Reinermann-Matattko können wir Schwarz-Grün vergessen. Ich bin auch mal gespannt auf zukünftige Abstimmungen dieses Stadtrates; es ist nicht einfacher geworden, auch wenn die Unaussprechlichen nicht mehr dabei sind.
    Und Krakeeler Jäger polarisiert wieder mit dem allergrößten Problem, das wir in Trier haben. (sorry, I shouldn´t feed the troll!)

  11. Stephan Jäger schreibt:

    @U. Klein

    „Und Krakeeler Jäger…“

    Ich kann ja verstehen, Frau Klein, dass die Entäuschung darüber, dass am vergangenen Sonntag nur gar so wenige Trierer Ihre absurden politischen Vorlieben geteilt haben, groß ist.

    Aber öffentliche Beleidigungen wollen wir uns doch verkneifen. Auch wenn das persönliche Niveau (wie Sie hier ja quasi mit jedem einzelnen Posting unter Beweis stellen) zu mehr nicht reicht.

    Schade, das 16vor sowas veröffentlicht!

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