Tempo 30 in Wohngebieten

TRIER. Anlässlich des jüngsten Unfalls in der Hohenzollernstraße, bei dem ein vierjähriger Junge schwer verletzt wurde, fordert die Stadtratsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen Tempo-30-Zonen in allen Wohngebieten.

Durch hohe Verkehrsbelastung, hohe Geschwindigkeiten und oft eine unübersichtliche Verkehrsführung komme es immer wieder zu gefährlichen Situationen für Fußgänger. Besonders Kinder seien in hohem Maße gefährdet, heißt es in einer Pressemitteilung. “Deshalb sind Tempo-30-Zonen für uns in allen Wohngebieten ein Muss; sie senken nicht nur den Lärmpegel, sie sorgen auch für mehr Sicherheit im Straßenverkehr”, so Anja Reinermann-Matatko, mobilitätspolitische Sprecherin.

Christiane Wendler, jugendpolitische Sprecherin, ergänzt: “Kinder leben in Trier im Straßenverkehr gefährlich. Im Vergleich von Landkreisen und kreisfreien Städten liegt Trier an Stelle 388 von insgesamt 402 Rängen mit den meisten Unfällen im Kindesalter” (Prognos-Studie*). Laut dem Kinderunfallatlas liege die Stadt in Rheinland-Pfalz bei der Unfallquote von bis 15-Jährigen auf dem viertletzten Platz (Bundesanstalt für Straßenwesen). Die Unfallbelastung wird als “hoch” eingestuft. Die Grünen fordern daher in ihrer Mitteilung Dezernentin Simone Kaes-Torchiani zu einem Umdenken in der Mobilitätsplanung auf.

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15 Leserbriefe | RSS-Abo

  1. Stephan Jäger schreibt:

    Es ist das alte Lied: Selbst wenn diese Begrenzung jemals kommen sollte, wird sie nur soviel wert sein, wie die zumindest sporadische Kontrolle ihrer Einhaltung. In Trier also nichts!

    In der Olewiger Straße gilt Tempo 30. Ich fahre da recht häufig sowohl stadtaus- wie -einwärts mit dem Rennrad durch. Durchaus im Bereich der erlaubten Höchstgeschwindigkeit. Nicht ein einziges Mal ohne (meist mehrfach) trotz Gegenverkehrs gefährlich überholt zu werden.

    Und, was die traurigen Platzierungen in den Unfallstatistiken angeht: Daran wird sich nichts ändern, solange sich an der Besetzung der entscheidenden Positionen im Trierer Straßenverhrsamt nichts ändert. Sowas ist kein „Zufall“, sondern hat mit Personen, deren Willen und deren Prioritäten zu tun. Solange doort also Personen sitzen, die zynisch „die Funktion von Straßen“ über Leben und Gesundheit von Menschen stellen, werden eben Menschen zu Schaden kommen.

  2. Thorsten Kretzer schreibt:

    @Stephan Jäger: Deshalb fordern wir ja auch die kommunale Geschwindigkeitsüberwachung. Die von CDU und FWG mal wieder “erfolgreich” im Rat verhindert wurde.

  3. M. Ständiger schreibt:

    @Stephan Jäger:
    dito.

    Die Stadtratfraktionen und solche die es werden wollen sollten sich gerade jetzt mal positionieren. Bereits gestern forderte Herr Spang von der FGW ja quasi eine ÖPNV-Flatrate. Die Grünen jetzt Tempo-30 in der ganzen Stadt (überall wohnen Menschen), die CDU nach wie vor den Moselaufstieg, wer hat sonst noch was im Angebot? Vielleicht ja die Chance für AfD, FDP, Pirtaten, Linke und Co jetzt … mal den Mund aufzumachen…

  4. Olli Petersen schreibt:

    @ Jäger
    Wo steht denn eigentlich, wie schnell das Fahrzeug war?
    Warum war das Kind nicht an der Hand der Mutter?
    Ich kenne nichts weiter über die Umstände, aber immer nur gebetsmühlenartig geringeres Tempo für Kfz und deren Überwchung fordern ist doch langweilig.
    Ich habe übrigens die zynischen Kommentare bei dem Unfall Radfahrer mäht Fußgänger um, Avelsbacher Straße, vermisst. Was soll denn gegen dieses Klientel unternommen werden?
    Ich hoffe, dem Kind geht es schnell besser, spaßig ist das sicher nicht, kann aber leider auch bei Tempo 30 passieren.

  5. Stephan Jäger schreibt:

    @Petersen

    Das Thema hatten wir doch schon mindestens einmal. Das Fahrzeug war ZU schnell! Sonst wäre es vor dem schweren Verletzen eines Menschen auf einem bevorrechtigten Überweg zum Stehen gekommen. Auch wenn das in Trier niemanden interessiert: Solchen Überwegen hat man sich grundsätzlich anhaltebereit zu nähern, weil man eben wartepflichtig ist. Das heißt also, sobald sich Leute, erst recht Kinder, darauf zu bewegen, auch nicht mit 30! Aber jeder, der sich jemals auch nur für zehn Minuten – speziell zu den Berufsverkehrszeiten – den Querverkehr zwischen Moselufer und Saarstraße angeschaut hat, fragt sich nicht mehr, warum so etwas passiert, sondern eher, wieso es nicht jede Stunde einmal passiert. Ich bin sehr sicher, da würde auch ein Herr Stodulka „kostendeckende“ Geschwindikeitskontrollen hinbekommen, wenn er es denn jemals über’s Herz bringen würde, die „Funktion von Haupt-Verbindungsstraßen zu gefährden“ und die „armen Autofahrer abzuzocken“. Oder, anders ausgedrückt, seiner Dienstpflicht zur Durchsetzung der StVO und zur Gewährleistung der Sicherheit der Verkehrsteilnehmer in seinem Verantwortungsgebiet nachzukommen.

    Zu Ihrem zweiten Einwand: Kinder, die nicht „an der Hand der Mutter“ sind, sind Ihrer Meinung nach also auch auf Fußgängerüberwegen zum Abschuss freigegeben? Oder würden Sie auch die Mutter gerne im Krankenhaus sehen? Ich jedenfalls bin sicher, dass sie, sollte sie Ihren Kommentar lesen, Ihnen zutiefst dankbar für Ihre guten Wünsche ist.

  6. Fabian Bauer schreibt:

    Ne, Herr Petersen, ganz recht haben Sie vermutlich nicht. Kann natürlich auch bei Tempo 3o passieren, passiert da aber
    a) deutlich seltener und
    b) vergleichsweise harmloser,
    als es bei Tempo 50 passiert.

    Anhaltewege:
    Tempo 30 ca. 13m
    Tempo 50 ca. 27m

    Restgeschwindigkeit eines aus Tempo 50 abgebremsten PKW am Anhaltepunkt eines aus Tempo 30 abgebremsten PKW:
    50km/h

    Der ADAC hat es für Sie auch visualisiert (http://www.adac.de/_mmm/pdf/Verkehr_und_Mathe_Anhalteweg_45164.pdf):
    Die Kollision bei 25km/h enspricht der Fallhöhe aus dem 1.OG, die bei 50km/h der aus dem 4.OG.

    Die Letalität für Fußgänger liegt bei 30km/h im Bereich von 5%, bei 50km/h bei ca. 20% und steigt darüber dann exponentiell (aber 10km/h mehr sind immer drin, weil kontrolliert ja keiner und wenn gibts noch kein Punkt).
    (hier für die Schweiz, spezifiziert für ältere Verkehrsteilnehmer 60+, S. 86: http://www.fussverkehr.ch/fileadmin/redaktion/temp/BFU_SicherheitsDossier_Fussverkehr.pdf)

    Warum das Kind nicht an der Hand war, ist natürlich eine mehr als berechtigte Frage. Im Glauben an die Problemlösungskompetenz politisch konservativer Kräfte möchte ich eben jenen einen Vorschlag unterbreiten und im Sinne der Verkehrssicherheit jene bitten, sich diesen zur anstehenden Kommunalwahl zu eigen zu machen:
    Leinenpflicht für Kinder!

  7. S. Wiltschek schreibt:

    @Fabian Bauer,

    sehr gut dargestellte Zahlen, die das “Dummgequatsche” mancher Menschen zerfleddert.

    Leider scheint es in und um Trier tatsächlich so zu sein, dass immer erst etwas geschehen muss, bis sich unsere ganzen reaktionären Kräfte endlich bewegen.

    Ich persönlich bin über zwei Jahre gegen die Wand gelaufen um in unserem kleinen Örtchen wenigstens ein paar Verkehrsberuhigungen genehmight zu bekommen.

    Was wurde da geblockt, verleugnet, gelogen, … unfassbar wenn man daran denkt, dass es darum ging Menschen und speziell Kinder vor Schwersten Verletzungen zu schützen.

    Jetzt stehen die, VON DEN ANWOHNERN dieser TEMPO-30-ZONE bezahlten
    (nicht ein Cent wird die Gemeinde belastet!) baulich-technischen Massnahmen bei mir vor der Garage und warten darauf, dass wir sie endlich anbringen dürfen.

    NATÜRLICH nur mit dem OK des VG-Trier-Land Ordnungsamtes. Die gehen natürlich hin und fragen den Bauauschuss der Gemeinde Newel, ob das in Ordnung geht. Obwohl der Ortsbeirat unseres kleines Dorfes den Sinn dieser notwendigen Verehrsberuhigung eingesehen hat und dies empfohlen hat.

    Ich hoffe, dass im Rahmen der anstehenden und für einige Herschaften bedrohlichen Kommunalwahl (weil se abgestraft ==> nicht mehr gewählt werden)
    doch noch zum Wohle der schützenswertesten Gruppe unser Gesellschaft, nämlich der Kinder entschieden wird.

    Tschuess denn und allen ein erholsames und bedenkenswertes Osterfest !

    Stephan

  8. Olli Petersen schreibt:

    @ Jäger
    Warum kannibalischeren Sie eigentlich alles was ihnen nicht in den Kram passt?
    Natürlich habe ich nicht behauptet, dass jemand zum Abschuss frei gegeben ist. Hier kann man auch von mangelnder Aufsichtspflicht sprechen.
    Nur die Umstände, die zu einem solchen Unfall führen sollte man immer, egal bei welcher Geschwindigkeit, bei Bewertungen mit einbeziehen.
    Polemisieren bringt auch nichts. Zutiefst dankbar, so ein Quatsch!
    Was war eigentlich mit dem Radfahrrowdy? Kein Wort darüber, weil es ja ein lieber Radfahrer war.
    @ F. Bauer
    Außer hier auch noch den ADAC zu Hilfe zu ziehen haben Sie natürlich Recht. Statistiken des ADAC sind eben nur Statistik, wie auch immer zustande gekommen. Doch was nützt die Theorie?
    An vielen Stellen gehören auch keine Fussgängerüberwge hin, weil sie dem schwächeren Verkehrsteilnehmer Sicherheit suggerieren, die nicht da ist. Ob das Kind das wusste, wage ich zu bezweifeln. Ob dort einer hin gehört kann ich nicht beurteilen. Subjektiv ja, aber Zählen liegen mir keine verlässlichen vor.

  9. V.Clemens schreibt:

    Herr Petersen, das Auto war zu schnell. Hätte es sich mit mäßiger Geschwindigkeit dem Überweg genähert, dann hätte es Anhalten können.
    Das Kind war nicht an der Hand der Mutter, weil es mit seinem Laufrad unterwegs war. Das ist nicht verboten. Oder müssen Ihrer Meinung nach alle Kinder an die leine?
    Gut, bei der Verkehrsmoral in Trier wäre es sicherer.
    Bei der Überwachung der Fußgängerüberwege auf der Verwaltung herumzuhacken ist jetzt auch nicht richtig. Das Konzept aus dem Ordnungsamt zur Verkehrsüberwachung war/ist richtig gut. Aber eben politisch nicht gewollt.
    Wäre dies so angenommen worden, hätte die Polizei genügend Personal frei gehabt, um die Überwege zu Kontrollieren. das Bußgeld hierfür sieht nach neuer Regel 1 Punkt und 80 Eur. vor.
    In der Saarstr./ Gilbertstr. oder in der Avelsbacher str. ist das ein recht einträglich Geschäft. Hier VERDECKT kontrolliert, lassen sich bestimmt 4 Stellige Umsätze erzielen. In einer Stunde.
    Aber: es ist halt nicht gewollt.

  10. Stephan Jäger schreibt:

    @Olli Petersen

    „Hier kann man auch von mangelnder Aufsichtspflicht sprechen.“

    „An vielen Stellen gehören auch keine Fussgängerüberwge hin,“

    Prima! Die Mutter wegen Verletzung der Aufsichtspflicht angezeigt, die Fußgängerüberwege weg und die Welt ist in Ordnung!

    Sollen Ihrer Meinung nach die Leute, die zu Fuß aus der Krausstraße kommen, bis zur Saarstraße hoch oder zum Moselufer runter gehen, um auf die andere Seite der Hohenzollernstraße zu kommen, nur, damit die eiligen Kraftfahrer ihre 70 km/h durchgängig halten können? Es gibt Städte, da bedeuten Fußgängerüberwege Sicherheit und suggerieren sie nicht nur. Aber, wenn ich mir die Rathauszeitung vom 01.04. ansehe, wenn ich den Leiter eines Straßenverkehrsamtes damit gegen eine Geschwindigkeitsbegrenzung argumentieren lese, dass „fraglich ist, inwieweit sie überhaupt eingehalten wird“, dann kann ich nur vermuten, dass Sicherheit in Trier seitens der Verwaltung einfach nicht gewollt ist.

    Was soll ich denn zu denn zu dem Radfahrer sagen, Herr Petersen? Ein A…loch ist ein A…loch. Egal, ob es im Auto, auf dem Fahrrad oder vor dem Computer sitzt und Leserbriefe schreibt. Nur das mit der Tonne Blech um sich herum richtet halt den größten Flurschaden an.

    Ach ja: Auf deutsch heißt das, was Sie meinen übrigens „mangelnde Erfüllung der Aufsichtspflicht. So wie es da steht, haben Sie sogar recht. Mit „Aufsichtspflicht“ hat ein Unfall PKW gegen Kind an einem Fußgängerüberweg nämlich wirklich nichts zu tun

  11. Chris Steil schreibt:

    Trotzdem kennen wir alle nicht die genauen Umstände.
    Und Bemerkungen über den angesprochenen Radfahrer habe ich auch nicht gesehen. Wie die so rumfahren könnte ich täglich auf Video aufnehmen. Aber 30 in Wohngebieten könnte ich mir auch gut vorstellen. Das hilf aber auch nix bei den Unverbesserlichen.

  12. Erik Thees schreibt:

    Was spricht eigentlich gegen Tempo30 in den meisten Wohnstraßen, jenseits der Alleen und zentralen Zu- und Wegfahrstraßen?
    Die Trierer Volkswirtschaft wird doch nichts ausbluten, wenn in den Wohnstraßen Tempo 30 ist., ich kann mir auch nicht vorstellen, dass Tempo50 in Saar- oder Hohenzollernstraße sein muss.
    Innerhalb der römischen Stadtgrenzen 30, mit Ausnahme der Alleen und fertig.
    Dazu ein paar feste Foto-Automaten installieren und schon läuft nicht alles anders, aber vieles besser. Es wäre schön, man könnte dies einmal (auch hier!) nüchtern und ohne die üblichen Beißattacken diskutieren.
    Das hat doch nichts mit Gängeln der Bürger zu tun!

  13. Michael Merten schreibt:

    Als langjähriger Bewohner des “Karl-Marx-Viertels” kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen, daß Tempo 50 in vielen Straßen einfach zu schnell ist, da ist einfach keine Sicherheit mehr gewährleistet an vielen Stellen.

    Tempo 30 in Wohngebieten führt sicher nicht dazu, daß plötzlich auch alle Tempo 30 fahren.
    Es ist aber trotzdem keine Maßnahme ohne Wirkung. Wenn 50 gilt, fahren viele Leute bis zu 70 KM/H. Bei Tempo 30 werden die meisten Leute in den Wohngebieten vermutlich zwischen 40 und 50 fahren. Das ist immerhin eine Verbesserung. Sie würde nicht viel Geld kosten, außer daß ein paar Schilder aufgestellt werden müssen. Von daher eine gute Forderung der Grünen, die Unterstützung finden sollte.

  14. Fabian Bauer schreibt:

    Auch wenn inzwischen einige Tage verstrichen sind und ich kein Freund der Leserbriefschlacht (dafür aber der hiesigen “3-strikes-Regel”) bin, lege ich Wert auf folgdene Feststellung:

    – Die Anhaltewege eines PKW gehorchen nicht “den Statistiken das ADAC”, sondern den Gesetzen der Physik. Inzwischen haben wir gelernt, dass tatsächlich nicht alle Zahlen des ADAC stimmen – es ist Ihnen unbenommen sie sich in 1000 anderen Quellen zu suchen (http://bit.ly/1hhokCL).

    Zum immer wieder zitierten Radfahrer – hier hat mein eigenes Kontroll- und Zensursystem mich von einem Beitrag abgehalten. Außerhalb des Kontextx der Meldung sei es mir hier gestattet:
    Wie !dumm! kann man sein!?

  15. Chris Steil schreibt:

    Hallo Herr Bauer,
    Ich hoffe für Sie, dass Sie mit Ihrem letzten Satz niemanden beleidigen wollten .

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