Trier – deine Künstler: Minerva Minnettie

Not macht kreativ: Als Kind bastelte Minerva Minnettie ihr Spielzeug selbst. Foto: privatSie hat die wohl kleinste Galerie in Trier. Im Erdgeschoss der Hausnummer 4 sorgt Minerva Minnettie für den ersten Farbtupfer in der Saarstraße. Durch das benachbarte Geschäft für Künstlerbedarf dient ihr kleines Ladenlokal auch als Inspiration für passierende Kunden. Arbeiten der Jamaikanerin sind derzeit auch in der Jahresausstellung der Kulturwerkstatt in der Tufa zu sehen. Sie hofft, dass die Besucher der Ausstellung, die noch bis zum 20. Dezember dauert, nicht nur aus Künstlerkollegen bestehen. “Es scheint, als hätten wir in Trier mehr Maler und Bastler als Kaufinteressenten.”

Wie kamen Sie zur Kunst?

Schon als Kind war ich kreativ und musste mir mein eigenes Spielzeug basteln, da es meiner Familie in Jamaika an Geld mangelte, welches zu kaufen. Später fing ich an, mit Farben und anderen Materialien zu experimentieren und schließlich in Acryl zu malen.

Gibt es Künstler, die Sie inspirieren/inspiriert haben?

Picasso, Ernst Fuchs, Jonathan Meese, Nick Cave.

Autodidakt oder Ausbildung/Studium?

Ich bin in erster Linie Autodidakt, habe aber zusätzlich einige Kurse an der Europäischen Kunstakademie belegt.

Gibt es ein Kunstwerk, das Sie bewundern?

David and Bathsheba” von Ernst Fuchs.

Mit welcher/n Technik/en arbeiten Sie?

Acryl, Öl, Erde, Holz, Rost, verschiedene Pasten und Effektlacke.

Was gibt Ihnen Kunst?

Die Möglichkeit, mich auszudrücken.

Was ist ihr künstlerischer Antrieb?

Ich inspiriere mich sowohl von Dingen, Musik und Menschen um mich herum, aber auch von alten jamaikanischen Traditionen.

Können Sie von Ihrer Kunst leben?

Momentan eher schlecht als recht, aber das war ja bei allen Künstlern so.

Wie beurteilen Sie die Künstlerszene in Trier?

Es gibt viel Potenzial in Trier, leider vermisse ich das Interesse der Bevölkerung. Die Jahresausstellung zum Beispiel wird vorwiegend von Menschen besucht, die selbst Künstler sind. Und viele Besucher meiner kleinen Galerie kommen sich Inspirationen über Techniken holen, nachdem sie in der Bastelstube nebenan einkaufen waren. Es scheint, als hätten wir mehr Maler und Bastler als Kaufinteressenten.

Wie lässt es sich in Trier als Künstler arbeiten?

Man kann hier gut arbeiten, weil es ruhig ist, und es bei genauem Hinsehen viele Dinge zu entdecken gibt.

"Weiße Blume" von Minerva Minnettie.Wo kann man Ihre Werke sehen?

Auf verschiedenen Ausstellungen im Umland von Trier und in Luxemburg. Derzeit in der Tufa-Jahresausstellung und in meiner Galerie/Dauerausstellung in der Saarstrasse 4.

Wo würden Sie gerne mal ausstellen?

Paris, New York, London, Berlin.

Minerva Minnettie wurde in Mandeville auf Jamaika geboren. Bereits als Kind entdeckte sie ihre Kreativät: Mit sechs Jahren bastelte sie ihr erstes Spielzeug aus Naturmaterialien wie Erde, Holz, Stoff und Haar. Um ihre Techniken zu verfeinern, hat sie die Europäische Kunstakademie in Trier besucht und verschiedene Kurse belegt. Das malende Model beziehungsweise die modelnde Malerin arbeitet mit Öl, Acryl, Blattgold, Sand, Kaffee, Holz, Rosteffekten sowie diversen Gel- und Steinarten.

Weitere Informationen finden Sie hier.

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2 Leserbriefe | RSS-Abo

  1. Friedhelm Busche schreibt:

    “Es scheint, als hätten wir mehr Maler und Bastler als Kaufinteressenten”. Ich bin Bäcker und finde es auch blöd, daß immer mehr Menschen ihren Kuchen selber backen anstatt ihn bei mir zukaufen.

  2. Heinz Kreil schreibt:

    In welcher Bäckerei backst du? Ich brauche dringend einen Kuchen. Brot und Kunst kann ich mir nicht leisten…

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