“Trier ist doch nicht Hallig Hooge”

Es gehe nicht mehr um das “ob”, sondern nur noch um das “wie”, erklärte OB Jensen (SPD), als er am Mittwoch über den Sachstand in Sachen Westtrasse informierte. Dass deren Reaktivierung für den Personenverkehr kommen wird, davon sind er sowie Landesminister Lewentz und der Chef des Zweckverbands SPNV Nord, Dr. Geyer, inzwischen “felsenfest” überzeugt. Das Trio präsentierte indes einen sehr ambitionierten Zeitplan: Bis Dezember 2017 werde man fünf neue Haltepunkte realisieren, dann sollen im Halbstundentakt Regionalbahnen auf der Trasse verkehren und Trier besser an Luxemburg anbinden. Geplant ist auch eine neue Linie zwischen Ehrang, Konz und Saarburg. Dass noch etwas den Zug aufhalten könnte, glauben die Verantwortlichen in Mainz und Koblenz nicht. Stattdessen üben sie Kritik an Berlin und der Bahn AG. Denn spätestens 2015 wird Trier komplett vom Fernverkehr abgekoppelt werden. 

TRIER. Liegt Trier nun im Herzen Europas oder am Rande der Republik? Sowohl als auch, meint Roger Lewentz und holt jetzt aus zu einer Fundamentalkritik an der Deutschen Bahn AG. Dass diese ihren Fernverkehr von und nach Trier zunächst stark ausdünnte und nach Lage der Dinge im Dezember 2014 komplett einstellen wird, sei ein Ding der Unmöglichkeit. Auch Deutschlands Randlagen müssten an das Fernverkehrsnetz angeschlossen bleiben, schließlich lägen diese ja auch im Zentrum des Kontinents. Für Klaus Jensen (SPD) ist die Unternehmenspolitik des Konzerns “skandalös”, man könne eine Anbindung der Moselstadt im Dreiländereck doch nicht allein an ökonomischen Maßstäben festmachen, kritisierte der Sozialdemokrat. Denn würde man das tun, dann dürfe auf “Hallig Hooge” keine Post mehr zugestellt werden, so Jensen.

Eigentlich hatte es in der Pressekonferenz im Rathaus ausschließlich um den Nahverkehr gehen sollen. Der wird von den Bundesländern organisiert und bestellt. Während im Dezember kommenden Jahres der neue Rheinland-Pfalz-Takt 2015 für eine deutliche Angebotsverbesserung auch in der Region Trier sorgen soll, war es um ein anderes Vorhaben zuletzt auffallend ruhig geworden – der geplanten Reaktivierung der Westtrasse zwischen Ehrang und Konzer Eisenbahnbrücke. Seit Mitte der 1980er Jahre verkehren auf diesem voll funktionstüchtigen und elektrifizierten Streckenabschnitt nur noch Güterzüge, seit gut 20 Jahren wird darüber diskutiert, diesen auch wieder für Personenzüge zu nutzen. Nun werde es konkret, kündigte Jensen zum Auftakt der Pressekonferenz an, er sei sich absolut sicher, dass die Reaktivierung kommen werde, betonte der OB und gab das Wort an seinen Parteifreund, Infrastrukturminister Roger Lewentz weiter. Der hob hervor, dass das Vorhaben für die Landesregierung eine besondere Bedeutung habe, insgesamt 21,3 Millionen Euro seien hierfür eingeplant und sollten in den Doppelhaushalt 2014/2015 eingestellt werden. Für die Umfeldgestaltung der künftigen Haltepunkte sagte Lewentz der Stadt Zuschüsse von 85 Prozent zu. Somit werde der hoch verschuldete städtischen Etat kaum belastet, auch wenn bis dato niemand in absoluten Zahlen sagen kann, wie viel Geld die Stadt für die Umfeldgestaltung der fünf Haltepunkte benötigen wird.

Nächster Halt: Hafenstraße

Dafür ist jetzt klar, welche Haltepunkte in einem ersten Schritt realisiert werden sollen. Insgesamt 13 Standorte hat das Bopparder Büro Stadt-Land-Bahn untersucht, die Station “Hafenstraße” galt schon zuvor als gesetzt und soll den Ehranger Bahnhof ersetzen. Als vorrangig betrachten der Zweckverband Schienenpersonennahverkehr (SPNV) Nord und das Land weitere Stationen in Pallien an der Kaiser-Wilhelm-Brücke, am alten Westbahnhof unweit der Römerbrücke, in Euren sowie in Zewen. Für den Palliener Haltepunkt prognostizieren die Gutachter ein potenzielles Fahrgastvolumen von fast 1.800 Nutzern pro Tag. Das läge noch über dem, was das Büro für die Hafenstraße erwartet, wo demnach täglich etwa 1.700 Fahrgäste aus- und einsteigen würden. Der Westbahnhof würde von rund 1.200 Bahnfahrern genutzt, Zewen käme auf etwa 600, Euren nur auf rund 300. Auf die Frage, wie denn solche Potenziale ermittelt würden, erklärte SPNV-Chef Geyer, in dieses “recht komplizierte Rechenmodell” seien unterschiedliche Daten eingeflossen, natürlich die Einwohnerzahl, aber auch im Rahmen der Erstellung des städtischen Mobilitätskonzepts gewonnene Zahlen. Und gerade bei Pallien und Westbahnhof erhoffe man sich auch Nutzer von der östlichen Moselseite, schließlich bräuchten die nur mal eben über die Brücke, um dann zum Haltepunkt zu gelangen.

Hoffnung und Zuversicht scheinen in jedem Falle angezeigt, wenn man sich den Fahrplan für die Reaktivierung anschaut: Im Dezember 2017 sollen die beiden neuen Regionalbahnlinien starten. Nachgefragt, ob die Verantwortlichen denn ernsthaft glaubten, dass sich binnen vier Jahren alle fünf neuen Haltepunkte fertigstellen lassen, zeigten sich Geyer, Lewentz und auch Jensen überzeugt, dass dies zu schaffen ist. Auch Baudezernentin Simone Kaes-Torchiani ließ keine Skepsis ob des engen Zeitplans erkennen und sprach von einer “großen Chance” für die westlichen Stadtteile; diese würden durch die Anbindung aufgewertet, ist die Christdemokratin überzeugt. Ob denn die Trasse auch reaktiviert werde, wenn bis zum Stichtag nicht sämtliche Stationen realisiert sein sollten? “Das muss jetzt als eine Einheit durchgezogen werden”, betonte Geyer und ergänzte: “so wie auf der Oststrecke wird es jedenfalls nicht gehen!”

Besagte Oststrecke führt über den Hauptbahnhof, und eigentlich hatten entlang dieser Trasse bereits etliche neue Haltepunkte für die Regionalbahn realisiert werden sollen. Doch die ehrgeizigen Pläne verhagelte das Trauma von Ehrang: Der Bau des Haltepunkts “Ehrang Ort” wurde seinerzeit nicht nur wesentlich teurer als geplant, seine Fertigstellung verzögerte sich auch über viele Jahre. Nach dieser Erfahrung trauten sich Stadtrat und Verwaltungsspitze erst einmal nicht, weitere Haltepunkte in Angriff zu nehmen. “Ehrang Ort” sollte sich nicht wiederholen! Doch auch ohne diese Erfahrung lauern auf dem Weg zur Reaktivierung der Westtrasse nicht wenige Unwägbarkeiten. Beispiel Zweigleisigkeit zwischen Igel-West und deutsch-luxemburgischer Grenze. Ohne diese lasse sich das Konzept einer zusätzlichen, stündlich ins Großherzogtum verkehrenden Regionalbahn schwerlich realisieren, so Geyer; das Nadelöhr würde bei einer Ausweitung des Angebots für erhebliche Probleme im Betriebsablauf sorgen.

2007 war der Ausbau des nur rund zwei Kilometer langen Streckenabschnitts von Bund, Land und Stadt beschlossen worden, im vergangenen Jahr sollte das zweite Gleis liegen. Das hätte es auch, ist OB Jensen überzeugt, doch dann habe bekanntlich Berlin auf die Bremse getreten und die Abmachung wieder infrage gestellt. Tatsächlich hatte Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) den Nutzen des von seinem Amtsvorgänger Wolfgang Tiefensee (SPD) übernommene Projekts plötzlich wieder infrage gestellt, und hätte sich die luxemburgische Regierung nicht bereit erklärt, acht der voraussichtlich knapp 20 Millionen Euro Baukosten zu übernehmen, von der Zweigleisigkeit würde heute wohl niemand mehr sprechen.

Von Pallien auf direktem Weg nach Saarburg

Auch im Großherzogtum strich man zwischenzeitlich Eisenbahnprojekte zusammen. Eine direkte Gleisanbindung des Flughafens Findel sowie des Banken- und Europazentrums auf dem Kirchberg wird es nicht geben. Stattdessen ist nun ein neuer Haltepunkt im Pfaffenthal geplant. An der “Roten Brücke” soll der neue Umsteigepunkt “Gare Pont Rouge” bis 2018 stehen, von ihm werden die Fahrgäste auf eine Ebene mit dem Kirchberg gelangen, der dann auch an die neue Tram angeschlossen wäre. 50 Minuten werde es dann dauern, um mit dem Zug von Trier-West zum Kirchberg zu gelangen, bezifferte Geyer. Die aus Trier kommenden Bahnen würden über Luxemburgs Hauptbahnhof hinaus zu besagten Umsteigepunkt fahren.

Ein weiterer Umsteigepunkt könnte in Konz entstehen, denn auf der Westtrasse soll neben einer von Wittlich aus kommenden Pendlerlinie nach Luxemburg auch eine Regionalbahn in Richtung Saar verkehren. Starten wird die neue Linie am Haltepunkt Hafenstraße, enden in Konz. Lediglich in Stoßzeiten soll die Regionalbahn dann auch bis Saarburg fahren. Von Ehrang oder Pallien nach Konz? Das Potenzial auf dieser Verbindung, die Geyer als “Kurzläufer” bezeichnete, dürfte sich bislang arg in Grenzen halten. Das räumt auch der SPNV-Chef ein, doch lägen dieser Idee andere Überlegungen zugrunde: Fahrgäste aus Pallien sollten beispielsweise in Konz die Möglichkeit haben, in den Regionalexpress in Richtung Saarbrücken, Kaiserslautern und Mannheim umzusteigen. Ab Dezember 2014 sollen die Verbindungen von Koblenz über Trier nach Luxemburg und in die drei Städte im Saarland, der Pfalz und Nordbaden deutlich verbessert werden.

Ob denn dann auf der Moselstrecke überhaupt noch Kapazitäten frei wären für IC- oder gar ICE-Züge. “Die Tür ist nicht zu”, versicherte Geyer, der aber zugleich deutlich machte: Alle Signale vonseiten der Bahn AG deuteten daraufhin, dass Trier Ende nächsten Jahres komplett vom Fernverkehr abgekoppelt werde.

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26 Leserbriefe | RSS-Abo

  1. P. Baumbach schreibt:

    Ja die Bahn hat es halt erkannt das wir keine Großstadt sind und nimmt uns aus dem Netz .
    Und wir diskutieren über ein weiteres Einkaufszentrum als wären wir eine Großstadt .
    Schade als Eingeborener sagen zu müssen das Trier zugrunde gehen wird an dem Gedanken des Zentrums hier in der Region zu sein .
    Die Zeiten sind schon lange her

  2. Dirk Schwänzl schreibt:

    So toll es ist, dass sich bezüglich ÖPNV im Umkreis von Trier etwas tut … wenn man sich die ganzen Aussagen der verschiedenen Politiker und deren Umfeld anhört, dann kann man verstehen, warum kein Mensch mehr wählen geht. Glauben die denn selbst ernsthaft, dass bis Ende 2017 alles fertig gebaut ist und eröffnet werden kann?
    Es wird doch so laufen wie bei allen größeren Projekten: es dauert länger und es wird teurer. Und am Ende wundern sich dann alle, dass die Strecke mit vielleicht 2 eröffneten Haltepunkten nicht genug zahlende Kunden anzieht.

  3. Dirk Kranz schreibt:

    Es ist doch seit langem absehbar, dass Trier vom DB-Fernverkehr abgehängt wird. Hätte eigentlich früher schon mal auffallen können. Übrigens wird auch Koblenz aufgrund der ICE-Trasse Frankfurt/Main-Köln zunehmend links bzw. rechts liegen gelassen, was Triers Anschluss nochmals verschlechtert.

    Ich bezweifle, dass sich unsere Kommunalpolitiker_innen über die Folgen dieses Streichkonzerts für die Universitätsstadt Trier im Klaren sind. Trier wird damit für Studierende wie Dozierende, die nicht aus der Region kommen, ziemlich unattraktiv.

    Vor Jahren hat es doch mal eine lokale Politik-Größe geschafft, der DB eine frühe ICE-Verbindung nach Berlin abzutrotzen. Wäre das letztlich nicht eine grandiose Verarsche gewesen, könnte man dem OB Nachhilfeunterricht bei dem betreffenden Herrn empfehlen …

  4. Theodor Wolber schreibt:

    Schon seit Beginn der Diskussion habe ich den Verdacht, beim Thema “Westtrasse” sind Sozialromantiker am Werk. Die DB gibt Trier im Fernverkehr auf , wegen fehlender Nutzer. Die Landesregierung und der OB generieren 5600 Nutzer für die Westtrasse. Wo kommen die denn alle her? Die Stadtteile links der Mosel von Ehrang bis Zewen haben cirka 26.000 Wohnberechtigte, davon cirka die Hälfte Erwachsene ( 13000). Davon sollen jetzt plötzlich 5600 die neue Westtrasse benutzen. So einfach geht Statistik.
    Ganz so einfach ist es aber sicher nicht, denn dann würden auf den Strassen im Westen keine PKW mehr fahren, sondern nur noch Lastzüge und LKW´s. Und für genau die brauchen wir den Moselaufstieg und die Meulenwaldautobahn.

  5. MGrunwald schreibt:

    1800 potentielle Fahrgäste alleine in Pallien? Wo sollen die denn alle herkommen? Und wie? Mit dem Auto? Und dann wo parken?

    Meiner Meinung nach wird dieses Projekt eine Totgeburt. Es muß eine gute Begründung geben, *warum* so viele Menschen die komplett unzuverlässige DB nutzen wollen. Man kann Menschen nicht vorschreiben, wie sie sich von A nach B bewegen sollten. Das Kosten/Nutzen-Verhältnis steht bei diesem Projekt in keinem Verhältnis und fällt für mich unter die Rubrik “Geld aus dem (Zug-)Fenster werfen”. Es gibt eine Menge anderer Projekte im Raum Trier, die diese finanzielle Investition eher nötig hätten.

  6. Stephan Jäger schreibt:

    @MGrunwald

    “Man kann Menschen nicht vorschreiben, wie sie sich von A nach B bewegen sollten.“

    Welch überzeugendes, in diesem Zusammenhang noch nie gehörtes Argument. Glückwunsch!

    Nein, kann man natürlich nicht. Man könnte aber – außer in Trier vielleicht – von erwachsenen, denkenden Menschen erwarten, dass sie in der Lage sind, von selbst zu erkennen, dass eine bestimmte Art sich zu bewegen in einer bestimmten Situation ab einer bestimmten Anzahl von Leuten, die sich gleichzeitig bewegen möchten, eher ungeeignet ist.

    Aber…ach nee, stimm ja: Dass der Trierer Stadtverkehr sich im Zustand des Dauerinfarkts befindet, liegt ja nur daran, dass wir keinen Moselaufstieg und keine Meulenwald-Autobahn haben. Und, dass die Ampeln so doof geschaltet sind.

  7. E. Neumann-Overholthaus schreibt:

    …und dann würde mich noch interessieren, wieviel Liter Benzin oder Diesel man im Zug mitnehmen darf.

  8. S. Wiltschek schreibt:

    @MGrunwald,

    wohl wahr, wohl wahr………

    Wenn denn dann, mit viel teuer Geld, die ganzen Haltestellen neu gebaut worden sind und wenn die Herschaften dann merken, dass trotzdem keiner da einsteigt, weil man ja viel lieber mit der Protzkiste nach Luxusburg fahren will, ist das Gejammer wieder gross.

    Kommen wir damit zum Lieblingsthema, hehe !

    Für das Geld könnte man locker eine neue Eissporthalle bauen. Aber sowas von locker.

    Da sin mer dann wieder. Auch wenn es allen auf den Zeiger geht.

    Jajaja ich weiss.

    “Die Schulen sind kaputt” “Die Kultur (Theater Trier usw usw) leidet unter chronischen Geldmangel” “Die Straßen sind total freckt” ” Ausserdem wollen mer ja immer noch “Stadt am Fluß bauen” usw usw.

    Denkt mal an die Kids und den dazugehörigen Erziehungsberechtigten.

    Wir hatten ja so einen tollen Winter. Ich glaube, bis in den Mai hinein.
    Da konnte man als Familie sooooo richtig viel veranstalten, gell ? Das Überangebot in Trier führte dazu, dass ständig Krach in den Familien herschte, weil keiner wusste, auf was man sich einigen soll. Ironie aus.

    schönen Tach noch.

  9. Martin Müller schreibt:

    @TWolber: Ich weiß nicht was ein effizienter, leistungsfähiger ÖPNV mit “Sozialromatik” zu tun hat. Gerade die Meulenwaldautobahn ist das beste Beispiel dafür, dass Autobahnromantiker unser Problem sind, weil sie denken Straßenbau wäre per se gut. Es gibt kein vernünftiges Argument den Verkehr über eine ausgebaute Biewertalbrücke zu führen. Stattdessen eine 150-Mio-€ teuere neue Autobahn durch ein hochsensibles Waldgebiet. Dagegen ist die Westtrasse mit 19 Mio € “Portokasse”. Und richtet keine ökologische Schäden an. Der Spruch ist zwar alt, aber war: “Sie stehen nich im Stau. Sie sind der Stau.” Mit der Westtrasse gibt es für viele Pendler aus dem Umland ins Industriegebiet Zewen oder nach Luxemburg eine echte Alternative. Und die 80% Trierer Quell- und Zielverkehr bekommt man mit einem Moselaufstieg auch nicht weg. Die, die in Trier im Stau stehen wollen nach Trier. Man kann es nicht oft genug widerholen. Im Gegenteil: neue Straßen ziehen auch mehr Verkehr an.

  10. Martin Müller schreibt:

    … den Verkehr nicht über eine ausgebaute Biewertalbrücke …
    sollte es heißen!

  11. Helmut heibel schreibt:

    Wenn man sich den Verlauf der Westtrasse neutral ansieht, so erkennt man, dass diese für den Personenverkehr denkbar ungünstig verläuft. Man ist an jedem denkbaren Haltepunkt, mit Ausnahme vielleicht der Stelle in Pallien (HST) fußläufig weit von denkbaren Zielen entfernt.
    Es scheint doch offensichtlich, was hier mittelfristig gewollt ist, der Gütertransport soll vom Mittelrhein verlagert und über diese Strecke durch die Eifel geführt werden.

  12. Jean Klein schreibt:

    Ein gutes ÖPNV Angebot funktionniert: Bestes Beispiel ist die Buslinie 118, finanziert von Luxemburg, welche Morgens und Abends gerammelt voll ist, und das bei einem angenäherten 5-Minuten Takt !

    Wenn dann die Luxemburger noch den Haltepunkt ‘Pont Rouge’ bauen werden auch die Fahrzeiten mit dem Zug nach Luxemburg sehr attraktiv sein. Man sollte froh sein dass die Weststrecke noch existiert sonst wäre es mit 19 Millionen überhaupt nicht getan.

  13. Jürgen Förster schreibt:

    Man reibt sich die Augen angesichts der wahrlich seltsamen Diskussionsbeiträge einiger Vorredner: Es gibt in Deutschland eine ganze Reihe von Beispielen erfolgreicher Streckenreaktivierungen – auch bei Strecken, die jahrelang völlig stillgelegt waren, eingleisig und nicht elektrifiziert sind. Bei der Weststrecke sind die Voraussetzungen völlig andere: zweigleisig, elektrifiziert – und in Betrieb, so dass sämtliche Betriebs- und Sicherungseinrichtungen vollständig funktionsfähig vorhanden sind – dazu ein enormes Fahrgastpotential, denn nach Luxemburg geht nun einmal der stärkste Verkehrsstrom aus Trier (…und nicht nach Düsseldorf oder Frankfurt). Man fragt sich eher, warum der Personenverkehr auf der Westbahn überhaupt je eingestellt wurde, bzw. warum die Reaktivierung nicht längst erfolgt ist!
    Zum Fernverkehr: die Einstellung ist logische Konsequenz aus Bahnreform (eigenwirtschaftlicher Betrieb, Gewinnorientierung – anders als bei der Grundversorgung durch die Post, Herr Jensen!), mäßiger Nachfrage (wir sind halt nur eine kleine Großstadt!) und ungünstiger Topographie (lange Fahrzeiten entlang von Mosel und Rhein) – dem sollten wir nicht lange nachweinen. Moderne Regionalzüge sind fahrgastfreundlicher als die uralten IC-Wagen (bis auf die fehlende Reservierungsgmöglichkeit) und bis Koblenz keine Minute langsamer. Was vielmehr dringendst vonnöten ist: eine Renovierung des Umsteigeknotens Koblenz, mit Rolltreppe oder Aufzug endlich auch am ‘Trierer’ Bahnsteig mit Gleis 8/9!

  14. Dirk Schwänzl schreibt:

    >Jean Klein schreibt:
    >Ein gutes ÖPNV Angebot funktionniert: Bestes Beispiel ist die Buslinie 118, >finanziert von Luxemburg, welche Morgens und Abends gerammelt voll ist, und >das bei einem angenäherten 5-Minuten Takt !

    Sie geben die Antwort und das zukünftige Problem für die Westtrasse schon gleich in Ihrem Satz mit: finanziert von Luxemburg!
    Wer steigt denn bitte schon in den Zug, wenn es parallel dazu eine preisgünstigere Bus-Alternative gibt, die auch noch an viel nähreren Haltestellen anhält?
    Fallen die ganzen Luxemburg-Pendler als Nutzer der Westtrasse schon mal weg. Wer bleibt dann noch übrig? Die paar Leute, die nach Zewen/Euren ins Industriegebiet fahren. Und da bezweifel ich dann ehrlich, dass sich das für die Bahn rechnet.

  15. M. Hoffmann schreibt:

    @ Jürgen Forster

    Dass es in Koblenz keine Aufzüge gibt, habe ich hier schon mehrfach gelesen. Wie man darauf kommt, weiß ich allerdings nicht. Ich bin erst letzte Woche in Koblenz mit dem Aufzug hoch zu Gleis 9 gefahren. Ging sehr gut. Man muss nur wissen, dass die am Ende des Gleis sind bzw. im zweiten Tunnel.. (das ist zugegeben ausbesserungsfähig ausgeschildert)

    Zum Thema: Verstehe ich das richtig, dass die Weststreckenbahnhöfe nur aus Lux und Wittlich angefahren werden nicht vom Hbf? Wurde nicht mal eine Trierer Rundstrecke angedacht, mit der man gut innerhalb der Stadt mit der Bahn fahren kann? Das wäre doch ein interessantes Angebot gewesesen. Schade, dass das Potential verschenkt wird.
    Trotzdem sehr gut und (angesichts des Dauerverkehrskollaps) auch notwendig, dass im Westen neue Strecken hinzukommen.

  16. Jean Klein schreibt:

    @D.Schwänzl:

    Die Westtrasse spricht ein Publikum an das den Bus nicht benutzen kann weil er nicht dort vorbei fährt. Zu ihrer Information, der Bus 118 fährt ab Porta über die KAB nach Kirchberg! Diese Buslinie ist ausserdem am Ende ihrer Kapazität angekommen, Doppeldeckerbusse und 5-Minuten Takt, mehr geht nicht mehr! Pendler aus Ehrang, Schweich, Föhren, Wittlich müssen aktuell den Umweg über HBF in Kauf nehmen, was eine unzumutbare Fahrzeitverlängerung mit sich bringt und sich mit 2 Zügen pro Tag begnügen. Luxemburg zahlt schon einen grossen Teil des Ausbaus zwischen Igel und Wbrück!

    Ich werde einfach den Verdacht nicht los, dass einigen hier jeder Invest in andere Verkehrsträger als die Strasse ein Dorn im Auge sind.

  17. Manfred Fusenig schreibt:

    Im Prinzip macht es meiner Meinung nach überhaupt keinen Sinn, sich hier über Thema aufzuregen. Oder kann mir jemand irgendein Projekt in Trier, an dem OB Jensen beteiligt war, nennen, das realisiert wurde, und dies vernünftig? Ein OB, der sich offentsichtlich, in Trier im wahrsten Sinne des Wortes, im verbeamteten Tiefschlaf befindet, wird doch nirgendwo ernst genommen. Was soll das ganze Gelabere also aus dem Rathaus?

  18. MGrunwald schreibt:

    @Dirk Schwänzl: Danke. Genau der Meinung bin ich nämlich auch. Für einen Ausbau der Westtrasse reicht nicht das reine Zur-Verfügung-Stellen von Zügen, sondern auch die Infrastruktur (Anfahrt, Parken, etc.).
    Und ja, stattdessen gibt’s schon den Bus, der super funktioniert. Und auch noch einige Haltestellen anfährt!

    @Stefan Jäger: Moselaufstieg / Meulenwald haben Sie gesagt. Ich nicht. Meine Meinung ist dennoch, daß man Menschen nicht (immer) zu ihrem Glück zwingen kann. Ich unterstelle jedem Erwachsenen, daß er wie ein Erwachsener denken kann. Ich kann Ihnen allerdings auch Argumente nennen, warum für einige dennoch die Bahn oder ein Bus keine wahre Alternative sind. Aber das ist eine andere Geschichte.

  19. Jean Klein schreibt:

    Genau wie Herr Förster frage ich mich auch warum soviele an dieser IC ex-IR Verbindung festhalten ? Ausser umsteigefreier Verbindung ins westliche Ruhrgebiet und nach Emden bietet sie nur Nachteile: Alte Wagen, oft verdreckt, nicht nutzbar mit Ländertickets oder Verbundfahrscheinen usw. Ab 2014 wird hier stündlich mit neuem modernen Materiel gefahren mit Flügelung nach SB und Luxemburg. Ich empfinde dies als eine grosse Verbesserung der Anbindung ans deutsche Fernverkehrsnetz und werde den Verdacht nicht los dass bei einigen nur IC und ICE ‘richtige’ Züge sind und alles andere nur für die berühmten 5 A’s vorgehalten wird.

  20. Rüdiger Bux schreibt:

    @Manfred Fusenig
    Da muss ich ihnen völlig Recht geben, ausser
    – Einführung der IGS
    – Einführung der Realschule Plus
    – Ausbau des Hochbegabtenzweigs am AVG
    – Sanierung Gebäude J der BBS
    – Sanierung Musikschule
    – Einführung der Bürgerhaushalts
    – Einführung des Ratsinformationssystems
    – Neuausrichtung der SWT im Bereich erneuerbare Energien
    – Gründung einer regionalen Energieagentur
    – Energieeffiziente Sanierung Mäusheckerweg
    – Fortführung Konversionsprojekete (Petrisberg, Tarforst, Feyen, Trier-West)
    – Ausbau der Kitas in Trier
    – Einrichtung eines Jugendparlaments
    – Einrichtung eines Behindertenparlaments
    – Sanierung Südbad
    – Sanierung Moselstadion
    – Kunstrasenplatz Ehrang
    – Kunstrasenplatz Feyen
    – Städtische Organisation des Altstadtfestes
    – Winterliches Trier
    – Sanierung Stadtbibliothek
    – Umgestaltung Bischof-Stein-Platz
    – Beitritt Trier zum komm. Entschuldungsfonds
    – Erweiterung Radwegenetz
    – Haus des Jugendrechts
    – Haus der ARGE
    – Etablierung alternativer Wohnformen fuer Menschen mit Behinderung
    – Fairtrade
    .
    .
    .

    hat er kaum etwas gemacht …

  21. Stephan Jäger schreibt:

    @MGrunwald

    „Meine Meinung ist dennoch, daß man Menschen nicht (immer) zu ihrem Glück zwingen kann.“

    Nein, zwingen kann man in einem freien Land niemanden. Da haben Sie recht!

    Ich glaube, manche Trierer könnten sich morgens um 8 ins Auto setzen und es abends um 17 Uhr wieder verlassen ohne sich einen Meter bewegt zu haben. Und sie würden trotzdem jeden Tag auf’s Neue das Auto nehmen. „Trial and Error“ scheint eben eine gewisse minimale geistige Flexibilität vorauszusetzen.

    Es sei ihnen unbenommen und des Menschen Wille ist sein Himmelreich. Allerdings sollten diese Leute nicht von Anderen Lösungen für ihre Probleme erwarten.

  22. Martin Müller schreibt:

    @JeanKlein: ich gebe Ihnen grundsätzlich Recht, dass ein guter Takt wichtiger ist als die Frage ob es sich um RE oder IC handelt. Es gibtbaber ein paar Aspekte, die für ein paar IC am Tag sprechen:
    Psychologisch: es fahren mehr Menschen, wenn sie nur einsteigen müssen und dann ohne weiteres Kofferschleppen die Zentren und Mittelzentren erreichen. V.a. Seletenfahrer, die mit Umsteugen überfordert sind.
    Anschlüsse: Genial war früher der durchgehende IC nach Mainz. Man musste keine Angst mehr um den Anschluss haben, wenn der Zug mal 5-10 Minuten verspätet war (was eigentlich nicht voel ist, aber heute 1 Stunde heißt, weil man in Koblenz hängt).
    Preis: Vorgebucht mit BC25 zahle ich von Saarbrücken nach Koblenz im IC 14,25 € oder mit BC50 17,60 €. Mit RLP-Ticket sind es 22 €.
    Ausstattung: Es stimmt zwar, dass der eine oder andere IC mit Trier als Ziel mit einer langen Fahrt aus Hamburg nicht mehr ganz frisch ist. Aber mit den REs die hier fahren, kann er es noch lange aufnehmen. Und wenn er in Luxemburg startet, istber in Trier noch top. Aber die RE haben keine Tische und keinen Strom, so dass ich nicht arbeiten kann. Hier liegt ja der große Vorteil des Bahnfahrens gegenüber dem Auto. Und der RE hat keinen Speisewagen. Es gibt doch keinen angenehmeren Startbin dennUrlaub, als bei einem Kaffee und einem Croissant die Mosel entlang zu fahren.
    Wir brauchen keinen IC-Stundentakt. Einzelverbindungen reichen.
    Der ICE nach Berlin hatte auch eine psychologischen Wirkung für Trier.

  23. Dirk Kranz schreibt:

    @ Jean Klein: Werter Leser, Sie scheinen selten DB zu fahren. Denn:

    (1) Wenn man nicht nur nach KO oder SB will, stehen — angesichts der DB-“Zuverlässigkeit” — die Chancen nicht schlecht, den Anschschlusszug zu verpassen (inbesondere bei Umsteigzeiten von 4 Minuten, z.B. MA > SB > TR; viel Spaß!)

    (2) Die Reduktion der Erreichbarkeit TRs per Nahverkehr wäre allenfalls dann akzeptabel, wenn es einen schnellen Stundentakt gäbe (fahren Sie mal mit der RB von KO oder SB nach TR; selbst einer “kleinen Großstadt” unwürdig!)

    (3) Die RE bieten (im Gegensatz zu den RB) noch weniger Komfort als die alten ICs (bzw. IRs; es stinkt oft hier wie dort).

    Ich bleibe dabei: TR wird abgehängt und lässt sich abhängen. Die zynische Reaktion wäre: “Selbst schuld!”.

  24. Jean Klein schreibt:

    Werter Herr Kranz: Ich fahre wahrscheinlich mehr DB als Sie, ich habe alleine schon für dieses Jahr über 1000 Bahn.bohnus Punkte auf meinem Konto ;-)

    zu (1): Was hat Anschlussverlust mit dem Thema zu tun ? Die Anschlussverluste sind ein Resultat der Privatisierung, Fernverkehr eigenwirtschaftlich, Nahverkehr vom Lande bezahlt. Wartet der Nahverkehr auf den Fernverkehr werden Pönale fällig! Da liegt der Hase im Pfeffer!

    zu (2) Es gibt einen Stundentakt und zwar einen schnellen, der genauso schnell ist wie der IC, sowohl nach KO als nach SB, dazu braucht es keinen IC. Und ab 2014 wird es auch ganz neues Material geben und dann einen Stundentakt der nicht mehr durch IC’s gebrochen wird!

    zu (3) Eben, es wird ab 2014 neues Material geben

  25. Dirk Kranz schreibt:

    @ Jean Klein: Werter Leser, würde mich ja gerne geschlagen geben, aber …

    (1) Mal abstrakt: Wenn Sie von A nach B fahren und haben 10 Minuten Verspätung, ist das meist nicht weiter tragisch. Wenn Sie aber von A nach B mit Umstieg in X, Y, Z fahren, wachsen sich anfängliche 10 Minuten gerne mal zu 1, 2 Stunden aus. Schon etwas tragischer, oder? Ihre Erklärung stimmt natürlich, aber das rechtfertigt doch nichts.

    (2) Versuchen Sie doch beispielsweise mal, um 11:13 oder 15:13 per RE von TR nach KO zu fahren oder um 10:46 oder 14:48 von TR nach SB; Sie werden lange auf den nächsten Schnellzug warten.

    (3) Darauf freue ich mich wie Sie. Und wenn wir uns dann mal im nigelnagelneuen Zug treffen, lade ich Sie im Bord-Bistro auf einen frischgebrühten Kaffee ein, ok?

  26. O.Vess schreibt:

    Also, wenn ich über 20 Mio.€ für die bessere Erreichbarkeit von Luxembourg verplanen dürfte, würde ich die deutlich flexiblere Busverbindung von und nach Lux. ausbauen. Allerdings könnte ich mir eine “Expresslinie” quasi vom P+R Messepark direkt nach L vorstellen, zudem weitere Haltestellen in Trier. Notfalls könnte ein weiteres Busunternehmen die Strecke unterstützen.
    Die restlichen 19.9 Mio. würde ich dann in sinnvolle innerstädtische Projekte stecken: Fahrradwege, Schulen, etc.

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