Trierer AfD mit 19 Kandidaten

TRIER. Die Alternative für Deutschland (AfD) will im Mai erstmals für den Trierer Stadtrat kandidieren. Als Spitzenkandidat soll der 56-jährige Lehrer Michael Frisch antreten.

Auf den Plätzen zwei und drei der Liste stehen der 19-jährige Student Joel Bußmann und die 65-jährige Kauffrau Christa Kruchten-Pulm. Insgesamt umfasst die Liste, die kürzlich auf einer öffentlichen Versammlung aufgestellt wurde, 19 Kandidaten.

Da zeitgleich mit der Kommunal- auch die Europawahl stattfindet, rechnet man sich in der AfD gute Chancen aus, die eigene Anhängerschaft zu mobilisieren und den Sprung in den Stadtrat auf Anhieb zu schaffen. Die Partei gilt als europakritisch und verlangt unter anderem die Rückverlagerung von Kompetenzen von der EU-Ebene an die Mitgliedsstaaten. In einer Mitteilung des Trierer Kreisverbands heißt es: “An die Stelle zunehmender Denkverbote im Namen einer politischen Korrektheit setzen die Alternativen den ‘Mut zur Wahrheit’ und eine offene Diskussion aller drängenden Probleme”. Die AfD trete dafür ein, “Freiheit und Eigenverantwortung der Menschen wieder mehr zu betonen”. Aufgabe des Staates, so Spitzenkandidat Michael Frisch, seien “nicht Gängelung, Bevormundung und Alimentierung seiner Bürger, sondern die Schaffung von Rahmenbedingungen, die jedem die Entfaltung seiner Fähigkeiten ermögliche”.

Frisch räumt ein, dass die AfD, die zum ersten Mal bei einer Kommunalwahl in Trier antrete, nicht auf langjährige lokalpolitische Erfahrungen zurückgreifen könne. Daher weise das Kommunalwahlprogramm “zweifellos die eine oder andere Lücke auf, die es im Laufe der Stadtratsarbeit zu schließen gelte”. Dennoch sei er davon überzeugt, dass die reiche Lebens-, Berufs- und Familienerfahrung der AfD-Kandidaten “viel zum Wohle der Stadt bewirken” könne. Wörtlich sagte der Spitzenkandidat: “Alternativlos war gestern, denn mit der AfD steht den Wählerinnen und Wählern auch auf kommunaler Ebene jetzt erstmals eine echte Alternative zur Verfügung.” Ob die AfD aber tatsächlich bei der Kommunalwahl antreten wird, hängt von der Bereitschaft ihrer potenzieller Wähler ab, den erstmaligen Wahlantritt auch mit einer Unterschrift zu unterstützen. 230 dieser Unterstützerunterschriften benötigt die AfD, sonst werden sich die Namen ihrer Kandidaten auf keinem Wahlzettel finden.

Die vollständige Kandidatenliste der AfD Trier zur Stadtratswahl: Michael Frisch, Joel Bußmann, Christa Kruchten-Pulm, Hans Lamberti, André Kaiser, Mario Hau, Johannes Degen, Thomas Billen, Gino Candidi, Johannes Lamacz, Thomas Stokes, Günther Zermann, Jennifer Lehnen, Anders Wannborg, Dr. Norbert Fischer, Dominik Frisch, Markus Lehnen, Bernhard Sesterheim, Günther Baur. 

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10 Leserbriefe | RSS-Abo

  1. Stephan Jäger schreibt:

    „Dennoch sei er davon überzeugt, dass die reiche Lebens-, Berufs- und Familienerfahrung der AfD-Kandidaten “viel zum Wohle der Stadt bewirken” könne.“

    Auf den Plätzen zwei und drei der Liste stehen der 19-jährige Student Joel Bußmann…

  2. Rainer Landele schreibt:

    etwa der herr michael frisch, bundesvorstandsmitglied von ALFA?

    http://www.alfa-ev.de/fileadmin/user_upload/Lebensforum/2004/lf_0404-10-alfa-bundesvorstand.pdf

    wie verträgt sich denn das attackieren von hart erkämpften frauenrechten und das nutzen moderner medizin mit, zitat:

    Die AfD trete dafür ein, “Freiheit und Eigenverantwortung der Menschen wieder mehr zu betonen”. Aufgabe des Staates, so Spitzenkandidat Michael Frisch, seien “nicht Gängelung, Bevormundung und Alimentierung seiner Bürger, sondern die Schaffung von Rahmenbedingungen, die jedem die Entfaltung seiner Fähigkeiten ermögliche”

    mut zur wahrheit?

    okay, gerne:

    schwule & lesben haben die gleichen rechte wie heten.
    weiße, christliche männer sind keine wertvolleren menschen.
    die vorteile der eu gelten auch für rumänen und bulgaren!
    drogenpolitik ist keine frage der moral.
    flüchtlinge brauchen unsere hilfe und keine abschreckung & mauern.
    muslimische minarette dürfen höher sein als christliche kirchen. ;-)

    die AfD will keine denkverbote? na, dann fangt endlich an in euren köpfen freier zu werden. sind nämlich tatsächlich eure eigenen denkverbote, eure eigene engstirnigkeit! ach qautsch, es ist die bekannte bigotterie der alten, guten toitschen zeit. das wird man ja wohl noch sagen dürfen. JAWOLL!

  3. Michael Frisch schreibt:

    Ach Herr Landele, das ging aber schnell mit dem Googlen und noch schneller mit dem Diffamieren. Da Sie Mitglied im Vorstand der Trierer Grünen sind, könnte ich jetzt auf gleichem Niveau antworten und darauf verweisen, dass Ihre Partei mittlerweile völlig zu Recht als Verbotspartei gilt, die sich die Bevormundung und Umerziehung der Bürger zum Ziel gesetzt hat. Auch könnte ich Sie vielleicht daran erinnern, dass es angesichts der Pädophilie-Vergangenheit der Grünen eher angebracht wäre, vor der eigenen Haustüre zu kehren, als mit dem Finger auf andere zu zeigen. Aber da ich ja zu den Alternativen gehöre, tue ich gerade das nicht, sondern äußere mich in aller Ruhe zur Sache.
    Mein Engagement für das Lebensrecht aller Menschen ist zunächst einmal meine Privatangelegenheit. Eine Position der AfD zu diesem Thema gibt es nicht und wenn Sie ein wenig sorgfältiger recherchiert hätten, wäre Ihnen das auch aufgefallen. Allerdings sehe ich überhaupt keinen Widerspruch zwischen diesem Engagement und dem von der AfD vertretenen Anspruch einer größeren Freiheit und Eigenverantwortung der Menschen. Freiheit, Herr Landele, ist untrennbar mit Respekt vor der Freiheit und den Rechten Anderer verbunden. Dazu aber gehört zunächst ganz fundamental, jedem das Recht auf Leben zuzugestehen. (Fortsetzung folgt)

  4. Michael Frisch schreibt:

    Und hier bin ich nun einmal – übrigens im Einklang mit unserer Verfassung und sämtlichen dazu ergangenen Urteilen des Bundesverfassungsgerichts – dezidiert der Meinung, dass alle Menschen in allen Phasen ihres Lebens dieses Recht besitzen und dass ihnen niemand dieses Recht absprechen darf. Folgerichtig bin ich gegen jede Form von Gewalt gegen Menschen – sei es bei der PID im Reagenzglas (was übrigens auch ein großer Teil Ihrer Partei ablehnt), bei einem Embryo im Mutterleib, bei einem behinderten Kind vor oder nach der Geburt, bei komatösen Patienten und bei alten, kranken und dementen Menschen. Was Sie „Frauenrechte“ oder „Nutzen moderner Medizin“ nennen, nenne ich deshalb das Überschreiten von grundlegenden Grenzen, die uns durch Grundgesetz Artikel 1 und 2 gesetzt sind.
    Sie müssen diese Position nicht teilen, aber Sie sollten zumindest zur Kenntnis nehmen, dass es eine respektable Position innerhalb unseres demokratischen Spektrums ist. Und daher werde ich jetzt nicht im Geringsten irgendetwas bedauern oder von dem zurücknehmen, was ich in der Vergangenheit zu diesem Thema gesagt oder getan habe. Das mag für Sie als Grünen eine neue Erfahrung sein, aber ich fürchte, daran werden Sie sich gewöhnen müssen. Die Zeit der politischen Korrektheit, in der die Grünen bestimmt haben, was man öffentlich sagen darf und nicht, ist vorbei – und das ist mehr als gut so.
    Und was den „Mut zur Wahrheit betrifft“: Es steht Ihnen völlig frei, Ihre „Wahrheiten“ den unseren entgegenzustellen.

  5. Michael Frisch schreibt:

    Nur sollten Sie sich wenigstens die Mühe machen, die Aussagen Ihrer politischen Gegner korrekt zu zitieren. Dass gerade Sie als Grüner der AfD Denkverbote und Engstirnigkeit vorwerfen, ist dabei schon beinahe peinlich. Aber ich bin sicher, diese Masche wird bei den Wählern nicht mehr verfangen. Denn letztlich entscheiden diese am 25.Mai, wen und was sie für glaubwürdiger halten. Mit Blick auf die Ergebnisse der jüngsten Wahlen scheinen die Grünen da noch ein hartes Stück Arbeit vor sich zu haben.

  6. V.Clemens schreibt:

    Was genau will den diese Gruppe für Trier erreichen? Mir erschließt sich das nicht. Das, was ich auf deren I-Seite lese, kann genausogut auf den Seiten von SPD, CDU, FWG, MPG oder AOK stehen.

  7. Rainer Landele schreibt:

    @michael frisch

    leider haben sie nun schon drei beiträge auf einmal geschrieben.

    OHNE zu konkretisieren, worin denn meine diffamierung bestünde.

    für sie scheint es bereits diffamierung zu sein, wenn menschen andere position vertreten. was sich ja auch immer wieder daran zeigt, das rumgeheult wird, man würde unterdrückt werden, wenn es politischen oder argumentativen widerspruch gibt.

    nehmen sie z.b. meinen leserbrief: habe ich ihnen abgesprochen, ihre position zu vertreten? habe ich von ihnen verlangt, etwas zurück zu nehmen? nirgends! sie gehen einfach sofort in die rolle der durch grüne verfolgten minderheit.

    also, nochmals zur sache… das freiheit und verantwortung zusammen gehören, ist ja eine standardaussage. auch von jenen, die menschen die freiheit nicht zutrauen. wieso überlassen sie es nicht der freiheit und der verantwortung der einzelnen menschen, zu entscheiden, wie z.b. die eigene familienplanung ausschaut? weil das leben mit der zeugung beginnt? das ist IHRE meinung! weil gott ihnen sagte, was richtig oder falsch ist? das ist IHRE überheblichkeit! weil menschen/frauen sonst unverantwortlich handeln würden? das ist IHRE unterstellung. weil jedes leben wertvoll – okay, aber oft bigott.

    kurz: mit umerziehung kennen sie sich aus.

    p.s.: ich bin kein mitglied des grünen vorstandes.

    p.p.s: dann kommen sie sogar mit dem thema pädophilie als “argument”. unglaublich. na ja: mut zur halben lüge, die haben sie bereits! ist dann ja schon die halbe wahrheit…

  8. Rainer Landele schreibt:

    nochmals @michael frisch

    sehe ich jetzt erst, der vorwurf, falsch zitiert zu haben. da ich nur ein einziges mal zitiert habe – und dies entsprechend der heutigen zeit mit copy & paste – verstehe ich nicht, was sie mir da unterstellen. auch dies hätten sie ja näher ausführen können, anstatt ihre zeilen zu verschwenden.

    nun, da ich noch paar letzte worte (für heute LOL) übrig habe, möchte ich ihnen gerne näher darlegen, wieso ich dem denken ihres politischen lagers engstirnigkeit und denkverbote attestiere.

    für sie (den mitgliedern des AfD) bedeuten freie fahrt auf der autobahn und glühbirnen-technik des vorletzten jahrhunderts freiheit des menschen. der umbau der energiewirtschaft und die bekämpfung des klimawandels sind instrumente, um die menschen zu gängeln und finanziell aus zu nehmen. die frau ist zwar gleich wertvoll – aber ihre erfüllung findet sie prinzipiell woanders als männer. homos den heteros gleich zu stellen, ist für sie herabwürdigung der ehe. heranwachsene darüber aufzuklären, dass es auch gleichgeschlechtliche liebe gibt, ist für sie umerziehung. sozialstaat ist gutmenschentum. in deutschland lebenden ausländern gleiche rechte zu geben, läßt ‘uns’ aussterben.

    kurz: eine partei des ressentiments. eine neoliberale partei, mit idealen der 50er jahre des letzten jahrhunderts, deren gesellschaftlich-kulturelle herrschaft verloren ging (beginnend mit den 68er) und die nun das rad zurückdrehen will. nur: keine chance (wg. der rot-grünen medien-macht LOL).

  9. Sebastian Hofreiter schreibt:

    Irgendwie erinnert mich obiger “Schlagabtausch” an die Auftritte Luckes in diversen Polittalk-Sendungen. Auf der einen Seite Luckes stichhaltige Argumente und geballte Kompetenz, auf der anderen Seite Worthülsen und unhaltbare Vorwürfe sowie der erbärmliche Versuch die AfD in eine verächtliche Schublade zu stecken.

    Allein die fast schon verleumderische Anspielung hinsichtlich vermeintlicher Feindbilder der AfD entbehrt jeder politischen Professionalität.
    Skurillerweise offenbart Herr Landele jedoch mit seiner Anspielung genau das Feindbild, welches er und viele seiner Parteifreunde haben: Der christliche, weisse, heterosexuelle, drogenfreie Mensch im Jahr 2014. Danke für diese Ehrlichkeit!

  10. Thomas Schulte schreibt:

    Herr Hofreiter,

    Sie haben es erkannt: Der weiße, gebildete, katholische, heterosexuelle Mann ist das heutige Feindbild linker Ideologie! Wer heute keiner Minderheit angehört, wer weder ausländische Wurzeln noch eine Behinderung hat, wer nicht auf das eigene Geschlecht steht oder eine vermeintlich an eine gläserne Decke in einer “Männerdomäne” stoßende Frau ist, der muß sich schon fast für sein Dasein schämen! Gott sei Dank gibt es endlich eine Partei, die zwar einerseits die Notwendigkeit des Minderheitenschutzes erkennt, diesem andererseits jedoch nicht als goldenes Kalb huldigt und “normale” Verhältnisse disqualifiziert!

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