“Wenn ich ‘Menschen’ sage, meine ich Männer”

“Männer, Frauen, Kriegsspiele und Kultur” – vielleicht war das Thema zu weit gefasst, vielleicht hat die Koryphäe der Kriegshistorie sich auf undankbares Forschungsterrain begeben, vielleicht strebt Martin van Creveld aber auch eine Zweitkarriere als Komiker an. Am Montagabend entpuppte sich der Auftaktvortrag seines Visiting Fellowships des Historisch-Kulturwissenschaftlichen Forschungszentrums (HKFZ) als wissenschaftlich unterirdische Versammlung weitgehend zusammenhangloser Thesen, bei dem die Zuhörer – hin- und hergerissen zwischen Amüsement und Abscheu – miterlebten, wie längst vergessen geglaubte Geschlechterrollen wieder auferstanden.

TRIER. Um es vorwegzuschicken: Martin van Creveld mag auf seinem angestammten Forschungsgebiet der Kriegshistorie ein brillanter Kopf sein. Nicht von ungefähr sind seine Werke Standardliteratur im Feld der Kriegsforschung, und sicherlich wird es gute Gründe geben, warum er als außen- und sicherheitspolitischer Berater westlicher Regierungen gefragt ist. Van Creveld hat an der renommierten London School of Economics studiert und bis zu seiner Emeritierung an der Hebräischen Universität von Jerusalem gelehrt.

Es gibt da aber auch noch eine andere Seite, die seinem Koryphäen-Status etwas von seinem Glanz nimmt. Diese Seite tritt dann zu Tage, wenn er sich zu seinem zweiten Lieblingsthema, Frauen und ihre Rolle in Krieg und Gesellschaft, äußert. Wenn er über Vergewaltigung sagt: “Wie bei der feministischen Literatur zu diesen Themen hängt alles davon ab, wie sehr manche Damen Sex hassen”; wenn er über die “nicht zu überschätzende” Rolle der Frau im Krieg sagt: “Sie sind es, die dann auf die Wiederkehr der Männer warteten, für ihr Überleben beteten, sie mit offenen Schenkeln willkommen hießen, wenn sie heimkehrten”; oder wenn er die Junge Freiheit, das publizistische Sprachrohr der “Neuen Rechten”, als “hervorragende Zeitung” bezeichnet und dementsprechend oft Artikel und Interviews in derselben veröffentlicht.

Diese zweite, hässliche Seite trat in ihrer ganzen Pracht bei seinem Vortrag unter dem Titel “Frauen, Männer, Kriegsspiele und Kultur” zu Tage, die er am Montagabend anlässlich seines Visiting Fellowship an der Universität Trier vor rund fünfzig Zuhörern hielt. Für drei Monate hat van Creveld auf Einladung des HFZK seinen Lebens- und Arbeitsmittelpunkt nach Trier verlegt, um sich vor Ort mit Kolleginnen und Kollegen auszutauschen. Mit “neuen, mitunter auch kontroversen Positionen” wolle das Forschungszentrum den akademischen Alltag bereichern, erklärte Professor Ulrich Port, Dekan der Fachbereichs II, bei der Begrüßung, um sich bei der Gelegenheit auch gleich von dem folgenden Vortrag zu distanzieren: “Als Wehrdienstverweigerer und Kulturwissenschaftler bin ich skeptisch. Aber vielleicht bin ich – um in Ihrem binären Mann-Frau-Schema zu bleiben – dafür auch einfach zu weiblich.”

Parforceritt durch die Menschheitsgeschichte

Dass das Etikett “kontroverse Positionen” im Falle dieses Vortrags noch untertrieben sein sollte, zeichnete sich im Verlauf der folgenden rund 30 Minuten ab, als Martin van Creveld zu einem Rundumschlag ausholte, der jegliche wissenschaftliche Erwartungshaltung mit Hohn strafte – zumindest, wenn diese sich am Stand des 21. Jahrhunderts orientiert. Das inhaltlich dürre Gerüst, auf dem van Creveld seine kruden Thesen baut, hat “das Kriegsspiel” zum Zentrum – ein Begriff, der mal mit Kriegssimulationen primitiver Stammeskulturen, mal mit Computerspielen der Gegenwart, dann wieder mit Schach besetzt wird. Eine Methodik, eine genaue Definition, eine Zuordnung zu einer wissenschaftlichen Disziplin, bleibt der Redner dem Publikum auch auf Nachfrage schuldig. Soziologisch, historisch, literaturwissenschaftlich oder psychologisch anmutende Herangehensweisen wechselten sich munter ab. Ein Parforceritt, nicht nur durch einen wild zusammengewürfelten methodischen Reigen, sondern auch durch die Epochen der Menschheitsgeschichte.

Schneller, als seine ebenfalls anwesende Frau ihm die fehlenden deutschen Begriffe soufflieren kann, springt van Creveld von der männlichen Dominanz in Gladiatorenkämpfen über zum Zweikampf David gegen Goliath, nimmt einen kurzen Exkurs über die Lüsternheit leichtbekleideter Schlammcatcherinnen, um schließlich bei der, mit einem Herrenwitz-Lachen garnierten Feststellung zu gelangen, dass Lara Croft mit ihrer Oberweite in natura nicht aufrecht gehen könne. Dieses Sammelsurium pseudo-kulturwissenschaftlicher Versatzstücke soll als Beleg für seine These dienen, dass Frauen sich nicht an Kriegsspielen beteiligten – und wenn, dann nicht um des Kampfes willen, sondern aus sexueller Motivation (siehe Schlammcatcherinnen).

Anstatt die Genese dieser Annahme inhaltlich zu unterfüttern, wird dann behauptet, dass aufgrund der “Freiwilligkeit des Spielens” die wahre Natur des Menschen im Spiel besser beobachtbar sei als in jedem anderen Zusammenhang. Wieder bleibt unklar, in welcher Spieldefinition und in welchem Beobachtungsrahmen Herr van Creveld sich eigentlich bewegt: Mal werden historische Quellen ausgelegt, mal entsteht der Eindruck einer teilnehmenden Beobachtung – immer bleibt aber das flaue Gefühl, dass hier wahllos Aspekte aufgezählt werden, die gerade in die Argumentationslinie passen, ohne sie in einer im Vorfeld festgelegten Versuchsanordnung zu verorten. Man hat das Gefühl, dass hier gegen die elementarsten Grundsätze verstoßen wird, die jeder Erstsemester bei der Einführung in die Methodik wissenschaftlichen Arbeitens lernt.

Mit der grauen Theorie wird sich überhaupt wenig aufgehalten, viel leidenschaftlicher schwimmt der Redner im schillernden Meer der Anekdoten, Zufallszahlen und schmerzhaft aus dem Zusammenhang gerissenen Zitate. Da werden Kriege und Kriegsspiele schon mal in einen Topf geworfen, da es sich sowohl bei der Kriegsführung als auch beim Programmieren von Kriegsspielen (hier wird der Spielbegriff dann spontan auf PC-Spiele umgemünzt) nicht um die Fortführung der Politik mit anderen Mitteln, sondern schlicht um ein Buhlen um die Gunst der weiblichen Zuschauerinnen handele.

Herrenwitz im Hörsaal

An dieser Stelle kommt nun van Crevelds Frauenbild ins Spiel, das sich selbst für abgebrühte Ohren zwischen origineller Renaissance mittelalterlicher Werte und dem Lamento eines komplexbehafteten Frauenhassers bewegt. Wer bei dem Ausspruch “Diskussion über Feminismus ist keine wissenschaftliche Diskussion, sondern ein politisches Thema mit Fußnoten ” denkt, den Höhepunkt erreicht zu haben, irrt. Seine Auslassungen schaukeln sich immer weiter zu neuen Gipfeln der Unfassbarkeit empor. Ohne Frauen, so van Crevelds Lieblingsthese, gäbe es weder Kriege noch Kriegsspiele, denn “alle Frauen, oder zumindest sehr viele, genießen es, Männern dabei zuzusehen, wie sie sich gegenseitig abschlachten”. Mit dieser – gelinde gesagt: erst noch zu beweisenden Unterstellung proklamiert er die von ihm diagnostizierte, nicht zu überschätzende Rolle der Frau im Krieg: Sie schreibe sich selbst als Preis für den Gewinner aus, indem sie ihren Körper als Belohnung zur Verfügung stelle. “Ohne Frauen, die sich verführen lassen, hätte es weder Kriege noch Kriegsspiele gegeben”, schließt er seinen Gedankengang ab, “so war es, so ist es, und so wird es sein”.

Eine aktivere Rolle billigte er den unterrepräsentierten Frauen zumindest beim Kriegsspiel Schach zu: Als die Menschen (“und damit meine ich: Männer”) im Computerzeitalter das Interesse am Schachspielen zu verlieren drohten, “tauchten plötzlich schöne, junge, aufreizend gekleidete Frauen und Mädchen auf den Turnieren auf, die so taten, als würden sie Schach spielen” (sic!). Dieser Präsenz sexuell stimulierender Frauen an den Schachbrettern sei es zu verdanken, dass Schach auch heute noch eine populäre Aktivität sei. “Dafür vielen Dank an die Frauen und Mädchen!”

Was unter anderen Gesichtspunkten (als Cover der Titanic, als Büttenrede, als Wissenschaftssatire mit Anspruch) durchaus gelungen wäre, ist in einem akademischen Rahmen nur eins: ein Schlag ins Gesicht all jener Wissenschaftler, die sich ernsthaft bemühen, dem hochkomplexen Forschungsstand eines Themas wie “Konstruktion von Geschlechterrollen” auch nur im Ansätzen gerecht zu werden. Die gern genutzte Verteidigung von “Politische Korrektheit hat in der Forschung nichts zu suchen” wurde natürlich auch in der anschließenden Diskussion bemüht, tut aber nichts zur Sache. Wenn sich ein von der Universität Trier getragenes und vom Land Rheinland-Pfalz finanziertes Forschungszentrum jedoch entschließt, einem Referenten eine Plattform im akademischen Rahmen zu bieten, ist es eine Frage der Legitimität, dass ein Mindestniveau an wissenschaftlicher Nachvollziehbarkeit nicht unterschritten wird. Wenn ein beträchtlicher Teil der Zuhörer während des Vortrags nur kopfschüttelnd zuhören kann, wenn Studierende sich nach Ende des Vortrags untereinander fragen müssen, ob das jetzt Satire war, ist etwas ganz gravierend falsch gelaufen.

Die Verfehlung ist damit nicht nur dem Wissenschaftler van Creveld zuzuschreiben, der sich mit seinem Vortrag grandios ins eigene Fleisch geschnitten hat, sondern auch dem HKFZ, das sich die Frage gefallen lassen muss, welchen wissenschaftlichen Standards man sich eigentlich verpflichtet fühlt.

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18 Leserbriefe | RSS-Abo

  1. Thomas Lenz schreibt:

    Vielen Dank für diesen deutlichen Artikel! Nun wäre es interessant zu hören, wie sich die Leiter des HKFZ zu dem von ihnen zu verantwortenden Vortrag positionieren.

  2. Lucas Castro schreibt:

    Danke für diesen sehr klugen und reflektierten Bericht vom Vortrag, den ich leider nicht besuchen konnte.
    Zur Sache selbst: Dass der Vortrag äußerst polemisch sein würde und sich stark an feministischen Positionen abarbeiten würde, war vorherzusehen. Wenn man ein wenig die “Forschungs”positionen v. Crevelds in den letzten Jahren zur Frauenfrage im Militärdienst verfolgt hat, konnte man angesichts diesen Titels etwas ähnliches erwarten.
    Und dennoch: Eine gehörige Provokation und gewagte Thesen sind es allemal wert diskutiert zu werden, sofern ein Mindesmaß an Intellekt mit im Spiel ist. Eine solche Auseinandersetzung schärft nur den eigenen Blick auf die Sache.

    Was mich noch interessieren würde: Waren genderaffine Professor_innen und Genderwissenschaftler_innen anwesend? Wie haben die auf den Vortrag reagiert?

  3. Theodor Löw schreibt:

    Ein Mindestmaß an Intellekt scheint hier allerdings nicht vorzuliegen.

  4. Rüdiger Rauls schreibt:

    Oh, Gott, das Niveau der Leserbriefe auf 16Vor wird von Mal zu Mal miserabler. Es scheinen sich bald wirklich nur noch die stadtbekannten Besserwisser und Selbstgerechten hier zu tummeln. Ich habe mich nach langer Zeit mal wieder hier umgesehen und finde es erschreckend, wie das Mittelmaß um sich greift.
    Ich hoffe, dass ich mich damit genderaffin ( Wer erfindet eigentlich solch einen Schwachsinn?) ausgedrückt habe. Wer inhaltlich nix zusagen hat, schöpft einen neuen Begriff, möglichst noch anglo-fin, damit man den Schwachsinn dahinter nicht erkennt. Wer ihn nicht kennt, soll sich selbst für blöd halten, damit verborgen bleibt, dass die Nichtssagenden eigentlich der Nutzer und Schöpfer der Begriffe sind.
    Da les ich doch lieber wieder den TV. Der ist zwar nicht besser geworden, aber 16vor wesentlich schlechter. Eure Plattform hat gelebt von den Leserbriefen, auch wenn einige mir mächtig gegen den STrich gingen. Seid seid Ihr sicherlich super-gender, aber stinklangweilig.

  5. FrankGoebel schreibt:

    Lenz, Castro und alle anderen stadtbekannten Besserwisser!

    Ich bitte Sie, von Creveld hat doch Recht: Weiß doch jeder, dass fahle PC-Junkies, die dauerzockend zwischen Red-Bull-Dosen und Pizzakartons in ihrer versifften Butze vor’m Ego-Shooter hocken, den ultimativen Sexappeal ausüben auf all’ die “weiblichen Zuschauerinnen”, die traditionell zu Dutzenden neben Ihnen am Computer hocken!

    Endlich mal ein Akademiker auf meinem Niveau!

  6. Stephan Jäger schreibt:

    @Rüdiger Rauls

    “Wer inhaltlich nix zusagen hat, schöpft einen neuen Begriff,…”

    …oder schafft nichteinmal das.

    Selbst Mittelmaß muss man ersteinmal erreichen, Herr Rauls.
    Viel Spass beim TV und gute Besserung.

  7. HKFZ Trier schreibt:

    Sehr geehrte Frau Schug,

    auf Ihren ebenso engagierten wie scharfsinnigen Artikel von Seiten des in den letzten Absätzen angesprochenen HKFZ zu reagieren, ist nicht so einfach. Und zwar deshalb, weil in einer Reaktion unsererseits nicht, wie im Falle Ihrer Darstellung, eine Meinung akzentuiert formuliert werden kann, sondern eine Reaktion von unserer Seite eine kollegial-kollektive ist und damit auch direkt einen ‚offiziösen‘ Charakter bekommt. Das Wichtigste von unserer Seite ist wohl, dass Herr van Creveld aufgrund seiner international unbestrittenen Kompetenz als exzellenter Kriegshistoriker eingeladen wurde, insbesondere, weil in vielen seiner militärgeschichtlichen und strategischen Arbeiten der Raum eine große Rolle spielt – und das ist das aktuelle Oberthema in unserem Forschungszentrum. Es gehört aber auch zu den Gepflogenheiten eines Fellowship, dass einem Fellow keine Vorgaben bei der Wahl seiner Vortrags- und Veranstaltungsthemen gemacht werden. Auch weiß man als veranstaltendes Forschungszentrum nicht vorher, was und wie sich der Vortragende konkret äußern wird. Insofern werden bei jedem Vortrag, dessen Wortlaut nicht vorab bekannt ist, die (in Ihrem Artikel eingeforderten) wissenschaftlichen Standards vom Vortragenden definiert. Was den diskutierbaren wissenschaftlichen Gehalt des von Herrn van Creveld entworfenen Spielmodells betrifft, wäre dazu eine ausführlichere Diskussion nötig, als sie an dieser Stelle geführt werden kann. Die von Herrn van Creveld geäußerten Auffassungen zum Thema ‚Frauen und Krieg‘ sowie zur ‚Konstruktion von Geschlechterrollen‘ werden, das sei in aller Deutlichkeit gesagt, von niemandem im Vorstand geteilt.

    Der Vorstand des Historisch-Kulturwissenschaftlichen Forschungszentrums (HKFZ) Trier

  8. Moritz schreibt:

    Danke Kathrin! ; )

  9. Rüdiger Rauls schreibt:

    Das hätte mich ja auch sehr gewundert, Herr Jäger, wenn von Ihnen nicht wieder ein persönlicher Beitrag statt eines sachlichen gekommen wäre. Nicht zu letzt wegen solcher selbstgerechten Moralisten wie Ihnen ist das Niveau der Leserbriefe auf diesem bisherigen Tiefststand angekommen. Die journalistische Qualität von 16vor sucht immer noch Ihresgleichen. Aber die Leserbriefe haben an Sachlichkeit verloren und sind zu einer Nabelschau von Befindlichkeiten und Selbstdarstellung geworden.
    Auch muss ich Ihnen, Herr Stölb, Respekt zollen dafür, dass Sie einen Beitrag wie den meinen, der doch sehr viel Kritik äußert und sich nicht unbedingt durch sehr viel Sachlichkeit ausgezeichnet hat, trotzdem veröffentlicht haben. Ich weiß nicht, ob ich an Ihrer Stelle den hätte durchgehen lassen. Aber andererseits werden ja auch solche sachlich unterdurchschnittlichen Beiträge wie der von Herrn Jäger auf die Menschheit gelassen, was nach meiner Meinung die Diskussionsatmosphäre vergiftet. Aber dennoch, Respekt.
    Zur inhaltichen Auseinandersetzung um den Beitrag kann ich nichts sagen, da ich ihn nicht selbst erlebt habe, sondern nur die Darstellung durch Frau Schug. Das scheint aber einigen schon zu reichen, um sich darüber herzumachen. Donnerwetter Herr Castro, Superleistung, intellektuell sehr hochstehend und hochwissenschaftlich, das ist wirklich höchstes Niveau an kritischer Auseinandersetzung, sich so zu einem Beitrag zu äußern, den man selbst nicht verfolgt hat. Es scheinen die gängigen Reizworte zu reichen, um alle kritische Distanz auf die Seite zu legen und sich dort einzureihen, wo man glaubt auf der richtigen Seite zu stehen, unkritisch, unreflektiert. Solche Leute nennt man gemeinhin Mitläufer. Ich habe intellektuelle Auseinandersetzung noch anders kennen gelernt. Da hat man sich ein Urteil gebildet aus ERSTER Quelle, nicht aus den Darstellungen einer dritten Person, zumal wenn ein Beitrag so offensichlich parteiisch ist. Vielleicht wurde aber auch Einiges einfach nicht verstanden oder so interpretiert, dass es ins einfache Weltbild passt. Da scheint ja oftmals der ein oder andere nicht-gendere Begriff oder Formulierung zu reichen, um jede Menge Schubladen zu öffnen.
    Aber, wie gesagt, ich habe den Vortrag selbst nicht erlebt, um eine andere Sichtweise ausbreiten zu können. Würde es aber sehr begrüßen, wenn Berichte darüber mehr der Sachlichkeit als der Stimmungsmache dienen würden. Das ist ja schließlich eine öffentliche Darstellung hier, privat kann man sich ja dann immer noch anders auslassen.

  10. Stephan Jäger schreibt:

    @Rüdiger Rauls

    Haben Sie, Herr Rauls, eigentlich in Sachen “Selbstgerechtigkeit, persönliche Angriffe, und unsachliche Beträge” jemals in den Spiegel geschaut?

    Können Sie in Ihrem “hochstehenden” Kommentar eine einzige Silbe benennen, die sich auf den Artikel, zu dem Sie “kommentieren” bezieht. Es ist ein reines “sich Auskotzen” über “das Niveau der Leserbriefe”, das nach Ihrer Meinung über “Mittelmaß” (oberhalb dessen Sie sich – aus welchen Gründen auch immer – offensichtlich wähnen) nicht hinauskommt.

    Noch primitiver ist Ihr Rundumschlag beim Artikel zum Verhalten einiger Eintracht”fans”. Hier gehen Sie drei Leute (unter anderem mich), von denen Sie sehr wahrscheinlich nicht einen persönlich kennen, direkt an, ohne auch hier ein einziges Wort an Inhalt oder Argumentation zu verschwenden.

    Vielleicht wäre es ja, wenn man “Zur inhaltichen Auseinandersetzung um den Beitrag … nichts sagen” kann, mal eine Idee, das auch einfach nicht zu tun. Zum Einen erspart man sich dadurch möglicherweise “böse unsachlich-persönliche” Erwiderungen, zum Anderen ebenfalls potentiell eine Blamage. “Genderaffin” jedenfalls ist ein ganz normales in bestimmten Fachrichtungen der Wissenschaft gebräuchliches Adjektiv. Nicht alles, das sich außerhalb Ihres Horizonts befindet, Herr Rauls, ist deshalb auch nicht existent.

    In jedem Falle würde es einem besser zu Gesichte stehen, als sich hier dazu aufzuschwingen, “Durchschnitt” oder “Niveau” zu definieren, um Selbiges unmittelbar im Anschluss wieder mit nichts als ein paar hundert Zeichen an primitiven persönlichen Angriffen ohne jeden konkreten Sachbezug – diesmal gegen Herrn Castro – in den Orkus zu reißen.

    Leisten Sie – wenn es Andere schon nicht tun – doch einfach Ihren kleinen Beitrag zu “Sachlichkeit”, einer “unvergifteten Diskussionsatmosphäre” und “Niveau”, indem Sie es unterlassen, Mitmenschen, die Sie nicht kennen, als selbstgerechte Moralisten, Mitläufer oder schwachsinnige Nichtssager zu bezeichnen. Schreiben Sie einfach wieder, wenn es Ihnen wieder besser geht oder tatsächlich beim TV. Damit wäre in Sachen “Diskussionskultur auf 16Vor” schon viel gewonnen.

  11. Gerald Wittwer schreibt:

    Sehr geehrte Damen und Herren,
    wenn Sie einen weltbekannten Militärhistoriker wie Herrn Prof. van Creveld zu einem 45 minütigen Vortrag einladen, sollten Sie darauf gefaßt sein, einen Blick aus militärischer Perspektive zu sehen, der keine Weichzeichnung von Realitäten erlaubt. Herr Prof. van Crefeld ist ein ernsthafter Wissenschaftler mit hautnaher Erfahrung, schließlich kommt er aus einem Land, das in einem ständigen Kriegszustand steht.
    Er hat den Mut gehabt, sich mit seinen Erfahrungen, die über die eigentliche Militärgeschichte hinausgehen aber immer im Hintergrund arbeiten, weit aus dem Fenster gelehnt. Das sollte doch anerkannt statt abgestraft werden, eröffnen sie doch neue Perspekriven.
    Es gibt inzwischen auch bei uns ausreichend schlechte Erfahrungmit Frauen im Waffenrock, was nicht heißt, daß Frauen nicht berechtigt eine feste Position in Truppenteilen haben müssen, und es ergeben sich immer neue Positionen.Aber bitte nicht in Kampftruppen.Ich nehme aus Ihren Reaktionen an, Ihnen sind die politischen Hintergründe nicht transparent. Wer jetzt über Herrn Prof. van Creveld ob seiner Darstellungen als Frauenhasser bezeichnet, sollte sich von seinem Tunnelblick, der durch bestimmte Reizworte entstanden ist lösen und sich u.U. mit seinen Veröffentlichungen und der Militärgeschicht beschäftigen.Lesen Sie ein auch Fontane oder Tanera. Ich bin mir sicher, daß es einer Universität nicht gut tut, eine solche Kapazität öffentlich als Komiker zu bezeichnen.
    Im Übrigen besteht Militär nicht daraus, Palmwedel zu schwingen und Wattebäuschchen zu werfen, selbst wenn ich die aggressive Friedfertigkeit aus manchen Beiträgen durchaus verstehe. Es ist ein Standpunkt. “Standpunkt heißt aber auch Rigidität. Wer vor politischen und militärischen Realitäten den
    Kopf in den Sand steckt, braucht sich in dieser Körperhaltung nicht zu wundern, wenn er von allen Seiten in die Kehrseite getreten bekommt.
    Viele Dank für die vielen klugen Kommentare, die mich allerdings nicht überzeugen konnten. Es ist heute nicht mehr mutig, sich als Wehrdienstverweigerer zu “outen”, damit werden aber von vorn herein Positionen vorgegeben, die Einfluß auf den Referenten und das Auditorium haben.

  12. Klaus Wendt schreibt:

    Van Creveld verstört offenbar sehr erfolgreich. Das ist nicht nur allg. erlaubt, sollte im wissenschaftl. Bereich erwünscht sein! Es sei denn, die Verstörung verstößt gegen ein mächtiges Totem, ein neues, sich als unangreifbar und unumstößlich verstehendes Dogma, wie etwa der millitanten feminist. Theorie von der sog Gleichheit bzw. “Konstruktion” der Geschlechter. Bei diesen Tabus verstehen GleichstellungsbeauftragtInnen keinen Spaß!

    http://www.youtube.com/watch?v=99VDoBDZ_eo
    http://www.youtube.com/watch?v=KxMs6U5Z4sE

  13. Olli Schillaci schreibt:

    Wie zur Hölle kann man nur die Thesen eines solchen faschistoiden Machos dulden oder sogar verteidigen. Meiner Meinung nach gut, dass der Mann den Koffer packen musste. Ich bin froh das solches rechtes Gesocks auf meiner Uni keine Chance bekommt. Danke noch mal an den Asta für den offenen Brief. Mir ist bewusst, dass ich möglicherweise gegen die Kommentarrichtlinien verstoße und nicht veröffentlicht werde, aber loswerden möchte ich das trotzdem. Anders kann ich mich hier auch nicht ausdrücken…

  14. Steffen Mirzcav schreibt:

    @Olli: Leider muss ich Ihnen sagen, dass ich Ihre Ansichten weitaus mehr in Richtung “faschistoid” (oder “stalinistisch”) deuten wuerde, als es Herr van Creveld je sein wird.

  15. Felix Weber schreibt:

    Sehr geehrter Herr Schillaci
    Sie tun dem aktuellen Ruf der Universität alle Ehre.

  16. Rüdiger Rauls schreibt:

    Herr Schillaci, bisher hat hier noch niemand die Thesen des Herrn Creveld verteidigt, sondern immer nur dessen Recht, SEINE Meinung ebenso vertreten zu dürfen wie Sie auch. Und das unabhängig davon, ob sie durch IHRE Zensur und die Ihresgleichen gegangen ist und deren Segen bekommen hat.
    Wenn Sie nicht wie ein Pawlow’scher Hund auf irgendwelche Reizwörter reagieren würden, die bei IHnen und Ihresgleichen irrationale Reflexe hervorrufen, hätten Sie das auch feststellen können.
    Und um IHrer Egomanie entgegen zu treten, handelt es sich bei der Trierer Uni nicht um IHRE Uni, sondern um die aller Studenten. Sie müssen sich vielleicht einmal mit dem Gedanken anfreunden, dass nicht SIE der Mittelpunkt des Universums sind, sondern dass es sowohl im Universum als auch an der Uni neben IHNEN auch noch andere Menschen gibt, die sich vielleicht mit den Lehren des Herrn Creveld auseinandersetzen wollen, vielleicht sogar um sie besser bekämpfen zu können. Das geht nämlich kompetenter, wenn man sie kennt.
    Und eine Möglichkeit haben SIE und andere Vertreter wohl noch gar nicht ins Auge gefasst in ihrer Überheblichkeit und Selbstgerechtigkeit. Vielleicht hat er mit einigen seiner Thesen sogar Recht. Aber das wird die Geschichte zeigen. Ehe Sie mir jetzt mit der blödsinnigen Behauptung kommen, dass ich einer seiner Parteigänger sei, googeln Sie mich vielleicht erst einmal. Dann werden Sie sehen, dass ich Leute wie Creveld aus einer ganz anderen Richtung betrachte.

  17. Michael Toch schreibt:

    Man kann nur den Kopf schuetteln ob solcher Leichtfertigkeit bei der Einladung. Mein ehemaliger Kollege van Crefeld beschaeftigt sich seit Jahren nicht mehr mit der Kriegs- und Militaergeschichte, in der er tatsaechlich (vor Jahren) ausserordentliches geleistet hat.
    Vielmehr geht er seinem Hobby nach, seinen eigenen Anschauungen ueber das Verhaeltnis der Geschlechter ein pseudo-wissenschaftliches Maentelchen umzuhaengen, das anscheinend mit dem Fortgang der Zeit immer duenner wird. Wir haben das selbst immer wieder an der Universitaet und in der israelischen Oeffentlichkeit erfahren.
    Schade.

  18. H. Sulz schreibt:

    Ich bin wirklich erstaunt über das Niveau heutiger Akademiker und den Vogel schießt einer ab, der sich als ‘Kollege’ van Crefelds ausgibt, um noch einen Eimer Jauche auszukippen.
    Liebe Frau Schug- Sie sparen ja nicht mit tendenziösen Adjektiven. Ich stelle mir nach Ihrem Bericht vor, wie das Auditorium und erst Sie getobt haben müssen ob solcher Zumutung!
    Wenn man indes den offenen Brief von Prof. Wagener liest, hatte offenbar niemand den Schneid, van Crefeld offen entgegenzutreten.
    Solches Verhalten muß man wirklich nicht mehr kommentieren!
    Das Interessante für mich ist aber die zur Schau gestellte Empörung mancher Zeitgenossen, die jegliche Spur von Umgangsformen oder gar Geist vermissen läßt. Warum eine derartige Reaktion, wenn all das Vorgetragene so hahnebüchener Unfug war? Hat da vielleicht einer an den Tabus jener Heilslehre gekratzt, nach welcher Männer böse und Frauen naturhaft gut sind? Wie muß das gesessen haben, wenn all die Ideologen jetzt mit Schaum vor dem Mund herumlaufen.
    Oder- ich wage es kaum auszusprechen- hat van Creveld am Ende gar Recht???

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