“Wir brauchen weniger Schulstandorte!”

Wenige Tage nach der CDU hat nun auch die SPD Stellung zum geplanten Schulentwicklungsplan bezogen – mit Forderungen, die teilweise deutlich über das hinausgehen, was die Verwaltung in ihrer Vorlage vorschlägt. So sprechen sich die Sozialdemokraten gegen einen Neubau der Egbert-Grundschule an ihrem jetzigen Standort aus und favorisieren deren Verlagerung in die Kaiserstraße oder aber nach Olewig. Anders als die Verwaltung verlangen die Genossen zudem die Schließung der Grundschule Biewer und wollen die Kurfürst-Balduin-Realschule plus in Trier-West “dislozieren”, sprich einige der Klassen nach Ehrang verlagern. Die Konzentration der Schulstandorte sei “eine zwingende Notwendigkeit”, begründet die SPD die zentralen Forderungen ihres Papiers. Im Gespräch mit 16vor warf Fraktionschef Sven Teuber der CDU vor, deren “Diskussionsgrundlage” sei eine “Bankrotterklärung”. 

TRIER. Eine “nachhaltige Schulentwicklung” wolle man, eine, “die das Kind in den Mittelpunkt aller Bemühungen stellt”, erklären die Sozialdemokraten. So ähnlich und fast wortgetreu nimmt das auch die CDU für sich in Anspruch, doch die Schlüsse, die beide Parteien aus diesem gemeinsamen Anliegen ziehen, fallen recht unterschiedlich aus. So unterstützt die SPD die Verwaltung “in ihrer Zielrichtung des vorgelegten Schulentwicklungskonzeptes”. Soll heißen: Der Partei, die aktuell den Oberbürgermeister stellt, geht die Vorlage des rot-grün-schwarz-gelben Stadtvorstands nicht weit genug. Nicht nur, dass die SPD keine der von der Verwaltung vorgeschlagenen Schulschließungen – Martin, Kürenz, Quint – infrage stellt – sie fordert auch Entscheidungen, von denen man sich am Augustinerhof bereits wieder verabschiedet hatte. 

Beispiel Biewer: Die Grundschule Am Biewerbach solle zum Schuljahr 2016/2017 keine neuen Kinder mehr aufnehmen und zum Schuljahr 2019/2020 mit der Grundschule Pfalzel am Standort Pfalzel zusammengeführt werden, schlägt die SPD vor. Hierfür sei die Grundschule Pfalzel räumlich so auszubauen, dass sie einen Ganztagsschulbetrieb ab dem Schuljahr 2019/2020 durchführen könne. Bildungsdezernentin Angelika Birk hatte erklärt, der ursprüngliche Vorschlag Wolf Krämer-Mandeaus, die beiden Schulen zu fusionieren, habe sich bei näherer Betrachtung auf lange Sicht als nicht so kostensparend dargestellt, wie das der Gutachter angenommen habe. SPD-Fraktionschef Sven Teuber hält dagegen: Für Biewer sei eine aufwändige Sanierung notwendig, dieses Geld solle man besser in einen Ausbau der Grundschule Pfalzel stecken.

Unpopulär ist auch die Position, welche die SPD in Sachen Egbert-Grundschule bezieht. Während die Verwaltung als Alternative zu der von Krämer-Mandeau empfohlenen Fusion von Egbert- und Barbara-Grundschule im Robert-Schuman-Gebäude einen Neubau am bisherigen Standort in Trier-Ost vorschlägt, lehnen die Sozialdemokraten dies ab. Darin ist man sich einig mit der CDU, die sich vergangene Woche ebenfalls klar gegen einen Neubau der Egbert-Grundschule aussprach. Doch anders als die Union wollen die Sozialdemokraten an einer Zusammenlegung der Grundschulen grundsätzlich festhalten. Wenn sich denn das Gebäude in der Kaiserstraße als tauglich herausstelle, soll es nach dem Willen der SPD dort eine vierzügige Ganztagsgrundschule geben, welche die Kinder aus Egbert und Barbara aufnehmen würde.

Sollte die Option Kaiserstraße indes nicht zum Zuge kommen, will auch die SPD eine Verlagerung von Egbert nach Olewig: “Ziel ist eine letztmalige Aufnahme neuer Schulkinder in Egbert zum Schuljahr 2016/2017, die Voraussetzungen für eine Zusammenführung der Grundschulen Egbert und Olewig am Standort Olewig schaffen, die dann spätestens zum Schuljahr 2020/2021 wirksam umgesetzt wird”, heißt es in dem Positionspapier. Die Verwaltung solle zudem beauftragt werden, gleichzeitig zu prüfen, ob die Grundschule Egbert sodann als Dependance des FWG zu empfehlen sei. “Für einen Neubau der Egbert-Schule fehlt uns schlicht das Geld, und in Olewig gibt es ein gutes Gebäude”, so Teuber.

Die Grundschulen Reichertsberg und Pallien sollen nach den Vorstellungen der SPD ab dem Schuljahr 2014/2015 zu einer Grundschule zusammengeführt werden – und zwar in dem Gebäude der jetzigen Kurfürst Balduin Realschule plus. “Da die Grundschule Reichertsberg quasi wöchentlich von einer Schließung bedroht ist, brauchen wir dringend eine räumliche Alternative”, begründet Teuber den Vorschlag. Räumliche Alternativen bräuchte dann jedoch auch ein Teil der integrativen Kurfürst-Balduin-Schule. Die SPD will, dass diese ab dem Schuljahr 2014/2015 mit dem Standort Mäusheckerweg in Trier-Ehrang disloziert. Im Klartext: Die Jahrgangsstufen 5 und 6 sollen in Trier-West verbleiben, die Jahrgangsstufen 7 bis 10 am Standort Ehrang unterrichtet werden. Teuber verweist auf die “gute räumliche Situation und das etablierte Umfeld” in Ehrang. Der Fraktionschef weiter: “Auch wenn das Land bis 2015 die weitere Entwicklung der Realschulen plus beobachten will, gehen wir davon aus, dass Mainz unter diesen Voraussetzungen gesprächsbereit ist und den Grundschulen und der Realschule plus in West Planungssicherheit gibt”.

Scharfe Kritik übte Teuber im Gespräch mit 16vor an der CDU: “Wir sind überrascht von dieser Bankrotterklärung der CDU”, kommentierte er die Vorschläge der stärksten Ratsfraktion. Die Union zeige “wenig Kenntnis über Schule” und zeige “ihre Unfähigkeit, die Stadt zu gestalten”. Der Sozialdemokrat nahm zugleich den Stadtvorstand in Schutz: “Die Verwaltungsvorlage trifft klare Entscheidungen, die immer wieder verlangt wurden. Politik ist gewählt, um Verantwortung zu übernehmen und nicht, um sich scheinbar populär wegzuducken”.

War schon nach der Vorlage des CDU-Papiers kaum mehr vorstellbar, dass sich eine klare Mehrheit für einen Schulentwicklungsplan finden würde, sind die Chancen hierfür nun noch weiter gesunken. Denn anders als die Union verteidigt die SPD die von der Verwaltung vorgeschlagene Schließung der Grundschulen in Kürenz und Martin, derweil FWG und Linke bereits deutlich machten, dass für sie Schulschließungen generell tabu sind. Mit Spannung wird nun die Haltung von FDP und Grünen erwartet. Dass die drittstärkste Ratsfraktion dem Vorschlag von CDU und SPD folgen wird, die Egbert-Schule im Zweifel mit Olewig zu fusionieren, steht nicht zu erwarten. Spätestens seit der vergangenen Kommunalwahl gilt der Osten der Stadt als Triers Grünen-Hochburg.

Weitere Informationen zum Thema: Schulpolitik: CDU zerpflückt Vorlage und Stadtspitze liefert Vorlage zur Schulpolitik

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16 Leserbriefe | RSS-Abo

  1. Alexander Jung schreibt:

    Ich frage mich mittlerweile ob die Politiker überhaupt noch schulpflichtige Kinder im Grundschulalter haben. Vermutlich mal nicht, denn dann würden solche Dinge erst gar nicht zur Debatte stehen. Oder das ganze hat einen völlig anderen Hintergrund und in Trier´s Innenstadt wird wieder Baugrund der exlusiv ist gebraucht. Oder welche Vermutung in den Kreisen der Betroffenen auch laut wird, das ganz einfach, das diejenigen die mal das mit der Schulschließung am Kaffeetisch beschlossen haben, sich einfach nicht eingestehen können, das es Schwachsinn ist, so viele Schule in Trier zuschließen. Diese Vermutung habe ich persönlich auch. Das die liebe Frau, die erstma,l wenn sie dann mal Rede und Antwort steht, soviel redet OHNE auch nur etwas zu sagen.

    Man sollte besser mal ein wenig investieren in die vorhandenen Schulen, als Grundschulen zuschließen nur weil es da ein Neubau von mehr wie 2 Mio. gibt und keiner dorthin will.

    Diese Schließungen reihen sich in die Peinlichkeiten nach Weiberdonnerstag und der Umbenennung von Schulen und dem Hindenburg Gymnasium.

    Die lieben Politiker sollten besser mal aufhören sich selber ein Denkmal setzen zu wollen und wieder das machen wofür SIE vom Steuerzahler ihr ach so schönes Leben finanziert bekommen.

  2. Joachim Bell schreibt:

    Das Konzept der Trierer SPD zu den Schulstandorten spiegelt das wieder, was – u.a. angesichts einer Verschuldung, die (scheinbar unaufhaltsam) auf eine dreiviertel Milliarde Euro zusteuert – zu verantworten ist. Einigermaßen erschütternd ist es aber, wenn die anderen Fraktionen im Stadtrat die finanzielle Situation mit schierer Ignoranz behandeln.

    Die Trierer CDU mag denken “nach uns die Sintflut”. Unter diesen Umständen kann man ihr aber nur dasselbe Schicksal voraussagen, das ihre Parteifreunde in nahezu allen anderen deutschen Städten inzwischen ereilt hat: Der Weg ins dauerhafte Abseit. Daran wird es auch nichts ändern, das der Wunsch vieler Eltern (vor allem der Grundschulkinder) durchaus verständlich ist, wie in alten Zeiten die Schule in der Nähe der Wohnung zu haben. Das weiß zweifellos auch die SPD. Wenn sie trotzdem den Mut hat, angesichts der zurückgegangenen Schülerzahlen die Augen vor der Realität und dem Unvermeidlichen nicht zu verschließen, dann verdient sie dafür Respekt, aber keine Beschimpfungen!

  3. Dominik Heinrich schreibt:

    Die Stadtratsfraktion der Grünen hat bereits im August 2012 konkrete Alternativen zum Schulentwicklungskonzept in die Diskussion gebracht:

    http://www.16vor.de/index.php/2012/08/31/grune-prasentieren-eigenes-schulkonzept/

    Bevor SPD und CDU sich gegenseitig beschimpfen und Bankrotterklärungen unterstellen, sollten sie sich äußern, weshalb sie bei diesem wichtigen Thema ein halbes Jahr gebraucht haben, um der Öffentlichkeit ihre Vorschläge vorzustellen und Farbe zu bekennen.

  4. Sven Sturm schreibt:

    Hallo Herr Bell,

    aber in diesem Zusammenhang sollte dann auch mal erklärt werden, warum Schulen die keinerlei Sanierungsaufwand benötigen in diesem Kontext zugemacht werden sollen ?!?! Und dafür dann eine übergroße Schwerpunktgrundschule Ambrosius mit aller Gewalt in die UNGEWOLLTE 4-Zügigkeit gedrängt wird ?!?!

    Das diese pädagogisch besser sein soll ist schwer zu glauben, billiger auch nicht, wozu denn das Ganze. Ich kann in diesem Zusammenhang halt den Standpunkt der SPD leider nciht verstehen warum auf Teufel komm raus Schulen dichtgemacht werden wenn weiterhin Klassenräumefehlen … Thema Berufsschule … Oder brauch man die künftig gar nicht mehr ?!

    Das ist nicht mutig sondern unlogisch ! Und ich kann mir nicht vorstellen dass sich Herr Teuber da vorher über den Zustand einer jeden Schule informiert hat … Genaue Zahlen, was die Kosten angeht hat noch niemand so recht benannt …

    Um dies zu umgehen wird das Ganze halt immer schön bildungsreformtechnisch erklärt … Aber sind wir mal ehrlich die bisherige Schulreform (oder Neutaufe und Zusammenschluss der alten Schulformen) ist eigentlich auch nicht wirklich das Gelbe vom Ei… Das werden gerade die kommenden Jahre zeigen wenn die Gymnasialkinder die es nicht geschafft haben “unten” drunter eingegliedert werden (müssen). Da sind wir doch mal alle gespannt wie das von den Kapazitäten her funktionieren soll…

    Aber die Hauptsache direkt die nächsten gravierenden Änderungen hinterher gehauen …

  5. Andreas Dolk schreibt:

    “die das Kind in den Mittelpunkt aller Bemühungen stellt”

    Also, ehrlich, das überrascht mich jetzt. Ich dachte, bei dem was ich bisher hörte und auch hier lese, dass die angeblich angespannte Finanzlage und die Rechtfertigung von kostspieligen Schulumbauten im Mittelpunkt der Bemühungen stehen. Sogar ziemlich alleine.

    Den Teil mit dem Kind im Mittelpunkt und den Vorteilen für die Kinder muss ich verpasst haben. Und dabei verfolge ich die Debatte doch wirklich aufmerksam. Teilnehmer der Demo am Rathaus gestern berichten übrigens, dass es dort von der Bürgermeisterin auch keine Hinweise auf Vorteile für die Kinder gab. Obwohl sie den Kindern dort wohl erklärt hat, warum es ganz richtig ist, ihre Schule zu schließen. Hat aber nicht geklappt, sie haben das nicht verstanden.

    Das was der hier gescholtene politische Gegner der SPD-Fraktion unter dem Credo in seinem Konzept subsummiert, das kommt dem Inhalt schon deutlich näher. Da stehen unsere Kinder wirklich im Mittelpunkt. Bei der SPD klingt da alles doch ziemlich schal und zynisch.

  6. Tanja Wilhelm schreibt:

    Zum Schulentwicklungskonzept möchte ich folgende Stellungnahme abgeben:

    Seit Jahren hat die Grundschule Kürenz mit sinkenden Schülerzahlen zu kämpfen – seltsamerweise entsteht auch immer kurz vor dem Anmeldetermin das Gerücht, dass die Schule bald geschlossen würde. Dieses Spiel geht nun schon fast 15 Jahre so – ein Schelm, wer dabei an Methode und die Stadtverwaltung denkt….

    Dieses verunsichert Eltern dermaßen, dass sie natürlich ihre Kinder lieber an anderen Schulen anmelden, aus Angst, ihr Kind müsse in den sozialen Brennpunkt Trier-Nord.
    Dies nimmt der Schule natürlich auch einen breit aufgestellten Elternstamm, der sich gegen die Schulschließung vehement wehren könnte.

    Zudem werden immer wieder falsche Berechnungsgrundlagen weitergegeben: Zuerst gibt es an der Grundschule einen Anbau, der aber schon seit schätzungsweise 20 Jahren nicht mehr existiert! Aus diesem Grund wurde der Grundschule Kürenz vor ein paar Jahren bereits das Aus angedroht – nicht wirtschaftlich genug! Dann wurde zurückgerudert als festgestellt wurde, dass es diesen Anbau gar nicht mehr gibt.

    Jetzt wird argumentiert, dass die Grundschule zu klein sei und keine Zweizügigkeit gewährleistet. Diesen Umstand aber könnte man durch Ausbaumaßnahmen schnell, einfach und kostengünstig beseitigen.

  7. Tanja Wilhelm schreibt:

    Teil 2

    Aber wie seltsam: man teilt den beratenden Gremien mit, der Grundschule würden die Brandschutztüren und Brandalarmanlage fehlen. Somit wären Ausbaumaßnahmen zu teuer und prompt wird wieder ein Beschluss gegen die Grundschule Kürenz getroffen. Seltsam nur, dass es Türen und die Alarmanlage schon seit Jahren gibt! Und wieder einmal kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass das Ganze Methode hat. Die Grundschule Kürenz ist nicht mehr gewollt – wahrscheinlich liegt der Kaufvertrag für das Gelände bereits in einer städtischen Schublade.

    Schön ist es, dass einige Fraktionen auch keinen Sinn darin sehen, in Egbert einen Neubau aus dem Boden zu stampfen. Hier sollten die Fraktionen im Blick halten, dass Kürenz über eine gute Bausubstanz verfügt, gute energetische Werte hat und somit eine gute und günstige Lösung wäre.

    Kürenz müsste nicht saniert, sondern lediglich erweitert werden, was mit Sicherheit nur ein Viertel der Kosten eines Neubaus in Egbert wäre. Mit einer leichten Anpassung der Schulbezirksgrenzen wäre die Grundschule ausgelastet!

    So kommen einem die seltsamsten Gedanken, wie zum Beispiel Frau Birk über einen Neubau in Egbert nachdenken kann, bei einem so schwachen Haushalt.

    Aber welcher Partei gehört noch mal der Ortsvorsteher in Mitte Gartefeld an?

    Und somit hat wohl offiziell der Wahlkampf in Trier begonnen …….

    Schulelternsprecherin Tanja Wilhelm

  8. S. Wiltschek schreibt:

    Sehr gut, Frau Wilhelm,

    Sie durchschauen dieses skandalöse und durchschaubare Lamentieren und sprechen es, berechtigterweise, auch unverhohlen aus.

    Wahlkampf; Parteibuchpolitik, Partikularinteressen (Grundstücke); usw usw

    Alles auf dem Rücken der schützenswertesten Menschen dieser säkularen, freiheitlich demokratischen Gesellschaft.

    DEN KINDERN !!!

    schönen Tag noch

  9. rüdiger Rauls schreibt:

    “Wir brauchen weniger Schulstandorte”, sagt wer? Herr Teuber, der meines Wissen keine Kinder hat. Wer ist denn WIR? Die Eltern? die Schüler? Oder die Herrschaften im Rathaus, die mit immer neuen Vorschlägen die Leute verwirren. Da machen sich Leute, die aufkosten der Schulen die Finanzen der Stadt sanieren wollen, zu Wortführern der Eltern und geben vor deren Interessen zu vertreten. Ich habe nicht den Eindruck, dass die Eltern der Meinung sind, “wir brauchen weniger Schulstandorte”. Mein Eindruck ist vielmehr der, dass die Eltern den Erhalt ALLER Schulstandorte wollen. Und das macht auch Sinn, wenn “das Kind in den Mittelpunkt aller Bemühungen” gerückt werden soll, wie uns die Sonntagsreden weismachen wollen. Aber hier geht es nicht um Sonntagsreden und Sprechblasen. Hier geht es um handfeste Interessen der Menschen, die für alles, was in diesem Lande und dieser Stadt geschieht, die Steuern zahlen. Die Steueraufkommen wachsen, und da soll für unsere Kinder nicht einmal das Geld da sein für wohnortnahe Schulen? WEnn es für die Rettung der Banken das ist, soll es für die Kinder nicht da sein?
    Aber entscheidend ist, was wollen die Eltern? Wozu sind sie bereit? Wollen sie sich verschleißen in endlosen Diskussionen mit den Vertretern der Stadt, denen es nur um die ruhige Abwicklung der Schulen geht? Wollen sie sich verschleißen im Streit untereinander? Oder formulieren sie ihr gemeinsames Interesse nach der ERhaltung ALLER Schulstandorte? Die Eltern sind am Zug.

  10. Erik Thees schreibt:

    Die CDU verteilt Zückerchen. Kamelle für Kürenz, Kamelle für Martin, Kamelle für alle.
    Motto: Kinder vor Finanzen, koste es, was es wolle. Eigentlich, auf den ersten Blick, gar nicht schlecht. Nur ist Fastnacht längst auch in den kommunalen Finanzen vorbei und auch in der künftigen Schulentwicklung hat längst die Fastenzeit begonnen.

    Und die SPD? Hat die Diskussion verschlafen! Nachdem die Grünen sich vor Monaten positioniert haben, die CDU die SPD überrumpelt hat und plötzlich ein eigenes Konzept her muss. Alle Positionen sind besetzt, also brauchen wir was ganz Neues! Die Hardliner-Position. Wirkt männlich. Wie ein Dreitagebart.
    Für wie dumm muss man den Urnenpöbel, wie Georg Schramm uns Wähler benennt, dort halten?
    Motto: Schulschließung müssen her, egal wie, in einem Atemzug mit „nachhaltige Schulentwicklung”, eine, “die das Kind in den Mittelpunkt aller Bemühungen stellt“.
    Geht’s noch?
    4-zügige Grundschule? In Trier-Nord?
    Martin zu, Kürenz zu, Egbert zu.
    Festhalten an Olewig? Egal, ob dort Kinder wohnen oder nicht!
    Kaiserstraße? Südallee, Kaiserstraße, Uferautobahn!
    Alle mit „Mit Kind im Mittelpunkt“? Klasse, Herr Teuber. Die Idee ist aus der Prunksitzung oder Rosa Karneval 2013.

    Die Bürger erwarten klare und belastbare Fakten und eine Erklärung, aus welchen, gerne politisch motivierten Gründen, die eine oder andere Variante den Vorzug erhält. Kein Euphemismus und keine leere Versprechen!

  11. V.Clemens schreibt:

    Ich weis nicht, aber ich habe noch nirgends seriös, realistische Zahlen gelesen, wieviel pro Schule gespart, bzw. ausgegeben werden muß. Und das auf einen zeitraum von 20 Jahren.
    Ebensowenig wurde gesagt, wieviel die Verwaltung sparen kann, wenn sie ihre angemieteten Büroflächen aufgibt und in Leere schulen zieht. Zu nennen wären hier Robert-Schuhmann und die leere Hauptschule im Maarviertel. Oder sind diese Gebäude den Mitarbeitern nicht zuzumuten? Oder gar schon jemanden versprochen?
    Ohne genau Zahlen bringt doch die ganze Diskusion nichts.

  12. Pablo Gándara schreibt:

    Sehr geehrte Frau Wilhelm,

    divide et impera – teile und herrsche war schon immer eine gute Strategie für die Regierenden.

    Es wäre allerdings viel besser miteinander, anstatt übereinander zu reden.

    Ich wohne in Trier Ost und würde – geanuso wie Sie – für den Verbleib der Grundschule (also hier Egbert) kämpfen.

    Ich und viele andere Trier-Ost Bewohner sind allerdings der Meinung, daß eine Zusammenarbeit mit den Grundschulen in Kürenz und Olewig möglich ist.

    Eine bezirksübergreifende Kooperation kann sicherlich eine kostengünstige und bildungsgerechte Alternative zur Stadtratsvorlage erarbeiten.

    Im Ergebnis wären keine großen baulichen Veränderungen in Trier Ost oder in Kürenz vonnöten.

    Der erste Schritt dafür wäre ein Gespräch der Schulelternbeiräte.

    Mit freundlichen Grüßen,

    Pablo Gándara
    Förderverein der Grundschule Egbert

  13. Christoph Steil schreibt:

    Würden die politisch Verantwortlichen ihrer Aufgabe gerecht werden, dann hätten wir niemals diese Problematik. Aber die winken lieber eine Kostensteigerung von Millionen Euros durch, die durch das Stadtratsmitglied Heinrich mitverursacht wurden (Um- und Anbau alte GS Tarforst), ohne das zu hinterfragen, als in die Kinder dieser Stadt zu investieren. Da sind alle gleich.
    Und Herr Teuber babbelt erneut nur rum, ohne die geringsten Kenntnisse. Malu lässt grüssen.

  14. Andreas Kerpen schreibt:

    Liebe Eltern,
    sehr geehrte Frau Wilhelm,

    schön wäre es, wenn es tatsächlich ein tragfähiges und dauerhaftes Konzept wäre und nicht der Beginn eines Vorwahlkampfes. Wessen Interessen werden hier verfolgt und wird hier wirklich zum Wohl unserer Kinder gehandelt?

    Nachvollziehbar sind einzelne Positionen und auf den ersten Blick mögen manche der Forderungen verständlich sein.

    Ein Punkt ist jedoch nicht tragbar und das ist ein gegenseitiges Ausspielen der einzelnen Grundschulen. Sind wir damit besser als manche der Entscheidungsträger? Möchten wir diese Dinge auf den Rücken der Schulkinder austragen? Haben wir nicht alle im Grunde das gleiche Ziel? Wir möchten bestmögliche schulische Voraussetzungen für unsere Kinder mit allen regionalen Besonderheiten, die nun einmal dazu gehören.

    Welche Ziele verfolgen wir im Förderverein der Grundschule Egbert? Worum geht es konkret? Wir wollen nicht kämpfen müssen und auch nicht die einzelnen Grundschulen infrage stellen, sondern die einzelnen Parteien und alle beteiligten Personen von unserem Konzept überzeugen. Nicht gegeneinander, sondern miteinander! Diese Stellungnahme wird veröffentlicht und mit allen beteiligten Personen wird gesprochen und nicht übereinander gesprochen.

    Wir laden Sie ein, diesen Weg gemeinsam – zum Wohle aller Kinder – mit uns zu gehen und Ihre und unsere Ideen miteinander zu verknüpfen.

    Andreas Kerpen
    Förderverein der Grundschule Egbert

  15. Stefan Hahmann schreibt:

    Unser Sohn geht in die Egbertschule.
    Trotz der Schließungsgerüchte meldeten wir ihn dort an. Und es war eine gute Entscheidung. Ein Grund ist die außergewöhnliche Lage auf einem großen Grundstück umgeben von viel Grün. Fast eine ländliche Idylle.
    Aber mir ist klar, dass dieses Grundstück ein Sahnestückchen ist, auf welches die Investoren scharf sind.
    Vergleicht man diesen Standort mit der Kaiserstraße ist schnell klar, für welchen ein Investor mehr zahlen würde. Zum Einen ließen sich an dieser Stelle teure Eigentumswohnungen leichter vermarkten als in der Kaiserstraße, einer vielbefahrenen Durchgangsstraße mit Lärm, schlechter Luft und höheren Gefahren. Und das Grundstück der Egbertschule ist fast dreimal so groß wie das in der Kaiserstraße. Hier verdienen alle Seiten mehr Geld.
    Wie ist dagegen der Wert der Kinder? Die Olewiger GS liegt auch schön und die Eltern schicken ihre Kinder lieber dahin als in die Kaiserstraße. Daher sollte die GS-Olewig die Schüler der Egbert-Schule aufnehmen (oder umgekehrt?), nur bitte nicht in die Kaiserstraße. Dort wären die Kinder am schlechtesten aufgehoben.
    Aber das Olewiger Grundstück ist doppelt so groß wie das in der Kaiserstraße und liegt auch sehr „Investorengünstig“.
    Wenn ich das richtig einschätzte, können die Kinder sich schon mal auf einen schönen neuen Schulstandort an der lebendigen Kaiserstraße einstellen. Aber hier ist es ja auch ganz nett. Verkehrsgünstige Lage, nahe am Leben, nahe an der Innenstadt und nahe an der Mosel. Prima

  16. Sven Sturm schreibt:

    … oder halt eben kürenz ! das ginge auch noch

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