“Zahlreiche Fertigungsmängel”

KÖLN/TRIER. Die neuen Züge vom Typ “Alstom Coradia LINT”, die künftig auch auf der Strecke von Trier über Gerolstein nach Köln verkehren sollen, werden nach aktuellem Sachstand nun erst im Laufe der zweiten Jahreshälfte zum Einsatz kommen.

Der Betreiber, die DB Regio NRW, setze derzeit bereits vier der neuen Fahrzeuge zur Ausbildung seiner Triebfahrzeugführer ein. Weitere Züge würden in den kommenden Wochen zu Testzwecken ausgeliefert, heißt es in einer Mitteilung. Gemeinsames Ziel von Alstom und DB Regio NRW sei es, vor Inbetriebnahme einen technischen einwandfreien Zustand der Züge sicherzustellen. Dies sei Voraussetzung für einen “stabilen Fahrgastbetrieb”.

Vorher jedoch seien Nachbesserungen im Bereich der Software erforderlich, zudem werde die Zuverlässigkeit der Funktion der Trittstufen optimiert. Außerdem gebe es “zahlreiche Fertigungsmängel”. Der Fahrzeughersteller Alstom arbeite nun “mit Hochdruck” daran, die Mängel schnellstmöglich zu beseitigen.

“Aus der vorliegenden Zulassung sowie aus der Abnahme der ersten Züge für das Kölner Dieselnetz bestehen offene Themen, zum Beispiel bezüglich der Tür- und Schiebetrittsteuerung, die wir als Hersteller aktuell in Abstimmung mit dem Betreiber lösen. Zum jetzigen Zeitpunkt ist eine Auslieferung aller Fahrzeuge bis zum Sommer nicht gesichert. Unser gemeinsames Ziel ist weiterhin, die Fahrzeuge baldmöglichst in den Fahrgastbetrieb zu bringen”, sagt Dr. Martin Lange, für Transport zuständiges Vorstandsmitglied der Alstom Deutschland AG. Bis zum Fahrplanwechsel im Dezember sollen sukzessive alle 56 “Alstom Coradia LINT” im Kölner Dieselnetz verkehren. Zwischenzeitlich würden weiterhin die derzeit eingesetzten Bestandsfahrzeuge im Einsatz bleiben. “Wir verstehen und akzeptieren, dass die Zweckverbände Nahverkehr Rheinland, Schienenpersonennahverkehr Rheinland-Pfalz und Nahverkehr Westfalen-Lippe als Besteller der Leistungen von ihren Möglichkeiten zur finanziellen Kürzung vertraglich vereinbarter Vergütungen Gebrauch machen”, so Dirk Helfert, Leiter des Verkehrsbetriebs Rheinland von DB Regio NRW.

Gleichzeitig behalte sich auch DB Regio NRW als Betreiber des Kölner Dieselnetzes Schritte gegenüber dem Fahrzeughersteller Alstom vor. “Unabhängig von finanziellen Fragen und Regelungen steht für uns jedoch die Gewährleistung eines stabilen Betriebs im Sinne unserer Fahrgäste im Vordergrund”, so Helfert.

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3 Leserbriefe | RSS-Abo

  1. V. Clemens schreibt:

    Bei Siemens nennt man das Bannanenversion: Reift beim Kunden.

  2. Raimund Scholzen schreibt:

    Es ist inzwischen doch fast die Regel, daß die Zulassung von Schienenfahrzeugen nie termingemäß erfolgt. Boshafte Menschen könnten denken, dahinter stecke Absicht, vielleicht von der Autoindustrie? Jedenfalls tragen diese regelmäßigen Pannen nicht zur Attraktivitätssteigerung der Bahn bei, sondern ganz im Gegenteil …

  3. Jean Klein schreibt:

    Wobei die neuen Züge bei weitem nicht so komfortabel sind wie die ‘alten’ 628er Triebwagen.

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